Bilanz der Gebäudeversicherung: Brände haben 2019 in Zug mehr Schäden verursacht

Die Gebäudeversicherung Zug bezeichnet das vergangene Jahr im Gesamten dennoch als «unterdurchschnittliches Schadenjahr».

Andrea Muff
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Auch ein Fall für die Gebäudeversicherung: Am 1. Juni 2019 brannte dieses Haus in Unterägeri.

Auch ein Fall für die Gebäudeversicherung: Am 1. Juni 2019 brannte dieses Haus in Unterägeri.

Bild: Zuger Polizei

Wenn Stürme über das Land fegen, Dächer abdecken, herumfliegende Äste Fenster beschädigen oder Läden aus der Verankerung gerissen werden, sind die Schäden oft ein Fall für die Gebäudeversicherung. Das heisst, die Unwetter haben direkten Einfluss auf deren Erfolgsrechnung. Die Gebäudeversicherung Zug schliesst das vergangene Jahr mit einem Gewinn von knapp 1,9 Millionen Franken ab. Darin berücksichtigt sind Rückstellungen von insgesamt 9,2Millionen Franken.

Darin enthalten sind auch zusätzliche Abschreibungen im Hinblick auf die bevorstehende Realisierung des Bauprojekts «Gartenstadt». Der Schadenaufwand fällt mit insgesamt 5,38 Millionen Franken um 2,53 Millionen Franken tiefer aus als im Vorjahr. Deshalb wird das Jahr 2019 in der Mitteilung der Gebäudeversicherung als «ein unterdurchschnittliches Schadenjahr» bezeichnet.

Insgesamt entstanden bei 119 Bränden Schäden von 4,28Millionen Franken. Dies entspricht einer Zunahme der Schadensumme um rund 0,8Millionen Franken bei praktisch gleicher Anzahl Schäden. Richard Schärer, Direktor der Gebäudeversicherung Zug, erklärt:

«Sowohl ein Küchenbrand sowie Vollbrand eines Einfamilienhauses fliessen beide als je ein Ereignis in die Anzahl-Statistik ein.»

Der Schaden bei einem Vollbrand eines Einfamilienhauses könne jedoch um ein Vielfaches höher als bei einem relativ kleinen Küchenbrand sein. «Im 2019 war es tatsächlich so, dass wir im Vergleich zum Vorjahr mehr grosse Ereignisse hatten», sagt Schärer weiter. Die grössten Brandschäden ereigneten sich in den Zug, Baar, Cham, Unterägeri und Menzingen.

Von Elementarereignissen verschont geblieben

Im Bereich der Elementarschäden – jene, die durch das Wirken der Natur verursacht werden – blickt die Gebäudeversicherung Zug auf ein ruhiges Jahr zurück. Im Spätfrühling 2019 führten einige Unwetter zu lokalen Schäden aufgrund von Hochwasser und Überschwemmung. Von grossflächigen Hagelzügen blieb der Kanton Zug im vergangenen Jahr verschont. Insgesamt verzeichnete die Gebäudeversicherung 451 Elementarschäden mit einer Schadensumme von 1,1 Millionen Franken, was ein Rückgang von 3,3 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Per Ende 2019 sind 25148 Gebäude (eine Zunahme von 54 Gebäuden) mit einem Versicherungswert von 49,72 Milliarden Franken bei der Gebäudeversicherung versichert. Der Wertzuwachs gegenüber dem Vorjahr beträgt rund 753 Millionen Franken. Die Prämie von 60 Rappen pro tausend Franken Versicherungskapital blieb unverändert. Gegenüber dem Vorjahr stiegen auch die Bruttoprämieneinnahmen um rund 260000 Franken auf 31,24 Millionen Franken. Die Gelder werden den Bereichen Versicherung und Prävention sowie Intervention zugewiesen.

Verbesserungspotenzial bei der Digitalisierung

Die Gebäudeversicherung Zug rechnet aufgrund aktueller Entwicklungen und Studien damit, dass künftig sowohl die Anzahl als auch Schäden bei Elementarereignissen zunehmen werden. «Dies wird direkte Auswirkungen auf die Gebäudeversicherung haben. Das ist auch der Grund, weshalb wir künftig verstärkt in der objektbezogenen Elementarschadenprävention tätig sind», erklärt Richard Schärer. Weiter sieht der Direktor die Wahrnehmung der Gebäudeversicherung Zug nach aussen als «verbesserungsfähig» an. «Wir müssen unseren Kunden und Geschäftspartnern besser erklären können, weshalb wir was wie machen», fügt Schärer hinzu. Dies sei eine permanente Herausforderung.

Die gegenwärtige Coronakrise habe zudem gezeigt, «dass wir uns bei der Digitalisierung noch verbessern können.» Schärer präzisiert: «Wir analysieren, wo wir welche Prozesse entsprechend optimieren können.» Denn die aktuelle Situation gehe nicht spurlos an der Gebäudeversicherung vorbei. «Allerdings sind die Auswirkungen natürlich viel weniger dramatisch als beispielsweise für typische KMU-Betriebe», ist sich Schärer bewusst. So habe man im März einen generellen Mahnstopp für ausstehende Rechnungen erlassen und die Zahlungsfrist auf 180 Tage erhöht.