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«Bescheiden bleiben, ist wichtig»

Der 19-jährige Tobias Geisser wagt den Sprung über den grossen Teich und schliesst sich der Organisation der Washington Capitals an. Der Obwaldner unterschrieb in diesem Frühjahr einen Vertrag über drei Saisons.
Michael Wyss
Tobias Geisser verlässt den EV Zug Richtung Übersee und wechselt in die Organisation der Washington Capitals. (Bild: Michael Wyss (Zug, 16. Juni 2018))

Tobias Geisser verlässt den EV Zug Richtung Übersee und wechselt in die Organisation der Washington Capitals. (Bild: Michael Wyss (Zug, 16. Juni 2018))

«Ich will eines Tages in der National Hockey League spielen und den Stanley-Cup gewinnen.» Das waren die Worte des Engelbergers Tobias Geisser in einem früheren Interview mit dieser Zeitung. Und einem dieser Träume, nämlich Eishockeyprofi in Nordamerika zu werden, ist der sympathische Obwaldner einen grossen Schritt nähergekommen. Tobias Geisser hat in diesem Frühling bei den Washington Capitals, dem frischgebackenen Stanley-Cup-Sieger mit Superstar Alexander Owetschkin (32), einen Entry-Level-Vertrag unterzeichnet.

Dieser garantiert ihm drei Saisons bei den Washington Capitals (NHL) oder im Farmteam der Hershey Bears (AHL), die im zwei Stunden entfernten Pennsylvania spielen. «Wo ich spiele, hängt von meinen Leistungen ab. Das Ziel ist es natürlich, möglichst schnell in das NHL-Team zu kommen. Gut möglich ist, dass ich zuerst in der AHL beginne und so dann den Sprung mit guten Auftritten in die NHL schaffe. Die Konkurrenz ist gross. Es wird nicht einfach, das bin ich mir bewusst», weiss Geisser.

«Ich bin ein ruhiger Typ»

Tobias Geisser stand bereits mit vier Jahren auf dem Eis. Beim EHC Engelberg-Titlis besuchte der heute 19-jährige Klosterdörfler die Hockeyschule: «Ich war fortan begeistert, vom Eis, dem Stock, Puck und der Ausrüstung, wie mir meine Eltern sagten. So sehr hat mich das gepackt, dass ich von diesem Sport nicht mehr loskam», lachte Geisser. Seine weiteren Vereinsstationen waren nach Engelberg-Titlis, wo er unter anderem einige Jahre unter seinem Vater Marcel Geisser spielte, die Nachwuchsabteilung des HC Luzern und der EV Zug.

In der Saison 2016/17 schaffte der Verteidiger den Sprung in die Swiss League (ehemals NLB) zur EVZ Academy. In der letzten Saison wurde Geisser ins EVZ-Fanionteam (National League) berufen, wo er 43 Partien (38 Qualifikations- und fünf Playoff-Partien) absolvierte. Die Qualitäten von Geisser, der zwei U18- und eine U20-Weltmeisterschaft bestritt, aktuell der Schweizer U20-Nationalmannschaft angehört und im letzten Frühling von Trainer Patrick Fischer für die WM-Vorbereitung ein Aufgebot der A-Nationalmannschaft erhielt, blieben in der jüngsten Vergangenheit nicht unbemerkt.

Unter Vertrag beim Stanley-Cup-Gewinner

Sein Draft letztes Jahr (4. Runde; Nummer 120) war die logische Folge nach guten Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene. Tobias Geisser sagt dazu: «Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man sich in Übersee für meine Person interessiert. Das macht mich auch stolz, das ist klar. Dass ich beim Stanley-Cup-Gewinner nun unter Vertrag stehe und einem Owetschkin auf dem Eis oder in der Kabine begegne und mich mit ihm unterhalten kann, ist unbeschreiblich für mich.» Geisser ist trotz des Erfolges immer bescheiden geblieben, auf dem Boden der Realität. «Ich bin ein ruhiger Typ. Kann die Lage richtig einschätzen. Bescheiden bleiben, ist wichtig. Wer abhebt und den Boden der Realität verliert, fliegt eines Tages tief. Je höher du fliegst, desto härter wirst du fallen, besagt ein Sprichwort.»

Nur ein Drittel schafft den Sprung ins NHL-Team

Der 19-Jährige meint: «Ich freue mich auf das Abenteuer und die neue Herausforderung in Übersee. Es wäre natürlich schön, wenn ich die Chance bekäme, gleich in meinem ersten Jahr in der NHL zu spielen. Ich werde alles daran setzen, dass es mit einem Platz bei den Washington Capitals klappt.» Dass es nicht einfach wird, weiss der 194 Zentimeter grosse und 95 Kilogramm schwere Verteidiger. «Letztendlich sind es insgesamt 60 Spieler, die sich um einen Platz streiten. Und letztendlich schafft nur ein Drittel den Sprung ins NHL-Team. Die restlichen müssen sich in der AHL beweisen und wieder für die NHL empfehlen», so der Obwaldner.

Verbessern müsse Tobias Geisser, wie er selbst betont, das Körperspiel, das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive und umgekehrt, wie auch der mentale Bereich. «Es gibt in jedem Bereich Verbesserungsmöglichkeiten. Zufrieden kannst du nie sein. Das wird auch entscheidend sein, ob du vorwärtskommst oder nicht. Wer zufrieden ist, bleibt stehen. Das bedeutet auch Rückschritt. In der NHL musst du jeden Tag immer besser werden wollen und das auch zeigen, sonst bist du weg. Es geht schnell, denn viele Chancen bekommst du nicht», weiss der 19-jährige Verteidiger.

Bereits etwas NHL-Luft in Übersee schnupperte Geisser vor einem Jahr, als er zu einem Development-Camp eingeladen wurde. «Dort wurden alle Spieler, die von den Capitals gedraftet wurden, für ein einwöchiges Lager eingeladen. Das war interessant. Es ging um das Kennenlernen der Organisation, der Infrastruktur, es gab Vorträge über die Ernährung und was es benötigt, damit man sich in der grossen und weiten Welt des Eishockeys durchsetzen kann.»

Kontakt über Social-Medien

Die NHL-Saison startete Anfang Oktober. Was macht Geisser, der an der Sportmittelschule Engelberg die Matura abschloss, bis es soweit ist? «Ich gehe demnächst, nach dem ich die Sportler-Rekrutenschule beendet habe, ins Development-Camp nach Washington. Anfang September nehme ich an einem Rookie-Turnier in Florida teil. Dann folgt Mitte September ein erneutes Camp bei den Washington Capitals, wo das NHL-Team zusammengestellt wird und die Selektionen für den Kader erfolgen.» Und wie wird Tobias Geisser in Kontakt mit seiner Familie bleiben während seines USA-Aufenthalts? «Über die sozialen Medien werden wir kommunizieren. Da ich erst in Sommer 2019 wieder in die Schweiz komme, wenn die Saison beendet ist, wird mich meine Familie in Übersee besuchen. Darauf freue ich mich.»

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