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Bewegte 50 Jahre für den Werkhof Zug

Seit 1969 steht der Werkhof an seinem aktuellen Standort an der Göblistrasse.
Stephanie Hostettler
Josef Strickler (links), ehemaliger Werkhofmitarbeiter, geht mit Stadtingenieur Jascha Hager über das Areal. Bild: Maria Schmid (Zug, 8. Oktober 2019)

Josef Strickler (links), ehemaliger Werkhofmitarbeiter, geht mit Stadtingenieur Jascha Hager über das Areal. Bild: Maria Schmid (Zug, 8. Oktober 2019)

Betritt ein Besucher das Areal des Werkhofs an der Göblistrasse in Zug, ist es doch eher schwierig für diesen sich vorzustellen, dass sich die Anlage erst in den letzten 50 Jahren am heutigen Standort entwickelt hat. Die grossen Lagerschuppen, die riesigen Fahrzeuge, die orange- leuchtenden Anzüge der Mitarbeiter wirken wie ein schon immer an dieser Stelle dagewesener Betrieb. Dass der Werkhof vor mehr als 50 Jahren an einem anderen Ort gestanden hat, ist somit schwer vorstellbar.

Bis 1969 war der Werkhof an der Metallstrasse auf dem Areal der heutigen Überbauung «Laubehof» angesiedelt. Josef Strickler, ein langjähriger ehemaliger Mitarbeiter des Werkhofs, erlebte die Zeit noch, bevor der Werkhof umgesiedelt wurde. Er trat seine Stelle 1968 beim Bauamt im Laubenhof an. Viele besondere Erinnerungen verbindet er mit dem Werkhof Laubenhof – angefangen bei der alten Scheune mit der Laube unter dem Dach, der Werkstatt und der Schreinerei. Jeder Stadtarbeiter habe im Laubenhof seinen persönlichen Blechkasten für Regenkleider und die persönlichen Werkzeuge gehabt. «Es gab noch keinen gemeinsamen Aufenthaltsraum und ebenfalls fast keine motorisierten Hilfsgeräte», erinnert sich der 76-Jährige, der seit 2007 nicht mehr im Dienst ist. Anstellungsvoraussetzungen wie Schweizer Bürger, Diensttauglichkeit und ein guter Leumund hätten damals im Laubenhof eine Rolle gespielt. «Der Führungsstil für die Arbeiter war ebenfalls militärisch. An jedem Morgen wurde mit allen Arbeitern Rapport gemacht und die gemeinsamen Arbeiten wurden verteilt», erzählt Strickler.

Der Werkhof entwickelte sich an seinem damaligen Standort und es entstanden Platzprobleme. Also wurde 1969 das Gebäude an der Göblistrasse in Betrieb genommen. «Im neuen Werkhof hatte es Trocknungsräume für nasse Kleider, eine vom eigenen Personal betriebene Kantine, grosse und moderne Werkstätten sowie Garagen für alle Fahrzeuge. Das war eine wichtige und gute Veränderung damals, sowohl für den Werkhof als auch für uns Arbeiter», so Strickler. Zusätzlich gab es ab 1969 diverse Einlagerungsmöglichkeiten für Salz, Werkzeuge, Garnituren und Marktstände.

Josef Strickler war 38 Jahre im Dienst

In den folgenden Jahren veränderte sich die Anlage laufend. Es gab eine Aufstockung und der Fuhr- und Maschinenpark wurde mit der technischen Entwicklung und den Anforderungen der wachsenden Stadt erweitert. Josef Strickler war insgesamt 38 Jahre im Dienst der Stadt Zug. «Die Veränderungen des Werkhofs waren für mich sehr interessant. Es war fantastisch in so einem Betrieb zu arbeiten und jedes Jahr war abwechslungsreich», meint Strickler.

Im Vergleich zu früher hat sich viel verändert. Manche ursprüngliche Handarbeit lässt sich heute mit maschineller Unterstützung erledigen. «Der Werkhof versucht laufend die Effizienz der Arbeiten auszubauen. Dafür muss er eine Balance finden zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen der Bevölkerung. Die einen wünschen früh am Morgen, dass es bei ihren Plätzen sauber ist, die anderen fühlen sich durch den Lärm der Putzmaschinen gestört», sagt Jascha Hager, der seit 2016 Stadtingenieur von Zug ist.

Der Mitarbeiterbestand hat sich in den 50 Jahren nicht verändert. «Der damalige Bestand der Mitarbeiter lag etwa bei 60 bis 70 Arbeitern. Das ist erstaunlicherweise heute noch so, obwohl die Stadt grösser geworden ist und wir mehr Fahrzeuge und mehr Geräte haben», meint Hager. Mit dem Prozess der Mechanisierung und der Digitalisierung sind die Anforderungen an die Mitarbeiter bezüglich Maschinen und Computer gestiegen. «Auch der einstmals eher militärische Führungsstil hat sich verändert und ist moderner geworden. Am Morgen versammelt man sich für den Start in den Arbeitstag, für die wichtigsten Infos des Tages, dazu gehören auch Geburtstage der Mitarbeiter. Im Laufe des Tages gibt es nochmals kleinere Treffen der Vorarbeiter zur weiteren Organisation», erklärt Hager.

Heute ist der Werkhof Teil der Abteilung Tiefbau des Baudepartements. Die Mitarbeiter des Werkhofs erledigen den betrieblichen Strassenunterhalt, den Winterdienst, Kanalisationsunterhalt, Betrieb und Unterhalt von Sammelstellen, Ökihof, Ökibus, Unterhalt der öffentlichen Anlagen und Sportplätze sowie Verwaltung und Vermietung von Festmobiliar.

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