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BILDUNG: Kernfächer werden stärker gewichtet

Am Donnerstag wurden die definitiven Stundentafeln für den Lehrplan 21 im Kanton Zug bekannt gegeben. Diese entsprechen nicht immer den Vorschlägen der Erziehungsdirektorenkonferenz; zum Beispiel im Bereich Musik.
Lehrpläne und Wochenstundentafeln werden auch künftig von der Regierung und nicht vom Kantonsrat genehmigt. (Symbolbild Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Lehrpläne und Wochenstundentafeln werden auch künftig von der Regierung und nicht vom Kantonsrat genehmigt. (Symbolbild Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Der Bildungsrat des Kantons Zug hat die Stundentafeln für den Lehrplan 21 beschlossen. Diese geben Auskunft darüber, welche Fachbereiche mit wie vielen Lektionen ausgestattet werden. In Kraft treten soll der neue Lehrplan ab 1. August 2019. Die Stundentafeln gelten, wie die Bildungsdirektion mitteilt, für den Kindergarten, die Primarschule sowie die Schulen der gemeindlichen Oberstufen. Der Bildungsrat hält an spezifischen Zuger Anliegen, wie der stärkeren Gewichtung von Deutsch, Mathematik sowie Textilem und Technischem Gestalten, fest – dies teilweise gegen die Empfehlungen der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK). Denn zu einer soliden Ausbildung in den Kernfächern gebe es keine Alternative, so Bildungsdirektor Stephan Schleiss.

Der Bildungsrat hält auch an der individuellen Förderung in der Primarschule im Umfang einer Lektion pro Woche fest. Hierbei handelt es sich um ein Gefäss, das Zeit schafft für die «gezielte Förderung von unterschiedlichen Begabungen. Diese Lektion wurde früher auch als ‹Förderstunde› bezeichnet.» Der Bildungsrat begründet sein Festhalten an dieser damit, dass die «Heterogenität bezüglich Leistungen und kultureller Vielfalt in den Klassen» zunehme. Zudem sei aufgrund der demografischen Daten und der finanziellen Rahmenbedingungen davon auszugehen, dass die Klassengrössen eher steigen werden. Das Gefäss der individuellen Förderung sei deshalb auch als eine Entlastung für die Klassenlehrpersonen zu sehen.

Das Festhalten an der individuellen Förderung beeinträchtigt die Stundentafel in der 1. und 2. Klasse in einem Fachbereich. Somit kann diese nicht gemäss Stundentafel-Vorschlag der D-EDK ausgebaut werden. Auch in der 3. bis 6. Klasse bedingt das Festhalten an drei Lektionen «Textiles und Technisches Gestalten» einen Verzicht. «Der Bildungsrat hat in der Folge entschieden, auf den Ausbau im Bereich Musik zu verzichten und an der heutigen Anzahl Musiklektionen (1 pro Woche) festzuhalten», meldet die Bildungsdirektion.

Status quo bei der Mathematik

Beibehalten wird weiter die aktuelle Stundendotation im Fachbereich Mathematik. Auch hier geht der Bildungsrat über den Vorschlag der D-EDK hinaus, und zwar um eine Lektion. Zudem wird der Fachbereich Deutsch «in der Gesamtdotation über die obligatorische Schulzeit», verglichen mit der aktuellen Dotation und dem Vorschlag der D-EDK, um eine Lektion gestärkt.

Es ist bereits heute möglich, dass in der Werk- oder Realschule Schülerinnen und Schüler mit grossen Sprachschwierigkeiten ab der 1. Klasse der Sekundarstufe I vom Erlernen einer zweiten Fremdsprache befreit werden können. Sie werden in dieser Zeit in anderen Fachbereichen gezielt gefördert. Diese gezielte Förderung soll laut Bildungsratsbeschluss auch weiterhin von Schulischen Heilpädagogen durch­geführt werden. Damit soll Schülern mit Sprachschwierigkeiten ein erfolgreicher Eintritt in die Berufswelt ermöglicht werden. Ausserdem besteht neu die Möglichkeit, dass Realschüler ab der 2. Klasse der Sekundarstufe I eine Fremdsprache abwählen können, um damit den Fokus auf das Begleitete Studium in den Bereichen Sprachen und Mathematik zu legen. Der Bildungsrat ist der Meinung, dass nur wenige Berufe, «die Realschülerinnen und -schüler anstreben, zwei Fremdsprachen» erfordern. Dieses neue Angebot wird laut Mitteilung durch die Lehrpersonen betreut.

Der Lehrplan 21 formuliert mit dem Modullehrplan «Medien und Informatik» Kompetenzen für den Medien- und Informatikunterricht. Das Fach wird vom Kindergarten bis zur 4. Klasse und im letzten Schuljahr in andere Fächer integriert unterrichtet. In der 5. und 6. Primarklasse und der 1. und 2. Klasse der Sekundarstufe I wird jeweils eine eigene Lektion «Medien und Informatik» pro Woche ausgewiesen. In der 2. und 3. Klasse der Sekundarstufe I kann Informatik als Wahlfach belegt werden. Auf Wunsch des Gewerbes und gewerbenaher Kreise sowie mit Blick auf die Berufswahl «wird das geometrische Zeichnen als kantonales Wahlfach vorgeschrieben. Das Wahlfach wird als wichtiger Beitrag für die frühe Schulung des räumlichen Vorstellungsvermögens erachtet.»

Einführung soll kostenneutral erfolgen

Über 50 Fachleute aus Kanton und Gemeinden haben laut der Bildungsdirektion am Zuger Entwurf mitgearbeitet. Dieser ging im Herbst 2016 nach erster Lesung im Bildungsrat in die externe Vernehmlassung. In zehn Fällen war eine Mehrheit der Teilnehmer mit den Antworten des Bildungsrates zu dreizehn im Rahmen der Vernehmlassung gestellten materiellen Fragen einverstanden oder der Bildungsrat ist auf deren Anträge eingetreten. In drei Fällen hat der Bildungsrat anders entschieden und am Ergebnis der ersten Lesung festgehalten. Die Einführung der mit dem neuen Lehrplan verbundenen Projekte soll nach Vorgabe des Regierungsrates kostenneutral im Rahmen des jährlichen Budgets erfolgen. Was gemäss Stephan Schleiss Auswirkungen auf den Zeitplan habe, da die nötige Weiterbildung der Lehrkräfte für den neuen Lehrplan im Rahmen des Budgets realisiert werden müsse. «Diese richtige Vorgabe hat aber auch Auswirkungen auf die Stundentafel, da jede zusätzliche Lektion Mehrkosten ausgelöst hätte.» (cg/haz)

Den Beschluss des Zuger Bildungsrates gibt es am Freitag auf: www.zugerzeitung.ch/bonus

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