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BILDUNG: In der Kantonsschule Menzingen bricht eine neue Ära an

Die Kantischüler in Menzingen müssen ab diesem Sommer ihre eigenen Laptops mitbringen. Damit setzt die Schule die Vorgaben eines kantonalen Vorhabens um.
Zoe Gwerder
Rektor Markus Lüdin in einem noch leeren Schulzimmer im Neubau der Kantonsschule Menzingen. (Bild: Werner Schelbert (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Rektor Markus Lüdin in einem noch leeren Schulzimmer im Neubau der Kantonsschule Menzingen. (Bild: Werner Schelbert (Zuger Zeitung) (Zuger Zeitung))

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Für die Kantonsschule Menzingen bricht mit dem neuen Schuljahr im Sommer eine neue Ära an – Grund ist nicht nur der Umzug in den Neubau, sondern auch das neue Informatikmodell, wonach jeder Schüler seinen eigenen Computer, sprich Laptop oder Tablet mit Tastatur, mitbringen muss. «Bring your own device», kurz BYOD heisst das Konzept, welches im Zuge der kantonalen IT-Strategie (siehe Text unten) nun auch in Menzingen zum Zuge kommt.

Betroffen sind allerdings nicht alle Schüler, sondern nur jene nach dem Untergymnasiums – also nach den ersten beiden Oberstufenklassen. Wie der Rektor der Kantonsschule Menzingen, Markus Lüdin erklärt, hat dies zwei Gründe. Der Eine ist der finanzielle Aspekt. Den Eltern der Schüler des Untergymnasiums sollen aber nicht neue finanzielle Belastungen aufgebürdet werden, denn die Geräte müssen diese selber bezahlen.

Ein zweiter Grund ist gemäss Lüdin die pädagogische Überlegung. «Wir haben bewusst gesagt, dass wir erst später in den Computerbegleiteten Unterricht einsteigen.» Denn wissenschaftliche Erkenntnisse der Neurobiologie würden zeigen, dass zu viel Arbeit mit digitalen Medien und Geräten in der Kindheit für die Hirnentwicklung schädlich ist. Und auch danach sei es wichtig, dass man nicht zu viel mit mobilen Kommunikationsgeräten, wie Smartphones, Laptops oder Tablets arbeite. «Es geht uns entsprechend auch nicht darum, voll auf den Unterricht mit Laptops umzustellen, sondern darum, dass die Schüler ihr Repertoire an Arbeits- und Lerntechniken erweitern können», erklärt der Rektor.

Zonen ohne elektronische Geräte

So werde derzeit auch im Zuge der Besprechung der neuen Hausordnung für den Neubau diskutiert, wo man die Geräte künftig benutzen darf und ob es handy- und laptopfreie Zonen geben soll. «Wir müssen den Jungen nicht nur beibringen, wie sie die Geräte nutzen können, sondern auch, dass man phasenweise auch ohne digitalen Medien arbeiten sollte» Beispielsweise sind sie derzeit in der Mensa angehalten, keine digitalen Geräte zu benützen. Und es habe es auch schon regelmässig Klassenlager ohne Handy gegeben. «Da haben einige Schüler und Eltern zuerst leer geschluckt. Sie sind sich eigentlich gewohnt, immer in Kontakt sein zu können. Doch nach den Lagern waren die Rückmeldungen durchwegs positiv.»

Dass die Schüler ihre eigenen Geräte mitbringen müssen, hat seinen Preis. Gemäss Schreiben der Schule gibt es jedoch Laptops ab 500 Franken, die den Anforderungen entsprechen. Dass die Kosten aber nicht zum Hinderungsgrund für den Besuch der Schule werden, bietet die Schule auch gebrauchte Geräte an, welche für 50 bis 100 Franken erstanden werden können. Schulgeräte auszulehnen, ist nicht möglich: «Wir finden es wichtig, dass jeder Schüler seinen eigenen Computer hat, für welchen er verantwortlich ist und auch lernt, die einfachsten Wartungen und Reparaturen selber durchzuführen.» Sollten für jemand auch die gebrauchten Geräte nicht erschwinglich sein, gebe es immer noch die Möglichkeit, einen Antrag für ein Stipendium beim Kanton einzureichen. Dass damit die Kosten einfach von der Schule auf die Eltern verlagert wer, dfs Lüdin so nicht bestätigen. «Rund 80 Prozent der Schüler arbeiten bereits heute zu Hause auf einem Laptop für die Schule.»

Infrastruktur muss Belastung standhalten

Im Neubau ist das Konzept von BYOD mit in die Planung eingeflossen. «Wir mussten eine W-LAN-Abdeckung aufbauen, die auch funktioniert, wenn alle 500 Lehrer und Schüler gleichzeitig ihre Geräte aufstarten», erklärt Rektor Lüdin. Zudem gebe es in den Studierzonen Ladestationen und für alle Schüler ein eigenes Kästchen, in welchem sie das Gerät einschliessen können.

Rektor Markus Lüdin ist es aber wichtig zu betonen, dass der Unterricht mit eigenen Geräten in den oberen Stufen eigentlich schon längst Einzug gehalten hat. «Fast jeder Schüler hat inzwischen ein eigenes Smartphone.» Dieses werde sporadisch in den Unterricht mit einbezogen. Lüdin nennt ein Beispiel aus dem Biologieunterricht. «Der Lehrer hatte dort ein Online-Quiz erstellt, mit welchem die Schüler ihr Wissen über den zuvor erarbeiteten Stoff testen konnten.» Das Programm habe dann gezeigt, bei welchen Fragen ein Grossteil der Schüler sattelfest war und bei welchen Themen es noch haperte. «Die noch unklaren Punkte wurden dann nochmals gemeinsam besprochen und nach zehn Minuten wurde das Smartphone wieder zur Seite gelegt.»

Neue Unterrichtsform als Ergänzung

Es gehe vor allem darum, die Schüler fit für das Studium zu machen, aber auch die Aspekte der Gesundheit – beispielsweise in Bezug auf Sucht –, des Rechts und der Ökologie genauer zu betrach-ten. Die Geräte werden die bestehenden Unterrichtsmethoden und Kompetenzen nicht ersetzen, sondern diese ergänzen, erklärt Lüdin weiter.

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