Leserbrief

Bestimmt bin ich auch meinem «Ur-Menschen» näher

«Atemlos durch die Nacht», Ausgabe vom 21. Juli

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Ich habe mich über den Artikel bezüglich Joggen in der Nacht gefreut. Ich nutze diese Form der Bewegung sehr gerne. Das Gefühl ist ein ganz anders als am Tag. Weil ich gesundheitlich und altersmässig nicht (mehr) joggen kann, gehe ich im Sommer bei heissen Tagestemperaturen gerne in der Nacht mit meinem Hund auf Spaziergänge aller Art.

Die Qualität der Wahrnehmung meiner selbst und der Welt an und für sich ist ganz anders. Ich fühle mich fokussierter, meine Sinne sind geschärfter. Ich nehme Geräusche, Gerüche, das Licht und Dunkel, die Bodenbeschaffenheit und das Tau im Gras bewusst wahr. Ausserdem ist es angenehm kühler als am Tag. Ich spüre unterschiedliche Temperaturen im Gelände, jeder Lufthauch wird spürbar. Dies hat bestimmt mit den Lichtverhältnissen zu tun. Nachts sind wir auf andere Sinne, als das Sehen angewiesen. Bestimmt bin ich in der Nacht auch meinem «Ur-Menschen» näher.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich es nur empfehlen, immer wieder mal einen Nacht-Spaziergang zu machen, im Wald, auf offenem Feld, in der Stadt, im Park, in Agglomerationen. Es gibt dem Leben eine neue, verblüffende Dimension. Bleibt gesund und lasst euch nicht verunsichern!

Marcel Schneider, Cham