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BERGGEMEINDEN: Veränderungen in der Restaurantszene im Ägerital

Demnächst schliessen im Ägerital und in Menzingen vier Gastbetriebe. Auf dem Land zu wirten, bringt einige Schwierigkeiten mit sich. Doch es gibt weitere Gründe für die Veränderungen.
Carmen Rogenmoser
Im Restaurant Freihof in Unterägeri wird momentan nicht gewirtet. Bild: Stefan Kaiser (12. Oktober 2016)

Im Restaurant Freihof in Unterägeri wird momentan nicht gewirtet. Bild: Stefan Kaiser (12. Oktober 2016)

Die Terrassenmöbel stehen noch, doch die Blumen und die üppige Dekoration, für die das Wirtepaar Maggie Giglio und Peter Steiger bekannt ist, sind verschwunden. Seit gut einer Woche sind im Restaurant F in Unterägeri die Lichter aus (Ausgabe vom 15. Oktober). Über die Hintergründe des schnellen Aus schweigen sowohl die Pächter wie auch der Besitzer Günter Zobel selber. Ziel sei es jedoch, das Restaurant möglichst im Januar wieder zu eröffnen, sagt er. Auch eine erneute Personalunion mit dem Seminarhotel, wie es vorher der Fall war, kann er sich vorstellen. Momentan sei man auf der Suche nach neuen Pächtern.

Die Veränderungen rund um das Restaurant F sind nicht die einzigen im Raum Ägeri/Menzingen: Auch im «Edlibacherhof» im gleichnamigen Edlibach steht ein Wechsel bevor. Dies nicht etwa, weil die Gäste ausgeblieben sind. Das Wirtepaar Margrit und Hanspeter Hegglin-Rohner wird bald pensioniert. «So ist es mehr als gerechtfertigt, dass wir uns rechtzeitig um eine Nachfolge bemühen», sagt Hanspeter Hegglin. Innerhalb der Familie habe man keine entsprechende Lösung gefunden. «Wir möchten die ganze Liegenschaft verkaufen.» Während 30 Jahren hätten sie «gerne und mit grossem Engagement» gewirtet. Die beiden werden so lange weiterarbeiten, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. «Das kann 2017 oder 2018 sein», erklärt Hegglin und ergänzt: «Natürlich hoffen wir, dass der ‹Edlibacherhof› als Restaurant weitergeführt wird.»

Wirte müssen sich etwas einfallen lassen

Vor gut einem Jahr eröffnete das Restaurant Pöstli-Asia gleich neben dem «Edlibacherhof» neu. Der asiatische Touch bei der Einrichtung und in der Küche sollte viele Leute anlocken. Pächter Hansruedi Mächler investierte viel und steht nun offenbar vor dem Aus – das «Pöstli» wird bald wieder leer stehen, wie aus der Szene zu erfahren ist. Mächler selber war für eine Stellung­nahme nicht zu erreichen.

Zwischen dem Ägerital und Menzingen geht das Kommen und Gehen der Restaurants weiter. Sieben Jahre führten Esther und Hugo Schuler das Restaurant Schmidtli in Neuägeri. Nun gehen sie in Rente. Wann genau der Schlüssel übergeben wird, steht noch nicht fest. Das Wirtepaar möchte keine nähere Auskunft geben. Weiter oben, in Oberägeri, geht zudem das Gerücht um, dass das Restaurant Lido ebenfalls bald zugehen wird. Da sei aber nichts dran, sagt Barbara Schneider, Präsidentin von Gastro Zug und ebenfalls Wirtin in Oberägeri.

Gemeinsam mit ihrem Mann Guido führt Barbara Schneider das Restaurant Rössli seit 20 Jahren. Sie weiss also, wovon sie redet, wenn sie sagt: «In der Gastronomie braucht es vor allem eins: Durchhaltevermögen.» Es sei immer wieder ein Auf und Ab, bestätigt Schneider. «Die Wirte müssen sich etwas einfallen lassen, Ideen haben, Events veranstalten und immer wieder offen für Veränderungen sein.» Und wie überall sonst auch sei es ratsam, auf Social Media zu setzen. «Wenn man die Leute erreichen will, dann so.» Das hätten sie und ihr Mann im Betrieb gemerkt.

Generell, erklärt Schneider, hätte es die Landgastronomie jedoch schwieriger als die Stadt­gastronomie. «Auf dem Land muss man aussergewöhnlich sein. Dann kommen die Leute.» In den Städten hingegen habe man mehr Laufkundschaft. Wobei das Ägerital selber ja auch viel zu bieten hat und die passende Umgebung für den Tourismus bietet. «An den schönen, nebelfreien Tagen merken wir das natürlich auch.» Nur darauf setzen könne man aber nicht. Nicht nur die Lage, sondern auch die Gäste würden eine entscheidende Rolle spielen. «Das Konsumverhalten hat sich stark verändert», sagt die Fachfrau. Früher hätten sich die Leute für das Mittagessen im Restaurant Zeit genommen. Heute gehe diese Zeit eher für Privates drauf. Genauso habe sich der Minimalkonsum verändert. «Wurde früher eine oder gar zwei Flaschen Wein bestellt, ist es heute oft einfach ein Glas», weiss die erfahrene Wirtin. «Man braucht also mehr Gäste, um das gleiche Ergebnis zu erhalten.» Bleibt zu hoffen, dass die Wirte der Zuger Bergregionen genügend Durchhaltevermögen zeigen.

Carmen Rogenmoser

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