BILDUNG: Rektoren wollen Richtwerte anpassen

Die Vorgaben für die Grösse von Zuger Schulklassen seien zu hoch, sagen die Schulleiter unisono. Der Regierungsrat widerspricht.

Christian Glaus
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Blick in eine erste Klasse im Schulhaus Burgbach in der Stadt Zug. (Symbolbild Neue ZZ)

Blick in eine erste Klasse im Schulhaus Burgbach in der Stadt Zug. (Symbolbild Neue ZZ)

Die rosigen Zeiten mit Millionenüberschüssen in den Zuger Gemeinden sind vorbei. Auch sie müssen den Gürtel enger schnallen. Eine Möglichkeit, Geld zu sparen, ist die Vergrösserung der Schulklassen, wie dies beispielsweise die Stadt Zug anstrebt (wir berichteten).

Ein Blick auf die Schülerzahlen in den Gemeinden zeigt: Zwischen den Richtwerten des Kantons und den Klassengrössen in den Gemeinden klafft ein grosses Loch. Eine durchschnittliche Zuger Schulklasse besteht nämlich aus 18 Schülern, der Richtwert beträgt aber 22, der Höchstwert gar 26 Schüler. Hat die Bildungsdirektion also mit ihren Vorgaben den Bezug zur Praxis verloren? Der Präsident der Zuger Rektorenkonferenz, Jürg Portmann, bestätigt, dass die Senkung der Richtwerte diskutiert wird.

«Vor allem der Höchstwert von 26 Schülern ist aus unserer Sicht zu hoch», sagt Portmann, der in Walchwil Rektor ist. «Man müsste die Klassengrösse der Primarschule an jene der Oberstufe anpassen.» Dort dürfen höchstens 22 Schüler in eine Klasse eingeteilt werden, als Richtwert gelten 18 Schüler. Der oberste Zuger Rektor bestätigt, dass die Vorgaben des Kantons zur Klassengrösse praxisfremd seien. «Wir vertreten diese Meinung einstimmig.»

Schleiss: keine Anpassung nötig

Auf offene Ohren werden sie bei der Bildungsdirektion jedoch kaum stossen, denn Regierungsrat Stephan Schleiss sieht keinen Handlungsbedarf. «Wir haben ein kantonales Gesetz, das die Werte zur Klassengrösse vorgibt. Für mich ist eine Änderung dieses Gesetzes zurzeit kein Thema, weder aus politischer noch aus pädagogischer Sicht», sagt Schleiss.

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