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BILDENDE KUNST: Signer erinnert auch an Katastrophe

Die Stadt Zug ist um eine künstlerische Attraktion reicher: Der Appenzeller Bildhauer Roman Signer hat bei der Seepromenade seine Stahlskulptur "Seesicht" im See versenkt.
Die Skulptur «Seesicht» des Künstlers Roman Signer wurde am Dienstag am Zuger Vorstadtufer zu Wasser gelassen. Taucher Miklos Erismann (links) verschraubte und verzurrte das Kunstwerk mit Fenster. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Skulptur «Seesicht» des Künstlers Roman Signer wurde am Dienstag am Zuger Vorstadtufer zu Wasser gelassen. Taucher Miklos Erismann (links) verschraubte und verzurrte das Kunstwerk mit Fenster. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Künstler Roman Signer in seiner Skulptur «Seesicht» – fünf Meter unter Wasser. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Künstler Roman Signer in seiner Skulptur «Seesicht» – fünf Meter unter Wasser. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Erste Besucher nehmen einen Augenschein. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Erste Besucher nehmen einen Augenschein. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Fische lassen sich wunderbar beobachten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Fische lassen sich wunderbar beobachten. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Das Kunstwerk ist fest verankert. (Bild: PD)Das Kunstwerk ist fest verankert. (Bild: PD)
Es sind alle gespannt und schauen durch das kleine Fenster, diskutieren, fotografieren und wundern sich über die «Tür ins Nichts». (Bild: Leser Balz Auf der Maur)Es sind alle gespannt und schauen durch das kleine Fenster, diskutieren, fotografieren und wundern sich über die «Tür ins Nichts». (Bild: Leser Balz Auf der Maur)
Das Kunstwerk wird am 26. Mai im See versenkt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Das Kunstwerk wird am 26. Mai im See versenkt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Beim Zuger Vorstadtufer wurde das Kunstwerk zu Wasser gelassen. Taucher Miklos Erismann (links) verschraubte und verzurrte das Kunstwerk mit Fenster. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Beim Zuger Vorstadtufer wurde das Kunstwerk zu Wasser gelassen. Taucher Miklos Erismann (links) verschraubte und verzurrte das Kunstwerk mit Fenster. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Künstler Roman Signer verfolgt die Installation seines Werkes. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Künstler Roman Signer verfolgt die Installation seines Werkes. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZBild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZBild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
Die Kunstinstallation "Seesicht" von Roman Signer wird am 26. Mai 2015 am Zuger Vorstadtquai installiert. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Die Kunstinstallation "Seesicht" von Roman Signer wird am 26. Mai 2015 am Zuger Vorstadtquai installiert. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Von hier kann man künftig per Treppe in die Tiefe steigen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Von hier kann man künftig per Treppe in die Tiefe steigen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZBild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZBild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZBild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZBild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
V.l.n.r.: Richard Meier (Präsident Kunstgesellschaft), Künstler Roman Signer und Matthias Haldemann (Direktor Kunsthaus) begutachten die Aktion. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)V.l.n.r.: Richard Meier (Präsident Kunstgesellschaft), Künstler Roman Signer und Matthias Haldemann (Direktor Kunsthaus) begutachten die Aktion. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Künstler Roman Signer verfolgt die Installation seines Werkes. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Künstler Roman Signer verfolgt die Installation seines Werkes. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Kunsthaus Direktor Matthias Haldemann und Künstler Roman Signer. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Kunsthaus Direktor Matthias Haldemann und Künstler Roman Signer. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZBild: Stefan Kaiser / Neue ZZ
Künstler Roman Signer verfolgt die Installation seines Werkes. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))Künstler Roman Signer verfolgt die Installation seines Werkes. (Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ))
Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ)Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ)
Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ)Bild: Stefan Kaiser (Neue ZZ)
17 Tonnen schwer ist die Konstruktion aus rostfreiem Stahl, hier im Bau Mitte Mai. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)17 Tonnen schwer ist die Konstruktion aus rostfreiem Stahl, hier im Bau Mitte Mai. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Berufstaucher Miklos Erismann geht für Roman Signers Skulptur «Seesicht» am 18. Mai ins Wasser. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Berufstaucher Miklos Erismann geht für Roman Signers Skulptur «Seesicht» am 18. Mai ins Wasser. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Arbeiter versenken am 18. Mai Pfähle im See, die das Fundament der Treppeninstallation stützen sollen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Arbeiter versenken am 18. Mai Pfähle im See, die das Fundament der Treppeninstallation stützen sollen. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
«Diese Stahlröhren stabilisieren in 6 Metern Wassertiefe die vier Holzpfähle, die 20 Meter weit in den Seegrund getrieben worden sind», sagt der Bauführer von der Spezialfirma JMS Risi. Auf diese Stahlfundierung kommt dann noch ein 15 Tonnen schweres Gewicht zu liegen damit die Unterwasserplattform wie eine Eins steht und nicht wackelt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)«Diese Stahlröhren stabilisieren in 6 Metern Wassertiefe die vier Holzpfähle, die 20 Meter weit in den Seegrund getrieben worden sind», sagt der Bauführer von der Spezialfirma JMS Risi. Auf diese Stahlfundierung kommt dann noch ein 15 Tonnen schweres Gewicht zu liegen damit die Unterwasserplattform wie eine Eins steht und nicht wackelt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Das ist wichtig. Denn auf diese Plattform wird dann die geschlossene Stahltreppe mit Fensterscheibe fixiert jene Installation «Seesicht» des renommierten Schweizer Künstlers Roman Signer. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)Das ist wichtig. Denn auf diese Plattform wird dann die geschlossene Stahltreppe mit Fensterscheibe fixiert jene Installation «Seesicht» des renommierten Schweizer Künstlers Roman Signer. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)
Container vom Kunsthaus Zug mit der Ausstellung Seesicht. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)Container vom Kunsthaus Zug mit der Ausstellung Seesicht. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Visualisierung des Kunstwerks (Bild: PD)Visualisierung des Kunstwerks (Bild: PD)
30 Bilder

