BERUF: «Back to work» – mit neuen Angeboten

Im März findet in Zug zum zweiten Mal eine Informationsveranstaltung für Arbeit suchende Expats statt. Neu können Unternehmen im Rahmen eines Marktplatzes vor Ort über Stellen informieren, zudem wird ein Mentoring-Programm vorgestellt.

Christopher Gilb
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Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Jedes Jahr ziehen etliche Briten und Amerikaner in den Kanton Zug. Personen mit Englisch als Muttersprache stellen eine der grössten Ausländergruppen im Kanton. Oft ist der Grund für den Umzug der Familien, dass der Mann hier eine neue Stelle gefunden hat und die Frau ihn begleitet. Doch was passiert dann mit dieser Frau, die meist auch über eine gute Ausbildung oder berufliche Qualifikationen verfügt und vielleicht gerne berufstätig wäre?

Ihr dabei helfen, einen Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt zu finden, soll der «Back to work»-Anlass, der von der Fachstelle für Migration Zug (FMZ) letztes Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde. Dieser soll auch als Massnahme gegen den Fachkräftemangel dienen. 200 sogenannte Expats erfuhren in ihrer Heimatsprache, wie das Schweizer Arbeitsrecht überhaupt aussieht und wie man sich in der Schweiz richtig bewirbt. Überraschenderweise aber kamen nicht nur Frauen. «Rund 30 Prozent der Teilnehmer waren Männer», sagt Esther Dunn, Stellenleiterin der FMZ. Die Mehrheit dieser Männer sei wegen einer festen Stelle in die Schweiz gekommen, habe diese aber verloren und müsste sich jetzt zum ersten Mal hier bewerben. Andere würden damit rechnen, dies in naher Zukunft einmal tun zu müssen. Es seien aber auch Männer dabei gewesen, die mit ihrer berufstätigen Frau in die Schweiz gekommen seien und selbst noch keinen Kontakt zum hiesigen Arbeitsmarkt hatten.

Expats und Unternehmen zusammenbringen

«Was wir festgestellt haben, ist, dass die Teilnehmer zwar aufgrund der Referate eine gute Information erhielten, jedoch fehlte ihnen anschliessend der Raum für den Austausch zu den Themen», sagt Dunn. Dies habe sich daran gezeigt, dass die Referenten von den Besuchern geradezu mit Fragen bestürmt worden seien. Aus diesem Grund wurde das diesjährige Programm erweitert. Als Teil der Veranstaltung am 4. März soll ein kleiner Markt stattfinden, an dem Zuger Unternehmen an Tischen passende Angebote für die Veranstaltungsteilnehmer präsentieren können. «Wir denken dabei beispielsweise an Praktika oder Shadowing-Programme oder einfach freie Stellen», sagt Dunn. Das Konzept des Shadowing-Programms ist, das Interessierte einen Unternehmer einige Tage lang auf Schritt und Tritt begleiten, um Einblick in seine Arbeit und sein Tätigkeitsfeld zu erhalten.

Doch gibt es spezifisch im Kanton Zug noch nicht viele solcher Angebote. «Der Marktplatz soll natürlich auch hiesige Unternehmen motivieren, passende Angebote aufzubauen, und sie auch ermutigen, erst einmal das ungenutzte Potenzial der hiesigen Expats zu nutzen, bevor sie woanders auf Mitarbeitersuche gehen», sagt Dunn. Nebst Unternehmen hofft sie, dass sich auch Stellenvermittler am Markplatz vorstellen, Weiterbildungsinstitutionen oder Freiwilligenorganisationen. «Nicht jeder der Teilnehmer verfügt auch über eine Arbeitsbewilligung, sie können sich aber weiterbilden oder auch freiwillig engagieren», erklärt Dunn. Doch der Auftritt am Marktplatz hat seinen Preis, er kostet 500 Franken. «Müsste die Stelle oder das Angebot über andere Kanäle beworben werden, würde das auch etwas kosten», sagt Esther Dunn dazu. Und am Marktplatz hätten die Unternehmen zudem die Möglichkeit, potenzielle Kandidaten gleich persönlich kennen zu lernen. Ausserdem müsse die Veranstaltung bezahlt werden. «Der Anlass finanziert sich über die Teilnahmegebühr, welche dieses Jahr 50 Franken (Vorjahr 25 Franken) beträgt, das Sponsoring durch Unternehmen und neuerdings noch über den Markt», sagt Dunn.

Mentoren als Unterstützung bei der Stellensuche

Eine weitere Neuerung ist ein Mentoring-Programm, das sich derzeit im Aufbau befindet und am Anlass vorgestellt werden soll. «Die Idee dabei ist, dass die Personen von Freiwilligen Unterstützung bei ihrem Eintritt in den Schweizer Arbeitsmarkt erhalten. Solche Mentoren könnten beispielsweise gut selbst englischsprachige Frauen sein, denen es schon gelungen ist, eine Stelle zu finden und die aus eigener Erfahrung wertvolle Tipps geben können.» Wie letztes Jahr besteht die eigentliche Veranstaltung aber aus mehreren Referaten. «Das Einstiegsreferat ist eher zu etwas Trockenem. Das Thema aber ist sehr wichtig, es geht ums Arbeitsrecht in der Schweiz. Das zweite Referat dreht sich ums Thema Sozialversicherungen. Auch um die Frage, welche Auswirkungen eine Selbstständigkeit in der Schweiz hat», sagt Esther Dunn. In einem weiteren Referat werde die Bewerbungskultur in der Schweiz erklärt. «Für die meisten Expats käme es kulturell nie in Frage, bei den Bewerbungsunterlagen ein Passfoto von sich mitzuschicken, bei uns ist das aber obligatorisch. Solche entscheidenden Unterschiede sollen die Besucher am Anlass zu verstehen lernen.»

Hinweis

«Back to work» 2017: Samstag, 4. März, 9 bis 14 Uhr, im Kaufmännischen Bildungszentrum Zug.

www. Weitere Infos zum Anlass: zugerzeitung.ch/bonus