Beim neuen Ökihof im Göbli hat das Volk das letzte Wort

Das Zuger Stadtparlament sagte Ja zum neuen Ökihof. Es gab aber auch kritische Stimmen.

Andrea Muff
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In der Kolonnade können die Stadtzuger dereinst im neuen Ökihof ihren Abfall entsorgen.

In der Kolonnade können die Stadtzuger dereinst im neuen Ökihof ihren Abfall entsorgen.

Visualisierung: Arge Ressegatti Wagner Architekten/PD

Im Norden der Stadt Zug soll es bald ein Recyclingzentrum geben, denn dort, wo der heutige Ökihof steht, kann er nur noch bis Ende 2022 bleiben. Dann läuft der Vertrag mit den SBB aus. Der Neubau im Göbli soll deshalb 2022 in Betrieb genommen werden. Es könnte jedoch coronabedingt zu einer Verspätung kommen, denn eigentlich wäre der Termin für die Volksabstimmung über das Projekt am 17. Mai geplant gewesen. Gemäss Bauchefin Eliane Birchmeier soll das Volk nun am 27. September über den Kredit von insgesamt 20,9Millionen Franken befinden. Der GGR stimmte diesem nämlich am Dienstag mit 29 zu 5 Stimmen (bei einer Enthaltung) zu. Damit folgte das Parlament den beiden vorberatenden Kommissionen.

Wenn es jedoch nach der CVP-Fraktion ginge, müsste der Stadtrat eine neue Vorlage ausarbeiten. «Das Preisschild passt besser zu einem Entsorgungstempel», meinte Fraktionschef Christoph Iten. So seien diverse Punkte unschlüssig beantwortet und «für ein Projekt dieser Grösse gibt es zu viele offene Fragen». Laut Iten werde etwa mit der Fläche nicht nachhaltig und wirtschaftlich umgegangen. Auch die Ansicht der Dringlichkeit teilt er nicht. «Das ist weder ein Spital noch eine Schule», sagte er. Die CVP-Fraktion lehne den Objektkredit daher ab.

Fraktionen wünschen sich mehr Transparenz

Philip C. Brunner (SVP), Präsident der Geschäftsprüfungskommission, erinnerte gleich zu Beginn: «Heute ist der Tag, an dem wir über den Ökihof entscheiden müssen.» Das sah auch seine Fraktion so. «Wir legen dem Ökihof keine Steine in den Weg», erklärte Fraktionschef Gregor R. Bruhin. Die Argumente der CVP-Fraktion könne er aber nachvollziehen. «Wir werden die Kosten stark im Auge behalten», so Bruhin.

Vollständig zufrieden mit dem vorliegenden Bauprojekt war auch die Fraktion Alternative-CSP nicht. Ignaz Voser sprach dabei die Ökologie und die eingeplanten Baumaterialien an: «Wir hätten uns noch etwas mehr und innovativere Lösungen gewünscht.» Er räumte aber ein, die Mängel würden den Betrieb und das Funktionieren des Recyclingzentrums nicht tangieren, daher befürworte die Fraktion den Kredit.

SP-Fraktionssprecherin Karin Hägi verwies darauf, dass es auch in ihrer Fraktion kritische Stimmen gegeben habe. So sehe die SP etwa noch Potenzial bei der Optimierung der Anlieferung und Parkierung. «Insbesondere der Transport mit dem Velo kann noch besser eingeplant werden.» Denn bis anhin würden die Abstellplätze dafür fehlen. Die Fraktion stimme dem Objektkredit zu. Dies galt auch für die GLP. David Meyer sagte: «Dinge, die zusammenpassen, kann man auch zusammenfassen.» Er meinte damit, dass mit dem Ökihof, der GGZ und der Frauenzentrale ein Recyclingzentrum entstehen soll. FDP-Fraktionschef Etienne Schumpf sah das auch so: «Es geht heute eigentlich um ein multifunktionales Zentrum für Ökologie, Nachhaltigkeit und Gemeinnützigkeit.»

Urs Bertschi (SP) stiess zum Schluss eine Diskussion zum Mietzins der beiden gemeinnützigen Institutionen an. Bauchefin Eliane Birchmeier sicherte daraufhin zu, die Berechnungen im Sinne der Transparenz noch vor der Abstimmung nachzuliefern. Ebenfalls ins Protokoll aufgenommen wurde der Antrag von Michèle Willimann (ALG/CSP), Mara Landtwing (SP) und Jerôme Peter (SP) betreffend Ökihof-Café. Sie wünschen sich ein innovatives Konzept und mehr Platz.