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BILDUNG: Immer mehr Mädchen ans Gymi

Nun schlägt sich die Tendenz auch in Zug nieder: Die Kantonsschule ist so beliebt wie nie zuvor bei Mädchen. Ein Trend, der schweizweit schon länger existiert.
Wolfgang Holz
Der Mädchenanteil bei den Übertrittsverfahren an ein Gymnasium erreichte dieses Jahr mit 58 Prozent einen Höchstwert. (Bild Stefan Kaiser)

Der Mädchenanteil bei den Übertrittsverfahren an ein Gymnasium erreichte dieses Jahr mit 58 Prozent einen Höchstwert. (Bild Stefan Kaiser)

Wolfgang Holz

Noch nie haben sich so viele Mädchen im Kanton Zug beim Übertritt in die Oberstufe fürs Gymi entschieden. Das berichtet aktuell die Zuger Bildungs­direktion. Der Mädchenanteil der dem Gymnasium zugewiesenen Jugendlichen erreicht bei den Übertrittsverfahren in diesem Jahr mit 58 Prozent einen Höchstwert. Und dies, obwohl der ganze Schülerjahrgang im laufenden Jahr insgesamt 4,2 Prozent mehr Knaben als Mädchen aufweist.

«Mädchen eben schon etwas reifer»

«Dass nun so viele Mädchen in die Kanti gehen, ist ein neues Phänomen im Kanton Zug – schweizweit herrscht dieser Trend schon länger vor», sagt Bildungsdirektor Stephan Schleiss. Er erklärt sich dies damit, dass zum einen Mädchen in der Regel sprachbegabter seien als Buben. «Zum anderen sind Mädchen zum Zeitpunkt des Übertrittsverfahrens einfach aufgrund ihrer Entwicklung schon etwas reifer», so der Zuger SVP-Regierungsrat.

Schleiss bestätigt damit auch, dass generell der Wunsch unter Primarschülerinnen und -schülern, in die Kantonsschule eintreten zu wollen, «nach wie vor ungebrochen ist». Aktuell sind es von den 1222 übertrittsreifen Schülern 250 Personen – oder eben 20,5 Prozent. Im Schuljahr 2014/15 sind noch 234 Eintritte aus der Primarschule in die Kantonsschule zu verzeichnen gewesen. Die meisten Schülerinnen und Schüler – 37,9 Prozent – entscheiden sich in diesem Jahr für die Sekundarschule.

Menzingen nun auch Langzeitgymi

Dass so viele in Zug an die Kanti wollen, bereitet Bildungsdirektor Schleiss nach wie vor Bauchweh. Denn der Regierungsrat strebe eine Maturaquote im gesamtschweizerischen Durchschnitt an. Schleiss: «Und wir liegen zurzeit über dieser strategischen Vorgabe.» Andererseits können in diesem Jahr erstmals Primarschüler an die Kantonsschule in Menzingen ins Langzeitgymnasium gehen – zwei neue Klassen gibt es dort nun.

Das Langzeitgymnasium, das bekanntlich nach der Primarschule innerhalb von sechs Jahren zur gymnasialen Matura führt, ist bisher ausschliesslich an der Kantonsschule Zug (KSZ) möglich gewesen. Insgesamt werden per Schuljahr 2015/16 nun 13 LZG-Klassen eröffnet. Bislang konnte man in Menzingen nur das Kurzzeitgymnasium besuchen.

Schleiss weist aber auch darauf hin, dass die projektierte Kantonsschule in Cham nach wie vor mit einer Kapazität von 500 Schülern im behördlichen Richtplan festgeschrieben ist und im besten Fall bereits 2020, im Fall von Behördeneinsprachen 2025 fertiggestellt sein soll. «Dafür ist aber erst eine entsprechende Umzonung in der Ennetseegemeinde vonnöten», so Schleiss. Er sieht den Kanton Zug in Sachen Kanti-Planung deshalb auf dem richtigen Weg.

Geburtenschwächerer Jahrgang

1222 Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse haben, wie gesagt, im laufenden Schuljahr das Übertrittsverfahren von der Primarstufe in die Oberstufe absolviert. Es handelt sich dabei um einen geburtenschwächeren Jahrgang. Der geburtenstärkste Jahrgang war im Schuljahr 2012/13 mit 1310 Schülerinnen und Schülern zu verzeichnen. Der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler erreicht mit 29,5 Prozent eine Höchstmarke. 97,2 Prozent aller Eltern und Kinder konnten sich mit den Lehrpersonen über eine Zuweisung in eine Schulart der Oberstufe einigen.

In der Stadt Zug weniger ans Gymi

Bei der Auswertung der Zuweisungsquoten der einzelnen Gemeinden zeigt sich, dass die Stadt Zug eine deutlich tiefere Gymi-Eintrittsquote (23,5 Prozent) ausweist als in den vergangenen Jahren (zwischen 28 und 30 Prozent). Auch andere Gemeinden liegen mit ihren Quoten in einem moderaten Rahmen wie beispielsweise Baar (19 Prozent). Menzingen (6,8 Prozent), Steinhausen (15,4 Prozent) und Neuheim (10,7 Prozent) haben eher tiefe Quoten. Die hohen Zuweisungsraten ans Langzeitgymnasium einiger anderer Gemeinden wiederum, so Bildungsdirektor Schleiss, fallen jedoch auf – insbesondere diejenigen von Hünenberg (33,7 Prozent), Walchwil (33,3 Prozent) und Risch (28,3 Prozent).

Künftig schärfere Tests?

Der Regierungsrat beabsichtigt, in seinem Rahmenbeschluss zum Sparprogramm 2015–2018 Massnahmen umzusetzen, um bei den Übertrittsverfahren – sowohl von der Primarstufe in die Oberstufe als auch von der Sekundarschule in die Sekundarstufe II – stärker zu steuern und zu selektionieren. Diesbezüglich stehen die Einsetzung eines Orientierungswerts (Notendurchschnittswert von Deutsch, Mathematik sowie Mensch und Umwelt) bei der Zuweisung ans Langzeitgymnasium, aber auch flächendeckende und verbindliche Vergleichstests zur Diskussion.

Was die Vorliebe von Mädchen fürs Gymnasium angeht – dafür hat Barbara Kurth-Weimer, Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrervereins des Kantons Zug, noch eine ganz andere Erklärung. «Mädchen können vielleicht auch besser stillsitzen und sich konzentrieren als Buben – die einen grösseren Bewegungsdrang haben.» Und: «Mädchen sind vielleicht auch etwas fleissiger.»

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