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BILATERALE: Die besten Köpfe gibt es nur weltweit

In der öffentlichen Gesprächsrunde am diesjährigen Tag der Zuger Wirtschaft ging es um die bilateralen Verträge mit der EU. Vier Vertreter aus der Pharmabranche und ein Hochschulpräsident haben erklärt, wieso diese «unverzichtbar» sind.
Christopher Gilb
Von links: Lino Guzzella, Ludo Ooms, Olaf Weppner, Annette Luther, André Wyss, Katja Gentinetta. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 28. März 2017))

Von links: Lino Guzzella, Ludo Ooms, Olaf Weppner, Annette Luther, André Wyss, Katja Gentinetta. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 28. März 2017))

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Wäre das Referendum gegen den Umsetzungsvorschlag der Masseneinwanderungsinitiative zu Stande gekommen, wäre die öffentliche Gesprächsrunde am diesjährigen Tag der Zuger Wirtschaft unter einem anderen Stern gestanden. Denn dann hätte möglicherweise der Verlust der Bilateralen mit der EU gedroht. Doch es kam nicht zu Stande. So konnten sich die vier Vertreter der Pharmabranche und der Präsident der ETH Zürich in der gut gefüllten Chollerhalle mit einer gewissen Gelassenheit zum Thema «Wirtschaftliche Offenheit – Schweiz quo vadis?» austauschen.

In seiner Rede vor der Gesprächsrunde hatte der Zuger Wirtschaftsdirektor Matthias Michel die Problemlage schon auf den Punkt gebracht: «Das Bekenntnis zur wirtschaftlichen Offenheit strahlt eine Selbstverständlichkeit aus, die heute wohl noch bei Ökonomen, nicht aber mehr beim Stimmvolk selbstverständlich ist.»

«Wir würden Schweizer mit Handkuss nehmen»

Als Einstiegsfrage wollte die Moderatorin Katja Gentinetta von der Runde wissen, ob sie die Schweiz als offen erleben. Alle bejahten die Frage. Ludo Ooms, Managing Director Switzerland-Austria bei der Janssen-Cilag AG in Zug, antwortete, dass die Schweizer ihn im positiven Sinne an die Bewohner seiner Heimat Flandern erinnern: «Ruhig und reserviert, und sie denken erst nach, bevor sie etwas sagen.» Auch der Deutsche Olaf Wepp­ner, General Manager bei der AppVie AG in Baar, ist von der Schweiz begeistert. «Wir haben zwar im Voraus Informationen über potenzielle Schwierigkeiten erhalten, es war aber ganz anders.» Er lobte, die für Private wie Unternehmen «sehr serviceorientierten Behörden». Im Verlauf des Gesprächs zeigte sich, dass alle vertretenen Pharmaunternehmen eines gemeinsam haben: Sie sind auf ausländisches Personal angewiesen. «Wir nehmen Schweizer Absolventen mit Handkuss. Für uns ist es weniger aufwendig, hiesiges Personal einzustellen, statt aus dem Ausland zu holen; aber in der Schweiz gibt es einfach Engpässe bei dem hoch qualifizierten Personal», sagte Annette Luther, General Manager Roche Diagnostics International AG in Rotkreuz. «Für unsere Forschungsbereiche gibt es keinen Arbeitsmarkt, es herrscht ein internationaler Kampf um die besten Talente, den wir mit allen legalen Mitteln bestreiten», ergänzte Weppner. Und weil es keinen Arbeitsmarkt gebe, waren sich die Teilnehmer einig, sei man auch vom Inländervorrang light nicht tangiert.

Wieso nicht die ETH vierfachen?

Und wenn die Personenfreizügigkeit doch eingeschränkt wird? Laut André Wyss, dem Länderpräsident von Novartis Schweiz, wäre es dann schwierig, die Hauptstützpunkte für die einzelnen Forschungsbereiche von Novartis in der Schweiz zu behalten. Denn an deren Spitze müssten die besten Köpfe auf diesem Gebiet weltweit stehen. Alle der anwesenden Unternehmensführer haben in ihren Betrieben in der Schweiz jedoch mehrheitlich Schweizer Angestellte. Ob es nicht möglich sei, die ETH in ihrer Grösse einfach zu verdrei- oder -vierfachen, um den Bedarf aus dem Inland zu decken?», wollte die Moderatorin von ETH-Präsident Lino Guzzella wissen. «Dies wäre eine enorme finanzielle Belastung. Eine Universität auf diesem Niveau lässt sich nicht aus dem Boden stampfen», antwortete dieser. Doch bei den Bilateralen geht es nicht nur um den Personenverkehr: «Ohne diese bräuchten wir statt einer gemeinsamen Zulassung 40 oder 50 Einzelzulassungen für den EU-Raum, das wäre ein Kostenfaktor», erklärte Wyss. Ein weiteres Problem seien gemäss Annette Luther die CE-Kennzeichnungen. «Ist ein Produkt in der EU zertifiziert, ist es dies auch in der Schweiz. Die Schweiz hätte gar keine Kapazitäten, jedes Produkt zu testen. Es zu machen, würde viel Steuergelder kosten.

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