Roman Signers «Seesicht» in Zug

Anlass der spektakulären Aktion ist das 25-jährige Bestehen des Kunsthauses Zug. Das 1990 eröffnete Museum verfügt über eine umfassende Sammlung. Dazu gehört auch - in Form der Schenkung Christine und Peter Kamm - die umfassendsten Museumsbestände mit Werke des 1938 geborenen Roman Signer.

Zu seinem Jubiläum zeigt das Museum in einer Kabinett-Ausstellung an der Rigiecke (Kunsthaus Zug mobil) Teile der Sammlung Signer: eine neue Videoarbeit, ein Modell sowie Werke zum Thema Wasser. Im Museum selbst ist eine Gruppe von Projektskizzen des Künstlers zu sehen.

Blick in den Wasserkörper

Die Aktion "Seesicht" ist von langer Hand geplant. Realisiert wurde sie in den letzten fünf Jahren in Absprache mit den Behörden von Kanton und Stadt sowie mit lokalen Firmen, ging es doch darum die dafür notwendigen 450'000 Franken sicherzustellen.

Am kommenden Sonntag ist Einweihung. Dann kann die Skulptur von der Bevölkerung erstmals begangen werden. Die 17 Tonnen schwere begehbare Stahltreppe führt unter den Wasserspiegel und eröffnet durch ein Fenster den Blick in den See. Signer wechselt also gewissermassen die Perspektive. Die See- und Alpensicht ergänzt sein Naturobservatorium durch den Blick hinab in den Wasserkörper.

Erinnerungsarbeit

Die Verbindung zum Seegrund erinnere aber auch an die Zuger Seeuferkatastrophe von 1887, dies ganz im Sinn des Künstlers, wie das Kunsthaus Zug in seiner Medienmitteilung schreibt. Damals versank ein Teil der Vorstadt im See, elf Menschen fanden den Tod. Noch heute liegen die Trümmer in der Nähe der nun versenkten Skulptur. Signer versteht seine Skultur somit auch als eine Form der Erinnerung an eine Katastrophe, die in Vergessenheit geraten ist.

Zum Jubiläumsfest vom Sonntag offeriert das Kunsthaus ein reichhaltiges Programm. Unter anderem liest der Zuger Schriftsteller Thomas Hürlimann für Roman Signer aus seiner Novelle "Fräulein Stark". Signer hat die authentische Figur in St. Gallen noch persönlich gekannt, wie das Kunsthaus weiss. (sda)

Die Stahlskulptur "Seesicht" von Roman Signer wird im Zugersee versenkt. (Bild: Kunsthaus Zug)

Die Stahlskulptur "Seesicht" von Roman Signer wird im Zugersee versenkt. (Bild: Kunsthaus Zug)

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