BERUFSSCHULE: Kiwi trifft auf Käse

Zuger Lehrlinge kochen in Neuseeland, ihre Berufskollegen in Zug. Von diesem Austausch profitieren aber nicht nur die künftigen Köche.

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Die vier Köche bereiten ein multikulturelles Festessen vor(v.l.): Blair Healy (Neuseeland), Stephanie Truddaiu, Brendon Adair (Neuseeland) und Marco Hunziker. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Die vier Köche bereiten ein multikulturelles Festessen vor(v.l.): Blair Healy (Neuseeland), Stephanie Truddaiu, Brendon Adair (Neuseeland) und Marco Hunziker. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Blair Healey schneidet Kiwis in Stücke und wirft diese dann in den Mixer. Hierzulande gilt die grüne Frucht mit dem Pelzmantel als exotisch. Für den 19-Jährigen sind Kiwis aber dasselbe wie für uns Äpfel: Sie wachsen überall. Healey absolviert in seiner Heimat Wanganui in Neuseeland die Ausbildung zum Koch. Die letzten fünf Wochen verbrachte er aber im Rahmen des Austauschs des Gewerblich-industriellen Bildungszentrums Zug (GIBZ) in Steinhausen. «Ich mag die Schweizer Küche», sagt Healey im typisch neuseeländischen Englisch.

Neben ihm steht Marco Hunziker aus Steinhausen. Die letzten fünf Wochen hat er seinen Platz in der Schweiz mit dem von Blair Healey in Neuseeland getauscht. «Der Austausch und besonders das Land haben mir sehr gefallen», sagt Hunziker. Neben der Schule hat der angehende Koch auch in einem Hotel in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, gearbeitet und an einem nationalen Kochwettbewerb teilgenommen. Sein Fazit: der erste Preis in der Kategorie Suppe und viele neue Eindrücke. 

Gute Leistungen und hohe Lernwilligkeit sind Voraussetzung
Seit zehn Jahren schickt die GIBZ jeweils zwei angehende Köche im dritten Lehrjahr für fünf Wochen nach Neuseeland. «Durchschnittlich 10 bis 15 Lernende bewerben sich pro Jahr für diesen Austausch», erklärt Hans Amberg, Kochfachlehrer und Leiter des Austauschprojektes. «Der Zulauf und das Interesse sind immer riesig, die Auswahl der beiden Glücklichen ist daher auch alles andere als einfach.» Berücksichtigt werden Lehrlinge, die schulisch starke Leistungen erbringen und eine hohe Lernwilligkeit zeigen. 

Die Idee für den Neuseeland-Austausch hatte der kürzlich verstorbene GIBZ-Rektor Hugo Nussbaumer. «Ein Kollege von ihm, der in Neuseeland als Bäcker arbeitet, lebte mal eine Weile lang in der Schweiz», erzählt Amberg. Als der Bäcker wieder in seiner Heimat war, hätten die beiden das Projekt aufgebaut. Der Kanton zahlt jährlich rund 10'000 Franken für den Austausch, die Mars Schweiz AG steuert nochmals rund die Hälfte dazu. Damit wird der Flug sowie die Kost und Logis für die beiden künftigen Köche aus Neuseeland finanziert.  

Marco Hunziker und Blair Healey haben mittlerweile den Kiwi-Cocktail fertiggestellt und widmen sich nun den Spareribs. «In der Schweiz sind die Küchen sehr modern ausgestattet», meint Healey, als er den Handmixer weglegt. Das prägendste Erlebnis habe er aber im Hertistadion erlebt. «Am Freitag schauten wir das Spiel EVZ - EHC Biel, das war genial. Ich habe das bisher nur am Fernsehen gesehen.»

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.