BELVEDERE: Müller: «Jetzt braucht es einen Plan B»

Auf dem Gelände des alten Kantonsspitals wird vorerst nichts gebaut. Den dazu nötigen Bebauungsplan hat das Volk verworfen. Wie es weitergeht, ist unklar.

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Betretene Mienen: Bauchefin Andrea Sidler Weiss und Stadtpräsident Dolfi Müller. (Bild Christof Borner Keller/Neue ZZ)

Betretene Mienen: Bauchefin Andrea Sidler Weiss und Stadtpräsident Dolfi Müller. (Bild Christof Borner Keller/Neue ZZ)

Vier von fünf Stadträten, alle bürgerlichen Parteien (CVP, FDP und SVP) und die SP machten sich für den Bebauungsplan Belvedere stark. Dieser geballte Support reichte aber nicht: Der Stadtzuger Souverän liess gestern die Befürworter des Bauvorhabens trotz gestrigem Sonnenschein im Regen stehen: Auf 4878 der eingereichten Stimmzettel stand ein Nein. Nur 3983 Zuger segneten das Vorhaben ab.

Ein enttäuschter Stadtrat
Ein sichtlich gezeichneter Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller sagte: «Die Ablehnung ist relativ deutlich.» Ein Nein, so Müller, sei in der Luft gelegen, «nachdem sich ein in den vergangenen Wochen aufziehendes Gewitter entladen hat». Dessen Keimzelle: ein Projekt mit zwei Hochhäusern, einem Hotel und Altersresidenzen auf dem ehemaligen Kantonspital-Areal. Dies sei in Zug nicht mehrheitsfähig. Der Stadtpräsident hätte gerne ein Ja gesehen, aber das Resultat einer «demokratischen Ausmarchung gilt es zu respektieren».

«Für das Areal des alten Kantonsspitals muss nun eine neue gestalterische und konzeptionelle Lösung gefunden werden», sagt die Stadtzuger Bauchefin Andrea Sidler Weiss. Für Stadtpräsident Dolfi Müller «braucht es jetzt einen Plan B».

Die Hochstimmung der Gegner
In Hochstimmung war hingegen Martin Spillmann-Parazzini vom Referendumskomitee «Belvedere Nein». Er sprach von einem «genialen Ergebnis». Es sei ihr Verdienst, dass sich der Souverän überhaupt zum Projekt habe äussern können. Die Abstimmung habe gezeigt, dass eine Mehrheit «mehr öffentlichen Nutzen» auf dem Areal des alten Kantonsspitals wolle.

Die Alternative Marianne Zehnder, Fraktionsvorsitzende ihrer Partei im Grossen Gemeinderat (GGR), sieht im Nein zum Belvedere ein klares Votum: «Die Zuger haben genug vom Verdrängungswettbewerb.» Es sei in Zug in der Vergangenheit «zu viel und zu schnell» gebaut worden.

Marco Morosoli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.