BETREUUNG: Wer mehr verdient, soll auch mehr bezahlen

Die Stadt Zug bietet Kinderbetreuung an. Zu günstig, glauben nun manche – und sehen davon die traditionelle Familie bedroht.

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Auch in Oberwil gibt es seit diesem Schuljahr Nachmittagsbetreuung. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Auch in Oberwil gibt es seit diesem Schuljahr Nachmittagsbetreuung. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Seit dem 18. August gibt es die offene Tagesschule in allen Stadtzuger Schulkreisen. Jetzt empört sich die SVP-Fraktion in einer Interpellation über den Preis des im Schulmodell integrierten fakultativen Betreuungsangebots: 125 Franken verlangt die Stadt derzeit als Pauschale für ein halbes Jahr. «Die Gebühr ist zu tief», sagt SVP-Fraktionschef Jürg Messmer. «Klar braucht es heute Betreuungsangebote. Und sicher gibt es Familien, für die ein so tiefer Beitrag gerechtfertigt ist.» Sinnvoll sei ein günstiges Angebot aber nur, wenn der Vater das Minimum verdiene und die Frau gezwungen sei, zu arbeiten.

Anders, so Messmer, verhalte sich das, «wenn der Vater monatlich 7000 Franken heimbringt und die Frau entscheidet, auch arbeiten zu wollen».
Das Stadtzuger System bevorzuge Eltern, die ihr Kind teilweise vom Staat erziehen liessen, finden die Interpellanten.

«Kein Tarif für die Betreuung»
Mit der Interpellation geht es der SVP-Fraktion aber auch darum, den Stadtrat an seinen Auftrag zu erinnern, das neue Gebührenreglement auszuarbeiten.

«Denn hier werden wir immer wieder vertröstet», beklagt sich Messmer. Anders hört sich das bei Stadtrat und Bildungschef Ulrich Straub an. Der Stadtrat habe vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) den Auftrag erhalten, bis im Frühsommer 2009 die Gebührenordnung zu überarbeiten und zu präsentieren. «Wir stecken hier in einem umfassenden Prozess», sagt er.

Sarah Kohler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Sonntag in der «Zentralschweiz am Sonntag»