BIJOUTERIE: «Rolex ist auch bei Gangstern beliebt»

Adrian Rösselet verkauft teure Uhren und Schmuck. Ein Business, das auch Kriminelle anlockt – wie der Zuger jüngst am eigenen Leib erfahren hat.

Wolfgang Holz
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Seit 36 Jahren Bijoutier in Zug: Adrian Rösselet. Jüngst wurde er ausgeraubt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Seit 36 Jahren Bijoutier in Zug: Adrian Rösselet. Jüngst wurde er ausgeraubt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Gewalt hinterlässt Spuren. Wer derzeit ins Geschäft von Bijoutier Adrian Rösselet an der Zuger Ägeristrasse möchte, macht zuerst die Begegnung mit einem stämmigen Security-Mann. Dieser schliesst die Tür auf, bevor man das Reich der Luxusuhren betreten kann. «Ich habe mich zu dieser Massnahme entschlossen, bis ich mich wieder sicherer fühle», gesteht der Uhren- und Schmuckhändler ein. Kein Wunder. Der 63-jährige ist vergangenen Dienstag überfallen worden. «Ich bin jetzt seit 36 Jahren Bijoutier, und ich muss sagen – so etwas habe ich noch nicht erlebt. Der Job ist gefährlicher geworden.» Bisher suchten den Enkel von Arnold Rösselet, dem Gründer des Uhren- und Schmuckgeschäfts anno 1911, nur Einbrecher, Trick- und Kreditkartenbetrüger heim. Dass er nun brutal gefesselt und mit einer Waffe bedroht wurde, schockiert ihn. «Am meisten bewegt mich aber nicht der Überfall, sondern die Aussicht, dass den Räubern, wenn sie aufgrund der offenen Grenzen überhaupt geschnappt werden, wahrscheinlich keine harte Strafe droht.