Baar: Bilder, die positive Akzente setzen

Es sind verrückte kleine Welten: Mit seinen Bildern und Objekten erzählt der Menzinger Künstler Sepp von Rotz heitere Geschichten.

Monika Wegmann
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Die Werke von Sepp von Rotz (77) versprühen den feinen Schalk, den der Menzinger Künstler in sich trägt. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 14. März 2019)

Die Werke von Sepp von Rotz (77) versprühen den feinen Schalk, den der Menzinger Künstler in sich trägt. (Bild: Stefan Kaiser, Baar, 14. März 2019)

Noch immer liebt Sepp von Rotz die kräftigen Farben, die auf fast allen seinen Werken anzutreffen sind. So auch in der Schmuck-Galerie Moser in Baar, wo er derzeit Malereien aus verschiedenen Jahren sowie Holzobjekte ausstellt. Zu den älteren Bildern gehört das fröhliche Zirkusmotiv im Fenster. Ähnlich fantasiereich sind die neuen kleinformatigen Acrylbilder oder Aquarelle, die heitere Geschichten von Tänzern, Engeln oder Tieren erzählen. Auf einem dieser Werke hat sich der Menzinger Künstler selber mit einer Blume verewigt. «Die kleinen Bilder zeigen bewusst lustige und fröhliche Motive. Ich setze hiermit ­einen positiven Akzent in unsere heutige Welt, die nicht immer so lustig ist», sagt Sepp von Rotz (77) bei einem Rundgang.

Sein bevorzugter Malgrund ist auch bei den abstrakten Sujets die Leinwand, die er mit Acrylfarben gestaltet. Auf dem grossen, in Rottönen gehaltenen Werk «Landschaft» fällt der schmale, himmelblaue Streifen sofort auf. «Er stellt das Fenster dar, durch das man in die Landschaft sehen kann», sagt der Künstler, dessen Arbeiten ein breites Spektrum aufweisen. Er sei noch immer ­regelmässig aktiv. «Neuerdings zeichne ich mit einem feinen Stift minutiös eine verrückte kleine Welt. Die Motive mit den kleinen Geschichten entstehen bei mir immer ganz spontan.»

Sein Schalk, der ihn seit jeher auszeichnet, kommt auch bei den Malereien auf den meist gefundenen Holzstücken, die er wie hier zu einem Fisch umgestaltet, oder der Büste «Marie» zum Ausdruck. So hat Sepp von Rotz im alten ­Zuger Gefängnis, bevor es abgerissen wurde, in einer Zelle eine Schublade gefunden. Durch seine Bemalung erhielt sie ein neues ­Innenleben und wurde zu einem Kunstobjekt umfunktioniert. Und solche Ideen hat er immer wieder und lebt sie weiterhin aktiv aus.

Sepp von Rotz besuchte nach seiner Lehre als Bauzeichner die Kunstgewerbeschule Luzern. Seit 1972 ist er als freischaffender Künstler tätig, er lebt in Menzingen. Seine Werke zeigte er im In- und Ausland. Zudem initiierte er das Kunstkonzept der Strafanstalt Zug und erhielt verschiedene Aufträge für Kunst-am-Bau-Projekte.

Die Ausstellung «Objekte und Malerei» von Sepp von Rotz in der Schmuck-Galerie Brigitte Moser, Dorfstrasse 27, in Baar läuft bis 27. April.