Bienenmaterial wurde in Unterägeri illegal entsorgt

Der Zuger Bieneninspektor warnt vor verheerenden Folgen und mahnt Imker zur Vorsicht.

Désirée Hotz
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In Unterägeri machte eine Spaziergängerin am Freitag eine ungewöhnliche und unerfreuliche Entdeckung: Mehrere Bienenwaben wurden am Wegrand entsorgt. Die Frau kontaktierte sogleich den Veterinärdienst des Kantons, um den Vorfall zu melden. Hermann Villiger, Bieneninspektor des Kantons Zug, erklärt, weshalb diese Art der Entsorgung höchst problematisch und deshalb gemäss Tierseuchenverordnung auch illegal ist: «Bienen holen sich ihre Nahrung dort, wo sie am einfachsten zu bekommen ist, eben auch in solchen Waben. So können Krankheiten einfach verschleppt werden, wenn die Wabe kontaminiert ist.»

Das illegal entsorgte Bienenmaterial am Wegrand in Unterägeri.

Das illegal entsorgte Bienenmaterial am Wegrand in Unterägeri.

Bild: PD

Deshalb gelte bei etlichen Krankheiten eine Meldepflicht, an welche sich Imker halten müssen. Im Falle, dass eine meldepflichtige Krankheit ausbrechen sollte, ist dies nach der Tierseuchenverordnung der zuständigen Behörde zu melden. «Es besteht ein sehr hohes Risiko, so Seuchen zu verbreiten», meint Villiger und unterstreicht, dass dieser Vorfall keine Bagatelle sei: «Wir werden auch Strafanzeige erheben.»

Regelkonform: Bienenmaterial wird durch die Kehrichtverbrennung vernichtet

Muss ein Imker Bienenmaterial entsorgen, so sei er verpflichtet, das Material durch die Kehrichtverbrennung regelkonform zu vernichten. Besteht der Verdacht auf eine meldepflichtige Krankheit, ist das Bieneninspektorat beizuziehen. «Glücklicherweise ist der jetzige Vorfall ein Einzelfall», so Villiger. Zwar gebe es manchmal Fälle von nicht richtig verschlossenen Bienenkästen, aber ein solch grobes Vergehen sei im Kanton Zug eine Seltenheit. Bieneninspektor Villiger hegt einen Verdacht: «Vermutlich handelte es sich um einen Neu-Imker, der sich des richtigen Vorgehens nicht bewusst war.» Doch gelte dies nicht als Rechtfertigung, denn wer sich Bienenvölker zulegt, muss diese ebenfalls melden. Wichtig sei nun, dass sich alle Imker im Kanton ihren Pflichten bewusst sind. «Imker sollen die Vorsichtsmassnahmen ernst nehmen», betont Villiger, «Wir müssen das unbedingt im Griff behalten.» Denn wenn eine Seuche erst mal ausbricht, das durften ja auch wir Menschen in den letzten Monaten erfahren, ist es meist unglaublich schwer, diese zu bremsen und wieder auszurotten.