Unterägeri: Beschwingte Klänge zum Jahresauftakt

Zum traditionellen Neujahrskonzert versammelten sich am Sonntag zahlreiche Besucher in der Aegerihalle. Das Orchester Liechtenstein-Werdenberg wusste mit vertrauter Filmmusik zu verzaubern.

Nils Rogenmoser
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Das Orchester Liechtenstein-Werdenberg hat bereits zum 7. Mal zu Neujahr in Unterägeri gespielt. (Bild: PD)

Das Orchester Liechtenstein-Werdenberg hat bereits zum 7. Mal zu Neujahr in Unterägeri gespielt. (Bild: PD)

Das Neujahrskonzert des Orchesters Liechtenstein-Werdenberg in der Aegerihalle stand unter dem Motto «Filmmusik». Stimmungstechnisch passend zum verschneiten Ägerital, sollten die Konzert-Besucher musikalisch verzaubert werden. So herrscht bereits vor Beginn ein reges Treiben – in geselligem Rahmen wird getrunken und nachgefragt, ob man denn gut ins neue Jahr gerutscht sei.

Nachdem die Instrumente des Orchesters Liechtenstein-Werdenberg (OLW) gestimmt sind und jeder an seinem Platz ist, bekommt das Publikum einen kurzen, aber verheissungsvollen Abriss des Programms. Das Ziel sei es, sich in die emotionale Welt der Filmgeschichte entführen zu lassen und den akustischen Aspekt des Films in den Vordergrund zu stellen. Sogleich schaffen es die Musiker, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Die weltberühmte Komposition «Rhapsody in Blue» wird von der der jungen Liechtensteiner Solistin Isa-Sophie Zünd am Klavier vorgetragen. Verblüffende Melodien mit Crescendi und Diminuendi wechseln sich dabei ab und sorgen für Applaus. Vertraute Klänge folgen, als das Orchester nacheinander «James Bond»-, «Star Wars»-, «Indiana Jones»- und «Herr der Ringe»-Medleys aufführt. So findet man sich beim Doppel-Null-Agenten des britischen Geheimdienstes oder in der mystischen Welt von Mittelerde wieder.

Das Stilmittel des «Non-Futurismus»

Die Moderatorin Clarissa Frommelt erklärt, dass insbesondere der Komponist John Williams etwa bei der «Star Wars»-Filmmusik auf das Stilmittel des «Non-Futurismus» zurückgegriffen habe. Vertraute Melodien bildeten einen Gegenpol zur fantastischen Welt, was einen besonders wirksamen Effekt erzielt. Das Orchester beweist Humor, indem sogar eine Schreibmaschine passend eingebaut wird. Abgerundet wird das Konzert mit dem Soundtrack der erfolgreichen Fantasy-Fernsehserie «Game of Thrones», die von Ramin Djawadi komponiert ist und insbesondere jüngeren Generationen bekannt sein dürfte.

Peter Möller ist Präsident des OLW und spricht dem Orchester grosses Lob aus: «Niemand ist Berufsmusiker – die unzähligen investierten Stunden zeigen, mit welcher Leidenschaft alle am Werk sind. Schön finde ich, dass wir keinerlei Nachwuchsprobleme haben und heterogen aufgestellt sind. Von jung bis alt und aus verschiedenen Nationen setzten wir uns zusammen.» Es sei heuer bereits der 7. Neujahrskonzert-Auftritt in Folge: «Jedes Jahr war mehr Publikum anwesend, hoffentlich geht dieser Trend weiter», so Möller mit einem Schmunzeln. Der freudigen Reaktion nach zu urteilen, dürfte es nicht der letzte Gastauftritt in Unterägeri gewesen sein.