BERGBAHN: Platznot am Zugerberg: Bahn wirbt für Toleranz zwischen Bikern und Wanderern

Seit Eröffnung des Zugerberg-Trails wird die Zugerbergbahn vermehrt durch Biker genutzt. Daran gibt es vereinzelt Kritik, vor allem in Bezug auf das Platzangebot. Wie sich zeigt, reagiert die Bahn auf die höhere Frequenz bereits mit Zwischenfahrten.

Christopher Gilb
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Die Zugerbergbahn verzeichnet seit der Eröffnung des Bike Trails eine Zunahme der Fahrgäste – und reagiert darauf teils mit Zusatzfahrten. (Bild: Maria Schmid)

Die Zugerbergbahn verzeichnet seit der Eröffnung des Bike Trails eine Zunahme der Fahrgäste – und reagiert darauf teils mit Zusatzfahrten. (Bild: Maria Schmid)

Seit Frühling 2016 gibt es auf dem Zugerberg einen Bike-Trail. Auf 2,1 Kilometern führt dieser von der Bergstation der Zugerbergbahn zu deren Talstation. Um zum Start des Trails zu kommen, nutzen viele Biker die Zugerbergbahn. Definitive Zahlen würden zwar noch keine vorliegen, doch profitiere die Bahn aufgrund der Biker von mehr Fahrgästen durchaus auch zu den Randzeiten, so eine Vertreterin der Zugerbergbahn AG auf telefonische Nachfrage. Die Betreiber des Zugerberg-Trails nennen die Zahl von 15'000 Trail-Nutzern im letzten Jahr.

Doch nicht alle freuen sich darüber. Die Biker würden die Bahn verstopfen und somit andere Nutzer um ihre Sitzgelegenheit bringen sowie die Bahn mit ihren Bikes verdrecken, bemerkten vereinzelt Wanderer gegenüber Mitarbeitern unserer Zeitung. «Uns ist es durchaus bewusst, dass gerade am Wochenende viel Betrieb herrscht», heisst es von der Zugerbergbahn AG.

Bergbahn macht Zwischenfahrten

Doch es werde bereits reagiert. «Die Bahn benötigt für eine Fahrt acht Minuten. Es ist also möglich, je nach Frequenz zwischen den regulären zwei Bergfahrten pro Stunde mehrere Zwischenfahrten zu machen.» Was durchaus schon die Praxis sei. Darüber entscheiden würden die Mitarbeiter vor Ort. Zudem wirbt die Bahn, die zu den Zugerland Verkehrsbetrieben gehört, für Toleranz zwischen Bikern und Wanderern. «Beide Gruppen haben genau die gleiche Berechtigung, mit der Bahn zu fahren.» Für die Biker würde dies aber bedeuteten, die beiden mittleren Wagen zu nutzen, in denen die Sitze hochgeklappt werden könnten. Die beiden Panoramawagen vorne und hinten seien eher den Fussgängern vorbehalten. Christoph Jans, Präsident der IG Mountainbike Zug, die hinter dem Trail steht, beurteilt die Situation am Zugerberg positiv. «Ich erhalte viele gute Rückmeldungen seit Eröffnung des Trails.» Seines Wissens würden die Biker entsprechend rücksichtsvoll vorgehen und wüssten, dass sie die beiden mittleren Wagen nutzen müssen.

Biker werden über Verhaltensregeln informiert

Ein Blick auf die Homepage des Trails zeigt, dass dort sogar speziell darauf hingewiesen wird. Unter dem Menüpunkt Zugerbergbahn wird den Bikern erklärt, wie sie sich in der Bahn zu verhalten haben. Etwa, dass sie ihr Bike vor Fahrtantritt waschen oder Fussgängern den Vortritt lassen und die beiden mittleren Wagen nutzen sollen. Zur teils erhöhten Frequenz sagt Jans: «Wenn im Winter geschlittelt wird, ist die Schlange viel länger.» Für ihn hat der Zugerberg-Trail bisher das eingelöst, was sich die Öffentlichkeit durch ihn versprochen habe. Auch der Verein Zuger Wanderwege beurteilt den Trail positiv. «Negative Rückmeldungen von Wanderern sind mir seit der Eröffnung nicht bekannt und waren auch im Vorstand noch kein Thema», sagt Vorstandsmitglied Rudolf Leuenberger, der auch für die Betreuung der Homepage der IG zuständig ist. «Ich betreue somit auch das Kontaktformular, und da hat sich noch niemand über die Situation in der Bahn beschwert», so Rudolf Leuenberger.

 

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch