Kommentar

Bezahlbarer Wohnraum: eine Absage an den Zwang

Harry Ziegler zum Scheitern der Gesetzesinitiative «für bezahlbaren Wohnraum».

Harry Ziegler
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Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung»

Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung»

Die Zugerinnen und Zuger wollen keinen Systemwechsel in der ­Förderung günstigen Wohnraums. Das machten sie gestern mit der Ablehnung der Gesetzesinitiative «für bezahlbaren Wohnraum» der jungen Linksparteien klar. Das bedeutet, dass die gezielte Förderung bezahlbaren Wohnraums durch den Kanton genügt und dass damit im bestehenden Rahmen weitergemacht werden soll. Dem Zwang, in 20 Jahren 20 Prozent bezahlbaren Wohnraum schaffen zu müssen, wurde eine deutliche Absage erteilt.

Bei einer Stimmbeteiligung von unter 47 Prozent muss man das Interesse der Zugerinnen und Zuger an dieser Frage allerdings relativieren. Offenbar scheint das von den jungen Linksparteien ausgemachte Problem des Mangels an bezahlbarem Wohnraum von einer Mehrheit der Zuger Stimmbevölkerung nicht als solches wahrgenommen zu werden.

Immerhin, den jungen Politikerinnen und Politikern muss zugute­gehalten werden, dass sie, wenn schon nicht das Volk, so doch die im Kantonsrat vertretenen Parteien etwas durchgeschüttelt haben. Diese wollen – ihren gestrigen Aussagen nach unisono – den bisherigen Weg des Kantons in der Wohnraumförderung konsequent weitergehen.

An den Linksparteienist es nun, die weitere Umsetzung der bestehenden Wohnraumförderung im Kanton kritisch zu begleiten. Und wo nötig, den bürgerlichen Parteien auf die Finger zu klopfen.