BILDUNG: Gute Noten für Gemeinden und Schulen

Zum zweiten Mal überprüfte die Schulaufsicht der Bildungsdirektion Privatschulen und Schulen der Gemeinden. Nur in einem einzigen Fall musste als Folge der Prüfungen nachgebessert werden.

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Blick in das Schulhaus Hofmatt in Oberägeri, das im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. (Bild: Werner Schelbert)

Blick in das Schulhaus Hofmatt in Oberägeri, das im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. (Bild: Werner Schelbert)

Seit letztem Schuljahr durchleuchtet die Abteilung Schulaufsicht der Bildungsdirektion die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und kantonalen Vorgaben an den gemeindlichen und privaten Schulen des Kantons Zug zusätzlich zu den bestehenden Verfahren auf offensiv-systematische Weise.

Im Anschluss an die Überprüfung beantragt sie allenfalls notwendige Massnahmen. Für Bildungsdirektor Stephan Schleiss ist die aktive Schulaufsicht ein wichtiges Führungsinstrument. Er lässt sich in einer Medienmitteilung wie folgt zitieren: «Wer Vorgaben macht, muss auch Kontrollen machen.»

Schulfreie Halbtage werden eingehend überprüft

In diesem Schuljahr prüfte die Schulaufsicht, ob die Schulkommissionen der einzelnen Gemeinden maximal acht schul- und unterrichtsfreie Halbtage, sei es für lokale Feiertage, lokale Veranstaltungen oder schulinterne Weiterbildungen, festgelegt haben. Als «schulfreie» Halbtage gelten jene Tage, an denen weder Unterricht noch sonst eine schulische Veranstaltung stattfindet. An «unterrichtsfreien» Halbtagen haben nur die Schülerinnen und Schüler frei, wogegen die Lehrer an Veranstaltungen teilnehmen. Der Kantonsrat und der Regierungsrat haben sich verschiedentlich dazu geäussert, dass das maximal zulässige Kontingent von acht Halbtagen pro Schuljahr nicht überschritten werden darf.

Weiter überprüfte die Schulaufsicht die Auswirkung des Kantonsbeitrages an das Schulgeld von Zuger Schülern an den Privatschulen. Den anerkannten Privatschulen im Kanton Zug gewährt der Kanton Beiträge, dies insbesondere, um die Schulgeldbeiträge der Zuger Eltern zu reduzieren. Mindestens 50 Prozent des Kantonsbeitrages müssen jeweils den Eltern von Zuger Schülern zugutekommen. Die Schulaufsicht überprüfte nun stichprobenartig, ob die entsprechenden Auszahlungen beziehungsweise Schulgeldreduktionen tatsächlich erfolgten und ob diese auch transparent gemacht wurden.

Eine Abweichung ist entdeckt worden

In zehn der elf Gemeinden wurden die gesetzlichen Vorgaben vollumfänglich eingehalten. In einer Gemeinde wurde eine Abweichung festgestellt, die sich allerdings nicht auf das zulässige Kontingent an schul- und unterrichtsfreien Halbtagen bezog, sondern auf die Umsetzung. Auf Ersuchen der Schulaufsicht beschloss die zuständige Schulkommission bereits im November 2016 eine entsprechende Korrektur. Damit setzen alle Zuger Gemeinden die kantonalen Vorgaben vorschriftsgemäss um. Bei der Analyse der Begründungen für die freien Halbtage fällt auf, dass nur noch eine Gemeinde zwei Halbtage aufgrund eines lokalen Feiertages als schulfrei erklärt, nämlich die Stadt Zug den Michaelstag. Die freien Halbtage werden fast ausschliesslich wegen schulinterner Weiterbildungen (SchilW) und lokaler Veranstaltungen beschlossen. Spitzenreiter bei den lokalen Veranstaltungen ist die Fasnacht. Dieses Brauchtum erfreut sich grosser Beliebtheit. In neun Gemeinden werden vier Halbtage, in einer Gemeinde gar fünf Halbtage dafür eingesetzt. In einer Gemeinde fällt die Schule wegen der Fasnacht nur an zwei Halbtagen aus. Fällt die Fasnacht in die Sportferien, erhöht sich aus diesem Grunde der Spielraum für schulinterne Lehrerweiterbildungsveranstaltungen in den Gemeinden.

Schulen kooperieren mit den Prüfinstanzen

Im Schuljahr 2016/17 wurde das Verfahren der systematischen Überprüfung der gemeindlichen und privaten Schulen zum zweiten Mal durchgeführt. Das Verfahren scheint verankert und als fester Bestandteil des Qualitätsmanagements an den gemeindlichen Schulen Fuss gefasst zu haben. Bilanzierend hält der Leiter der Abteilung Schulaufsicht, Markus Kunz, fest: «Die offensiv-systematische Überprüfung der Schulaufsicht bewährt sich.» Weiter hält Kunz fest, dass die gemeindlichen und privaten Schulen in hohem Masse kooperationsbereit gewesen seien und sehr gut mit der Schulaufsicht zusammengearbeitet hätten. Die Erfüllung der Vorgaben durch Gemeinden und Privatschulen sei äusserst erfreulich. (red)