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BELEUCHTUNGEN: Der Glanz des Lichts hat seinen Preis

Nun erstrahlen sie wieder: die Abertausenden Lichter, die uns vor Weihnachten erfreuen. Das kostet die Gemeinden nicht nur Geld, auch die Ökostandards lassen noch zu wünschen übrig.
Faszinierende Lichter in der Zuger Altstadt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Faszinierende Lichter in der Zuger Altstadt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Wolfgang Holz

Sie ist die wohl die schönste aller Weihnachtsbeleuchtungen im Kanton Zug – aber auch die teuerste. Die Rede ist von der Stadtzuger Weihnachtsbeleuchtung. Diese hängt in hellen, langen Fäden vom Himmel herunter – als ob Weihnachten direkt von oben auf die Kantonshauptstadt strahle. Doch dieser Zauber hat seinen Preis. «Die Stadt wendet jährlich rund 300 000 Franken dafür auf», verhehlt Bauchef André Wicki nicht. Die Hauptpositionen seien dabei die Montage- und Demontagekosten von rund 190 000 Franken. Die Lieferung der Leuchten kostet rund 55 000 Franken, und die Energiekosten betragen rund 10 000 Franken. Hinzu kommt, dass die Stadtzuger Weihnachtsbeleuchtung noch nicht komplett mit Energie sparenden LED-Lämpchen leuchtet. «Wir stecken mitten in der Umstellung. Diese ist nächstes Jahr abgeschlossen», so der SVP-Stadtrat. Heute seien bereits 14 150 Leuchten auf LED. Die Umstellung der übrigen 4400 Leuchten erfolge nächstes Jahr, so der Departmentsvorsteher. «An der Weihnachtsbeleuchtung und an den schön geschmückten Bäumen haben aber alle Zugerinnen und Zuger grosse Freude – und dies soll auch so bleiben.»

Überall noch Energiesparpotenzial

So weit, so gut. Was den Prozentsatz an LED-Lampen und was die Energiekosten anbelangt, haben auch noch andere Zuger Gemeinden bei ihren Weihnachtsbeleuchtungen Nachholbedarf. «Dieses Jahr wurde in Baar eine Kette solcher Energiesparlampen aufgehängt. Wenn sich dies bewährt, wird geprüft, ob auf LED umgestellt werden kann», erklärt Gemeindeschreiber Walter Lipp. Die Baarer Weihnachtsbeleuchtung wurde vor 30 Jahren angeschafft und kostete 100 000 Franken. Sie hat 6000 Birnen und verursacht jährlich einen Unterhaltsaufwand von 12 000 Franken – die Kosten fürs Auf- und Abhängen nicht mitgerechnet. Lipp: «Der Zustand ist noch sehr gut, und die Bevölkerung hat nach wie vor grosse Freude an der Beleuchtung.»

Die Weihnachtsbeleuchtung in Unterägeri kostet jährlich rund 13 000 Franken zuzüglich Stromkosten von rund 500 Franken, verrät Gemeindeschreiberin Sylvia Derrer Pape. LED-Leuchten habe Unterägeri noch nicht, da die Weihnachtsbeleuchtung schon vor vielen Jahren angeschafft worden sei. Auch in Steinhausen liegt der Anteil an Energie sparenden Lampen erst bei 20 Prozent. Die jährlichen Kosten für die Installation der Weihnachtsbeleuchtung belaufen sich dort auf 38 000 Franken. «Der Stromverbrauch kann während der Weihnachtszeit trotzdem gesenkt werden, da dann die Glaswand und weitere Lichtquellen ausgeschaltet sind», versichert Gemeindeschreiber Thomas Guntli.

Die Weihnachtsbeleuchtung in Hünenberg wird vom 1. Advent bis zum 6. Januar im Dorfzentrum und rund um das Zythus betrieben. «Seit drei Jahren werden die defekten Leuchtbänder an den Weihnachtssternen durch LED-Bänder ersetzt. Momentan sind 17 von total 75 Sternen mit LED ausgerüstet», sagt Dominik Barmet von der Abteilung Bau und Planung. Dadurch, dass die normale öffentliche Strassenbeleuchtung in dieser Zeit nicht mit voller Leistung betrieben werde, reduziere sich der Strom-Mehrverbrauch auf ein absolutes Minimum – auf geschätzte 200 Kilowattstunden.

Anders sei es beim beliebten Lichterweg über den Hubel, wo mit rund 800 Lämpchen die beiden Wohngebiete verbunden werden. «Diese Lämpchen werden mit 7 Watt betrieben, was einen Gesamtverbrauch von rund 3000 Kilowattstunden ergibt.» Unterm Strich entstünden so zusätzliche Stromkosten für die Weihnachtsbeleuchtung von rund 600 Franken. Doch es gibt auch schon Stromspar-Musterschüler im Kanton Zug. In Oberägeri berappt die Gemeinde jährlich 4000 Franken für ihre Weihnachtsbeleuchtung und weist bereits 100 Prozent LED-Standard auf. Ähnliches gilt für Risch. «Die Weihnachtsbeleuchtung führt zu jährlichen Aufwendungen von schätzungsweise 7000 Franken», sagt Gemeindeschreiber Ivo Krummenacher. Stromkosten von etwa 500 Franken inklusive. «Unsere Weihnachtsbeleuchtung ist ausschliesslich mit modernen LED-Leuchtmitteln ausgerüstet und verbraucht pro Periode bis zu 3000 Kilowattstunden Strom.» In Menzingen sind immerhin 50 Prozent LED-Leuchten im Einsatz: Kostenpunkt: 3000 Franken. Und es gibt da natürlich noch Gemeinden, die haben gar keine Kosten für die Weihnachtsbeleuchtungen. In Cham werden die Weihnachtsbäume durch Private geschmückt. Und in Neuheim hat die Gemeindeversammlung 2008 beschlossen, die für 10 000 Franken budgetierte Weihnachtsbeleuchtung zu streichen.

Bei Stromverbrauch nicht spürbar

Bleibt zu fragen, ob eigentlich die Wasserwerke Zug (WWZ) den Anstieg an Stromverbrauch im Dezember, verursacht durch Weihnachtsbeleuchtungen, spüren – im Vergleich zu anderen Monaten. WWZ-Kommunikationsleiter Robert Watts winkt ab. «Es ist nicht möglich, anhand der monatlichen Stromabsatzmengen einen Schluss auf den Stromverbrauch einzelner Verbraucherkategorien wie der Weihnachtsbeleuchtung zu ziehen.» Der Einfluss der klimatischen und wirtschaftlichen Faktoren überwiege den Einfluss der privaten und öffentlichen Weihnachtsbeleuchtungen: So sei im Zuger Netzgebiet der WWZ im Januar 2015 merklich mehr Strom abgesetzt worden als im Dezember 2014, sagt Watts. «Im Februar 2015 war es dann wiederum rund gleich viel wie im Dezember 2014 – mehr aber als im November 2014.»

«Lichteinwirkung steuert die Produktion von Melatonin.» Magdalena Berkhoff (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ (Archiv))

«Lichteinwirkung steuert die Produktion von Melatonin.» Magdalena Berkhoff (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ (Archiv))

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