BILDUNG: Nun wird die Schulreform konkret

Im Sommer 2019 tritt der Lehrplan 21 im Kanton Zug in Kraft. Über dessen Ausgestaltung entscheidet heute der Bildungsrat. Einiges ist aber schon klar.

Zoe Gwerder
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Diese Woche wird festgelegt, wie der Lehrplan 21 im Kanton Zug in seinen Grundzügen aussehen wird. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Diese Woche wird festgelegt, wie der Lehrplan 21 im Kanton Zug in seinen Grundzügen aussehen wird. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Diese Woche wird festgelegt, wie der Lehrplan 21 im Kanton Zug in seinen Grundzügen aussehen wird. Der Bildungsrat entscheidet heute in seiner Sitzung über die Stundentafel, wie Bildungsdirektor Stephan Schleiss bestätigt. Diese Stundentafel bildet den Grundstein der Reform. «Sie zeigt, welches Fach wie viel Platz erhält», erklärt Schleiss. Entsprechend sei sie der brisanteste Teil bei der Umsetzung. «Hier gibt es am meisten Meinungsverschiedenheiten, denn hier spielen pädagogische und gewerkschaft­liche Aspekte mit.» Die Vernehmlassung ist inzwischen abgeschlossen. Wie die Stundentafel nun aussehen wird, für die sich der Bildungsrat heute entscheidet, wird so rasch wie möglich kommuniziert, wie Schleiss sagt. «Voraussichtlich dauert dies einige Wochen, da auch der Regierungsrat den Entscheid noch absegnen muss und am Wochenende die Sportferien beginnen.»

Freie Hand beim Schwimmen

Bereits fest steht, dass der Lehrplan 21 im Sommer 2019 in Kraft treten soll. Ebenfalls klar sind die Leitplanken, die der Regierungsrat dem Vorhaben gesetzt hat: Der Lehrplan 21 darf nicht mehr Kosten verursachen als der aktuelle – weder für Gemeinden noch für den Kanton. Entsprechend darf der Bildungsrat die Anzahl Schulstunden pro Woche nicht erhöhen. Auch die Weiterbildung für den Lehrplan 21 muss mit dem aktuellen Weiterbildungsbudget bezahlt werden, und der neue Lehrplan darf nichts verlangen, wozu zusätzliche Infrastruktur benötigt würde. Dies hatte der Regierungsrat im Dezember 2013 so beschlossen. Entsprechend soll es auch keine Vorgaben in Bezug auf die Anzahl Schwimmlektionen geben, wie Schleiss bekräftigt. Anders als im Kanton Luzern, wo der neue Lehrplan den Gemeinden eine Mindestanzahl Schwimmlektionen vorgibt (Ausgabe vom 23. Januar). «Wir wollen nicht, dass eine Gemeinde ihre Schüler quer durch den Kanton zu den freien Wasserflächen transportieren muss, um die geforderte Anzahl Schwimmlektionen zu gewährleisten», so Schleiss. Im aktuellen Lehrplan schreibt der Kanton den Gemeinden lediglich die Anzahl Sportlektionen vor sowie den Wassersicherheitscheck, bei welchem die wichtigsten Grundvoraussetzungen getestet werden. Dies soll so bleiben. «Die Gemeinden haben bereits ihre Strategien, um ihre Schüler so weit auszubilden, dass sie diesen Check bestehen», so der Bildungsdirektor. «Wie zum Beispiel die Gemeinde Walchwil, die mit ihren Schülern der dritten und der vierten Klasse während zweier Intensivwochen jeden Morgen nach Brunnen ins Hallenbad fährt und ihnen dort Schwimmunterricht erteilt.» Und bei einem Festschreiben der Anzahl Turn- sowie Schwimmstunden gäbe es noch ein weiteres Problem, wie Schleiss erklärt: «Eine Gemeinde wie Baar, die die vorgeschriebenen drei Lektionen Sportunterricht zu einem grossen Teil im Wasser durchführt, hätte gar nicht ausreichend Platz in den Turnhallen, wenn plötzlich die vielen Schwimmlektionen wegfielen.»

Den definitiven Entscheid fällt nun aber der Bildungsrat. «Sollte dieser die Vorgaben des Regierungsrates in Bezug auf die Kosten nicht einhalten, würde der Regierungsrat dem Bildungsrat hier auf die Finger klopfen», so Schleiss.