Bestehende Chamer Schulstandorte sollen verdichtet werden

So soll in der Gemeinde der Schulraum langfristig weiterentwickelt werden.

Vanessa Varisco
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Arno Grüter (links, Vorsteher Bildung) und Rolf Ineichen befassen sich intensiv mit der Schulraumplanung.

Arno Grüter (links, Vorsteher Bildung) und Rolf Ineichen befassen sich intensiv mit der Schulraumplanung.

Bild: PD

Es ist eine einfache Rechnung: Mehr Schüler benötigen mehr Platz. Das ist auch in Cham der Fall. Das prognostizierte Wachstum der Gemeinde führt dazu, dass sie sich schon früh mit der Schulraumplanung auseinandersetzt. Denn das vorhandene Schulraumangebot stösst schon jetzt teilweise an seine Grenzen.

Wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt, haben der Gemeinderat sowie die Abteilungen Planung und Hochbau gemeinsam mit jener, die zuständig für Bildung ist, in den vergangenen Monaten intensiv zusammengearbeitet und eine Strategie für die Schulraumplanung entwickelt, welche «den Prognosen und Entwicklungen gerecht wird.» Rolf Ineichen, Vorsteher Planung und Hochbau, führt auf Anfrage die Schwierigkeit bei der Entwicklung einer solchen Strategie aus: «Die Herausforderung ist, abzuschätzen, wie die Zukunft aussieht. Wir können das bis zu einem gewissen Grad hochrechnen, doch dafür müssen wir auch gewisse Annahmen treffen.» Nichtsdestotrotz sei es wichtig, langfristig zu denken.

Provisorien und Neubauten

Konkret hat der Gemeinderat folgende Strategie festgelegt: Der Schulhauspavillion Röhrliberg soll ab dem Frühling 2021 durch Kindergarten und Primarschule belegt werden. Die Klassen der Oberstufe, die derzeit dort sind, werden dann das sanierte und erweiterte Schulhaus Röhrliberg 1 beziehen.

Um die aktuelle Schulraumsituation im Städtli zu verbessen und den erforderlichen Spielraum zu erreichen, soll in der Schulanlage Städtli ein Schulhausprovisorium für rund einen Klassenzug errichtet werden (neun Klassen bestehend aus zwei Kindergarten und sechs Primarklassen und einer Sonderklasse). Dieses Provisorium soll auch für vorgesehene Neu- und Erweiterungsbauten Ausweichmöglichkeiten bieten und nach 12 bis 15 Jahren zurückgebaut werden. Am Schulraumstandort Städtli 1 und 2 sollen Neu- und Erweiterungsbauten realisiert werden für insgesamt vier Klassenzüge, die modulare Tagesschule, ein Musikschulzentrum und eine Dreifachturnhalle. Dieses Projekt soll 2026/2027 starten, sodass die Bauarbeiten 2033/2034 abgeschlossen werden.

Chamer Peripherie wird berücksichtigt

Ein Projekt, das schon bald in Angriff genommen werden soll, ist der Neubau des Schulhaus Papieri. Platz finden könnten hier ein Klassenzug, die modulare Tagesschule sowie eine Turnhalle. Der Bezug ist geplant auf Beginn des Schuljahres 2026/2027, der Projektierungskredit über 2,8 Millionen Franken soll an der Gemeindeversammlung vom Dezember eingeholt werden. «Dieses Projekt bietet sich an, es voranzutreiben, da es eine leere Fläche ist, die wir bespielen können», erklärt Ineichen. Entstehen soll der entsprechende Neubau auf dem Grundstück der Gemeinde.

In etwas fernerer Zukunft ist die Sanierung und bedarfsgerechte Erweiterung des Schulhaus Kirchbühl 1. Jene soll ab dem Schuljahr 2033/2034 realisiert werden.

Auch die Chamer Peripherie wird berücksichtigt in der Schulraumplanung. Bei der Schulanlage Hagendorn sollen durch eine Erweiterung Kapazitäten für die modulare Tagesschule geschaffen werden und ausserdem die Turnhalle erweitert werden. Geplant ist das ab 2033/2034.

Der Überblick zeigt, dass in Cham an verschiedenen Standorten gleichzeitig weiterentwickelt wird, und vor allem an bestehenden Orten verdichtet. «Neuer Schulraum soll dort entstehen, wo Bevölkerungswachstum stattfindet.» Der Vorteil an dieser Schulraumplanung sei, dass man flexibel bleibe, betont Rolf Ineichen abschliessend.