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In Zug kommt man nun bequem zum neuen Lieblingsbuch

Leseratten aufgepasst: Ehemalige Telefonkabinen leben im Kanton als offene Bücherschränke weiter. Einer von ihnen wurde unlängst feierlich eingeweiht.
Nils Rogenmoser
Das Duo Satz und Pfeffer unterhält im neuen Bücherschrank auf dem Zuger Bundesplatz das Publikum. (Bild: Stefan Kaiser (26. Oktober 2018))

Das Duo Satz und Pfeffer unterhält im neuen Bücherschrank auf dem Zuger Bundesplatz das Publikum. (Bild: Stefan Kaiser (26. Oktober 2018))

Im regnerischen Wetter vermag der Romantiker eine gewisse Symbolik zu erkennen. So gibt es doch nichts Schöneres, als bei prasselndem Regen zu Hause auf dem Sofa ein Buch zu lesen. Petrus hat man am vergangenen Samstag also keine Vorwürfe machen können. Im Rahmen der Kampagne «E chline Schritt» werden Telefonkabinen in Zug, Baar und Cham zu Bücherschränken umgenutzt.

Die altehrwürdige Swisscom-Telefonkabine am Bundesplatz ist von der Bibliothek Zug bereits mit einigen, schön geordneten Büchern ausgestattet worden. Die Zuger sind animiert, Bücher darin zu platzieren und selbst darin zu stöbern – vielleicht stösst man dabei ja auf sein neues Lieblingsbuch. Das Prozedere ist einfach, kostenlos und die Bücherschränke sind rund um die Uhr geöffnet.

Von Kabinen zu «Literaturpalästen»

Obwohl die Idee in der Schweiz nicht neuartig sei, könne es im Kanton doch als Pionierprojekt angesehen werden, sagte Urs Raschle, Stadtrat Zug und Vorsteher Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit, in seiner Begrüssung zur Einweihung des Bücherschranks auf dem Bundesplatz. «In Filmen und der Literatur verkörpert die Telefonkabine das Mystische. Sie ist der Ort, wo intime Gespräche geführt werden – deshalb ist es schön, dass diese Tradition in gewissem Masse weitergeführt wird und die Kabinen als Literaturpaläste weiterleben.»

Die Idee sei in den letzten zwölf Monaten gereift, führte Raschle aus: «Nachdem die Swisscom erklärt hatte, dass die Kabinen nicht mehr gebraucht würden, packte die Energiekommission die Chance. Wenn es in anderen Städten funktioniert, wird es hoffentlich auch hier zum Erfolg.» Raschle sprach der Bibliothek Zug seinen Dank aus, die an der Planung mitwirkte und die Bücherschränke regelmässig kontrollieren wird.

Unterhaltung auf engem Raum

Sie seien wahrlich auch schon auf grösseren Bühnen aufgetreten, konstatierte das Duo Satz und Pfeffer – bestehend aus Judith Stadlin und Michael van Orsouw – mit einem Augenzwinkern. Ein Mikrofon war in der offenen Kabine aufgestellt, wobei nicht viel Bewegungsfreiheit übrig blieb. Abwechslungsweise gaben die beiden in typisch wortgewandter Manier ihre witzigen Texte zum Besten.

Van Orsouw erzählt von einer Kindheitserfahrung, als der Pfarrlehrer den Schülern einen dicken «Schunken» ausgeteilt hat. Fantasievoll habe er beim Lesen der Buchstaben «KGB» gleich auf ein Buch des russischen Geheimdiensts geschlossen, sich dabei sehr erwachsen gefühlt und einen Freudetanz aufgeführt. «Schlussendlich löste es sich auf und ich kriegte leider nur eine Ministranten-Anmeldung», sagte er schmunzelnd.

Das Textchen «Zuger Logik 1-7», das kantonale Wahrzeichen durch den Kakao zieht, und ein politisches Geschichtchen, ausschliesslich bestehend aus Ortsnamen, runden die Einweihung humorvoll ab.

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