BEVÖLKERUNG: Verdrängen reiche Ausländer Einheimische?

2854: So viele Ausländer haben sich im Jahr 2007 in Zug angesiedelt. Gleichzeitig hat der Kanton zum dritten Mal in Folge an Schweizer Bevölkerung verloren. Das weckt Befürchtungen.

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Die Stadt Zug. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue ZZ)

Die Stadt Zug. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue ZZ)

Während die Anzahl zugewanderter Schweizer in den letzten zehn Jahren Veränderungen unterworfen ist und sich keine generelle Entwicklung erkennen lässt, werden zwei Trends sichtbar: Die Anzahl eingewanderter Ausländer nimmt kontinuierlich zu und diejenige der abgewanderten Schweizer sukzessive ab. Im Jahr 2007, den neuesten publizierten Zahlen, sind es übers Ganze hinaus gesehen 497 Schweizer, die der Kanton so verloren hat, wie der «TagesAnzeiger» meldet. Gemäss dem alternativen Politiker Josef Lang «verdrängen Reiche Zuzüger die Zuger aus dem Zugerland».

Mittelstand im Nachteil
Generell habe der Kanton für den Mittelstand an Attraktivität verloren, wie auch die CS-Studie über das «frei verfügbare Einkommen in der Schweiz» belege ( Zum Artikel » ). Denn in Zug bliebe zahlreichen Einwohnern nach Abzug der hohen Wohnkosten und der Steuern wenig zum Leben übrig.

Dass immer mehr Expats – hochqualifizierte Ausländer – in den Kanton strömen, habe sich auch bei der Zuger Fachstelle für Migration bemerkbar gemacht, die früher vor allem Anlaufstelle für Joblose gewesen sei und nun mit Steueroptimierungsfragen konfrontiert werde. Inwiefern durch den Zuzug von Expats das soziale Leben verändert wird und wie dies zu beurteilen ist– darüber scheiden sich die Geister. Gemäss Regierungsrätin Manuela Weichelt würden sich diese nicht am Dorfleben beteiligen, ein Vorwurf, den auch bereits Lang geäussert hat ( Zum Artikel » ). CVP-Präsident Andreas Huwyler wiederum sieht das Ganze von der positiven Seite.

scd