Beiträge aus dem Corona-Fonds der Stadt Zug können beantragt werden

Städtische Mieterinnen und Mieter von Gewerbeliegenschaften, Kulturschaffende und Sportvereine können nun Beiträge aus dem Corona-Fonds der Stadt Zug beantragen. Die Antragsformulare stehen auf der Homepage bereit.

Andrea Muff
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Die Stadt Zug will den von der Coronakrise gebeutelten Gewerbetreibenden, Sportvereinen und Kulturinstitutionen unter die Arme greifen: Anfang Juni bewilligte der Grosse Gemeinderat (GGR) aus dem Ertragsüberschuss, den vom Stadtrat beantragten Coronafonds über 10 Millionen Franken einzurichten. Die Referendumsfrist blieb ungenutzt. So wurde mit dem Fonds die Grundlage zur Unterstützung von Mieterinnen und Mietern städtischer Gewerbeliegenschaften, Kulturschaffenden und Sportvereinen, die wegen der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus von März bis Juni nachweisbare Einbussen erlitten, geschaffen. Ab sofort stehen Antragsformulare auf der Website der Stadt Zug bereit.

Die finanzielle Unterstützung ist für jene gedacht, die durch die Maschen des Rettungsnetzes von Bund und Kanton fallen, das Subsidiaritätsprinzip soll also eingehalten werden. Darunter könnten etwa finanzielle Erlasse städtischer Mieten von Gastro- und Dienstleistungsbetrieben fallen. Oder die Stadt erlässt die Gebühren, die bei der Benutzung des öffentlichen Grundes für einen Anlass anfallen und der nun nicht durchgeführt werden konnte. Der städtische Finanzchef André Wicki sagt:

«Wir wollen eine Kulturstadt und eine Sportstadt bleiben.»

Bis zum 18. August können die Unterlagen eingereicht werden. Der SVP-Stadtrat betont: «Die Anträge werden aber laufend geprüft.» Beträge unter 50000 Franken kann die Stadtregierung in Eigenkompetenz bewilligen. Wenn die beantragte finanzielle Unterstützung diese Summe übersteigt, wird schlussendlich das Parlament darüber befinden. Dies soll voraussichtlich in der Sitzung vom 27. Oktober geschehen. «Dann werden wir auch einen Rechenschaftsbericht präsentieren. Es ist uns wichtig, dass wir transparent aufzeigen, wo wir welche Beträge gesprochen haben», sagt Wicki.

Wirtschaftsmotor und attraktiver Standort

Ob der Fonds ausreicht, kann der Finanzchef noch nicht abschätzen. Er verrät: «Wenn nicht, werden wir die Lage neu beurteilen. Ich bin aber überzeugt, dass wir für alle eine Lösung finden werden.» Bereits rund 3 Millionen Franken werden aus dem Fonds für die Pro-Zug-Gutscheine für die Stadtbevölkerung ausgegeben. «Den Auftrag für die Gutscheinkarte haben wir erteilt», sagt Wicki und fügt hinzu: «Uns ist es wichtig, dass wir die lokale Volkswirtschaft unterstützen und ein Zeichen für den Einzelhandel setzen.» Er werde seine Ferien im Zugerland verbringen und den Gutschein einlösen, verrät Wicki weiter.

Und wie geht es den städtischen Finanzen? «Der Kanton und die Stadt Zug sind sehr gut aufgestellt. Wir sind ein Wirtschaftsmotor und ein attraktiver Standort. Das gibt mir die Zuversicht, positiv in die Zukunft zu blicken. Ein wachsames Auge ist aber angebracht», sagt er.