Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Beim Zuger Park Tower steht die nächste Runde bevor

Vor bald 10 Jahren war noch alles in Butter: Der Bebauungsplan des Park Towers – damals hiess dieser noch Foyer – wurde vom Zuger Stadtparlament verabschiedet und das vorgesehene Hotel sollte eine Fläche für die Öffentlichkeit haben. Das Hochhaus steht nun seit Jahren, ohne Hotel und der öffentliche Raum ist noch immer leer.
Zoe Gwerder
Der Park Tower in Zug. Bild: Maria Schmid, 2016

Der Park Tower in Zug. Bild: Maria Schmid, 2016

Es waren wortwörtlich schöne Aussichten, die der Zuger Bevölkerung angekündigt wurden: ein öffentlicher Raum auf über 80 Metern. Das war 2009, als der Bebauungsplan Foyer – so hiess das Projekt beim Park Tower damals noch – im Stadtparlament (GGR) gutgeheissen wurde. Seither ist viel Wasser die Reuss runter geflossen, und das Anliegen des Gesellschaftsraums im Park Tower wurde mehrmals totgeschrieben, um später wieder aufzuerstehen.

Am Freitag wurde nun bekannt, dass der Stadtrat den Verkauf des Nutzungsrechts als unmöglich erachtet. Denn anders als noch während der Planungszeit, als es nur ein Eigentümer gab, gehört das Gebäude heute rund 50 Stockwerkeigentümern. Und wie Stadtrat André Wicki erklärt, benötigt man von allen Eigentümern die Einwilligung, wenn man das Nutzungsrecht am Gesellschaftsraum zurückgeben will. Und auch wenn das Nutzungsrecht an einen Dritten verkauft werden soll, müssten alle 50 Eigentümer einwilligen. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass das eine Sache der Unmöglichkeit ist», so der städtische Bauchef Wicki. Denn es sei auch nicht möglich, aus dem Raum sofort eine Wohnung zu machen. «Dafür müsste zuerst der Bebauungsplan angepasst werden.»

Bedauern bei den Motionären

Der Entscheid des Stadtrates geht auf einen Vorstoss von 2016 zurück. Eliane Birchmeier sowie Karen Umbach (beide FDP), Hugo Halter (CVP) und Gregor Bruhin (SVP) reichten eine Motion ein, welche die Rückgabe des Nutzungsrechtes verlangte. Birchmeier hätte sich ein anderes Resultat gewünscht: «Grundsätzlich bedaure ich, dass die Veräusserung des Nutzungsrechts gemäss heutigem Kenntnisstand nicht möglich ist, und hoffe, dass sämtliche Optionen geprüft wurden.»

Noch offen ist nun, wie es weitergehen soll. «Meines Erachtens muss der Stadtrat nun nochmals über die Bücher und eine neue Lösung bringen», so Birchmeier. Für Stadtrat Wicki ist dies hingegen keine Option. «Das Betriebskonzept und das dazugehörige Reglement stehen bereits. Hier wollen wir nun anknüpfen.» Und auf die Frage, bis wann er persönlich rechnet, dass der Gesellschaftsraum eröffnet werden kann, zeigt er sich zuversichtlich: «Ich denke bis im Frühling 2019, könnte er fertig sein.»

Alles begann mit einem Hotel

Dass es aber überhaupt zu diesem mehrjährigen Hin und Her rund um den Gesellschaftsraum auf über 81 Metern Höhe kam, ist ganz auf den Anfang zurückzuführen. So sah es beim Bebauungsplan danach aus, als würde im Hochhaus ein Hotel mit Restaurantbetrieb entstehen. Als noch vor der konkreten Planung der Eigentümer wechselte, verwarf der Neue die Hotel-Pläne und entschied sich für Wohnungen und Büros. Dies erschwerte die Erschliessung des Raumes sowie die Pläne für dessen Nutzung. Der politische Prozess rund um das Nutzungsrecht nahm damals seinen Lauf und ist auch sieben Jahre nach dem ersten Entscheid des Stadtrates noch nicht beendet (siehe Chronologie).

Chronologie eines Hin und Hers

Juli 2009: Der Bebauungsplan für das Hochhaus mit Hotel inklusive genereller öffentlichen Nutzung wird verabschiedet.
Juni 2010: Die Eigentümer wechseln. Es soll nun Wohnungen geben und kein Hotel.
Januar 2012: Der Stadtrat will das Angebot von 1,3 Millionen Franken für die Abgabe des Nutzungsrechtes annehmen.
März 2012: Der Stadtrat lässt sich von einer Kommission überzeugen und spricht sich doch für einen öffentlichen Raum aus.
August 2013: Von Seiten FDP wird eine Motion eingereicht, die verlangt, das Nutzungsrecht abzugeben.
September 2013: Parlament lehnt Überweisung der Motion ab.
Januar 2014: Weil sich der Bauherr und die Stadt nicht über das Betriebskonzept einigen konnten, setzt die Stadt ein Schiedsgericht ein.
Juli 2015: Das Schiedsgericht legt das Betriebskonzept fest.
Juni 2016: Die Kosten für den Ausbau haben sich verdoppelt. Parlament lehnt Erhöhung des Kredits ab.
Juli 2016: Von Seiten FDP, SVP und CVP wird erneut der Verkauf des Nutzungsrechtes gefordert. Die Motion wird überwiesen
11. Mai 2018: Der Stadtrat spricht sich gegen ein Abgeben des Nutzungsrechts aus.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.