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BETREUUNG: Wenn Pflegende Ferien brauchen

Mehr als 200000 Menschen werden in der Schweiz zu Hause gepflegt. Doch was ist, wenn diejenigen, die diese Aufgabe übernehmen, Ferien brauchen? Im Kanton Zug gibt es diesbezüglich mehrere Angebote.
Christopher Gilb
Ein gefragtes Angebot: das Ferienzimmer im Alterszentrum Herti in Zug. (Bild: Maria Schmid (Zug, 3. Juli 2017))

Ein gefragtes Angebot: das Ferienzimmer im Alterszentrum Herti in Zug. (Bild: Maria Schmid (Zug, 3. Juli 2017))

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Familien wollen miteinander verreisen. Doch einige dieser Familien haben Verantwortung übernommen, in dem sie zu Hause ihre betagten Verwandten pflegen. Laut neueren Zahlen werden über 200 000 ältere Menschen in der Schweiz zu Hause gepflegt. Reger Betrieb herrscht deshalb gerade bei Home Instead, Region Zug, einem Anbieter für Alltagsbegleitung und Betreuung von Senioren zu Hause. «Derzeit gehen die Anfragen wegen der Sommerferien bei uns ein, manchmal kommen sie frühzeitig, manchmal aber auch erst wenige Tage vor Ferienantritt», sagt Ueli Fink, Geschäftsleiter der Niederlassung, die es seit eineinhalb Jahren gibt.

Das Thema Ferien sei für pflegende Angehörige eine Herausforderung, die ernst zu nehmen sei. Denn «das Betreuen und Pflegen von Angehörigen kann sehr anstrengend sein, deshalb sind Pausen, um sich selber zu regenerieren, wichtig», sagt Fink. Ihm selbst hätten pflegende Angehörige schon erzählt, dass sie aufgrund der Betreuung auf ihre Ferien verzichten und diese dann nachholen würden, sobald die zu betreuende Person ins Heim müsse oder versterbe. «So weit muss es doch nicht kommen», sagt Fink.

Viel Überzeugungs- arbeit nötig

Der Vorteil bei einem Dienstleister wie Home Instead liege darin, dass dieser individuell, kurzfristig und für einen bestimmten Zeitraum tätig werden könne. «Oftmals ist jedoch die betreute Person anfänglich der Ansicht, dass sie während der Ferienabwesenheit der Angehörigen gar keine Unterstützung benötigt. ‹Das schaffe ich schon selber›, heisst es dann.» Das könne zwar durchaus gut gehen. «Nichtsdestotrotz können die pflegenden Angehörigen ihre Ferien in diesem Fall nur bedingt geniessen, da sie die Sorge begleitet, ob zu Hause alles in Ordnung ist», so Fink. Home Instead hat verschiedene Betreuungsangebote, von wenigen Stunden bis 24 Stunden täglich. Eine Stunde kostet je nach Komplexität zwischen 44 und 53.50 Franken. Je nachdem, wie die Senioren versichert seien, würde ein kleiner oder grösserer Teil dieser Kosten rückerstattet, so Fink. Rund 30 Betreuerinnen und Betreuer arbeiten für die Niederlassung Zug. Allesamt leben in der Region. «Die grösste Hürde für uns ist, das Eis zu brechen, da sich viele Seniorinnen und Senioren schwertun, fremde Hilfe anzunehmen.» Deshalb sei es hilfreich, wenn sich beide Seiten schon vor Ferienbeginn kennen lernen würden.

Eine Alternative zur Betreuung zu Hause ist der Gang ins Ferienzimmer. Mehrere Altersheime im Kanton Zug bieten ein solches an. Doch die zwei Zimmer im Altersheim Martinspark in Baar sind für diese Sommer­ferienzeit schon ausgebucht. «Die Nachfrage für das Angebot ist vor allem während der Weihnachtszeit und der Sommer­ferien hoch», bestätigt Esther Pellegrini, die Leiterin der Bettendispo des Altersheims. Sie empfiehlt deshalb, frühzeitig wegen eines der Zimmer anzufragen. Wegen der hohen Nachfrage gebe es auch immer wieder Überlegungen, das Angebot auszubauen. Der Gang ins Altersheim, auch wenn nur kurz, sei für viele Senioren nicht einfach. «Anfänglich sind sie oft traurig, das ändert sich aber schnell», so Pellegrini. Die Kosten pro Tag für das Zimmer, das Essen und die Infrastruktur würden sich auf 159 Franken belaufen, dazu kämen dann aber noch die Pflegekosten, die von der Pflegebedürftigkeit der Person abhängig seien.

Fehlende Auslastung ausserhalb der Ferien

Auch das Alterszentrum Herti bietet ein Ferienzimmer an. Dieses ist aber für diese Sommer­ferien ebenfalls ausgebucht. «Wir machen uns auch immer wieder Gedanken darüber, zusätzliche Ferienzimmer einzurichten, aber es ist auch eine finanzielle Frage», sagt die Leiterin des Zentrums, Verena Bussmann-Stadelmann. Denn ausserhalb der Ferienzeiten sei das Zimmer oft weniger belegt, zudem mache der rege Wechsel der Zimmernutzer die Betreuung aufwendig. «Am Anfang muss man sich aneinander gewöhnen, und dann, wenn man sich gewöhnt hat, geht die Person wieder, und es kommt die nächste.» Dennoch würden aber zwischen den regulären Bewohnern und den Feriengästen immer wieder wertvolle Kontakte entstehen. Der Preis für das Ferienzimmer im Herti beläuft sich pro Tag auf 155 Franken für den Aufenthalt plus 25 Franken für die Betreuung. «Diese Beträge sind für jede Person gleich», so Bussmann-Stadelmann.

Kapazitäten für einen Ferienaufenthalt gibt es diesen Sommer beispielsweise noch im Pflegezentrum Ennetsee in Cham. «In Ergänzung zu unserer Tag-/Nachtstation bieten wir im Einzelfall Ferienbetten an», sagt Urs Karli, der Direktor der Hirslanden-Andreas-Klinik Cham-Zug, auf Nachfrage. «Wir haben für diesen Sommer noch Kapazitäten frei», ergänzt er. Einen Preis könne er jedoch nicht nennen, da dieser je nach Pflegebedürftigkeit stark variieren könne.

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