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BILDUNG: Im Ennetsee in Verzug

Der Kanton Zug arbeitet an der Senkung der Eintrittsquote des Langzeitgymnasiums. Das ist aber nicht die einzige Baustelle.
Harry Ziegler
Blick auf das Schulraumprovisorium an der Kantonsschule Zug. Bild: Werner Schelbert (Zug, 15. April 2016)

Blick auf das Schulraumprovisorium an der Kantonsschule Zug. Bild: Werner Schelbert (Zug, 15. April 2016)

Wie viel Mittelschule braucht der Kanton Zug? Diese Frage kann zurzeit nicht schlüssig beantwortet werden. Die Antwort hängt laut Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss von zahlreichen Faktoren ab. Sicher ist, dass der Kanton Zug im Schnitt eine höhere Maturitätsquote aufweist als die Schweiz.

Der Regierungsrat hat sich zu den verschiedenen Quoten im Kantonsschulbereich bereits mehrfach geäussert. Angestrebt wird eine möglichst hohe Maturitätsquote. Die Maturitätsquote umfasst beide Wege, Berufsmatura und gymnasiale Matura. Bei der gymnasialen Matura will man im schweizerischen Durchschnitt bleiben – also dort, wo man heute ist. Eingreifen hingegen möchte die Regierung bei der Eintrittsquote des Langzeitgymnasiums, weil diese seit Jahren einen ungebrochenen Trend nach oben aufweist.

Noch knapp über angestrebter Quote

Gemäss Bildungsdirektor Schleiss wurde dieses Jahr eine Eintrittsquote des Langzeitgymnasiums von 20,1 Prozent verzeichnet. «Damit liegen wir noch leicht über der Quote, die wir für den Kanton Zug anstreben», erklärt Stephan Schleiss. Angestrebt werde im Kanton Zug eine Eintrittsquote des Langzeitgymnasiums auf dem Niveau der Jahre 2010 und 2011, also zwischen 18,4 und 19,8 Prozent. Der Bildungsdirektor betont, «dass im Kanton Zug klar kein Notstand herrscht». Man sei in der Lage, diese Schülerzahlen zu bewältigen.

Wie aber will Bildungsdirektor Stephan Schliess das Ziel erreichen, eine Quotensenkung also bewerkstelligen? «Dies soll durch ‹sanften Druck› erreicht werden», sagt Schleiss. Sanfter Druck bedeute, dass man versuche, die zuweisenden Schulen – also die Primarschulen beispielsweise für das Langzeitgymnasium – dafür zu sensibilisieren, dass nicht jeder Schüler, der in die Kantonsschule abgegeben wird, auch dort hingehöre und reüssiere. Das geschehe durch Rückmeldungen aus den Gymnasien. Was aber, wenn das Ziel mit sanftem Druck nicht erreicht würde? Dann müsste man sich stärker steuernde Eingriffe überlegen. Das könne auch bedeuten, dass man sich vom Zuweiseprinzip ab- und dem Aufnahmeprinzip zuwenden könnte. Oder auch, dass man Obergrenzen setze. Das seien momentan allerdings noch keine Optionen.

Es sei nicht das Ziel, die Eintrittsquote des Langzeitgymnasiums wegen der momentan angespannten Finanzen im Kanton zu senken. Ziel sei primär die Stärkung der Sekundarschule, so Schleiss. Zwar habe eine Senkung der Eintrittsquote des Langzeitgymnasiums eine Auswirkung auf die Staatskasse. Das Führen einer Klasse an der Kantonsschule koste den Kanton rund 400 000 Franken jährlich. Es sei jedoch nicht so, dass der Kanton beim Wegfall einer Klasse an der Kantonsschule diesen ganzen Betrag einspare. Zwar trage der Kanton die Kosten für die Kantischüler, was die Gemeinden entlaste. Es sei weiter nicht so, dass es für den Kanton ohne Kostenfolge sei, wenn in den Sekundarschulen, die von den Gemeinden finanziert werden, mehr Schüler sind. Denn der Kanton bezahlt den Gemeinden eine Schülerpauschale für die Sekundarschulen.

Schulraum wird wohl nicht genügen

Auf dieses Schuljahr hin wurde bei der Kantonsschule Zug ein Schulraumprovisorium eröffnet – ein Zeichen, dass in Zug die Räume an den Kantonsschulen knapp sind. In Menzingen wird noch an den neuen Räumen für die Kantonsschule gebaut. Bildungsdirektor Stephan Schleiss ist zuversichtlich, dass die Räume im August 2018 bezugsbereit sein werden. «Es sieht im Moment so aus, dass wir für das Projekt nicht den gesamten Kredit brauchen, den der Kantonsrat zur Verfügung gestellt hat.» Provisorien bei der Kantonsschule Zug und neue Räume an der Kantonsschule Menzingen – das genügt wohl nicht, betrachtet man die Szenarien der Bevölkerungsentwicklung. So läuft die Planung eines weiteren Kantonsschulbaus im Ennetsee. Hier soll im Röhrliberg eine weitere Einrichtung entstehen. Allerdings sei man hier etwas in Verzug, so Schleiss. Geplant war, die Vorlage dazu im Herbst dem Kantonsrat vorzulegen, jetzt wird es Anfang nächsten Jahres werden. Bis 2020 jedoch – so lange verfügt der Kanton Zug über ein Vorkaufsrecht für das notwendige Land – werde auch dies geregelt sein, erklärt Schleiss.

Es muss aber nicht immer die Kantonsschule sein, denn der Kanton Zug verfügt über gut ausgebaute Angebote, die ebenfalls zu einer Maturität führen, die Fachmittelschule etwa oder die Berufsmatura. Beiden schulischen Wegen kommt nicht nur im Kanton Zug stetig steigende Bedeutung zu. Aber auch die Pädagogische Hochschule Zug sei, so Schleiss, ein Erfolgsmodell und stark ausgelastet. «Insgesamt», so das Fazit des Zuger Bildungsdirektors, «ist das Zuger Schulwesen auf dem richtigen Kurs.»

Harry Ziegler

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