BILDUNG: Zuger Zweitklässler erhalten wieder Noten

Im Kanton Zug werden Zweitklässler ab dem Schuljahr 2013/14 wieder Noten erhalten. Der Bildungsrat hat die entsprechenden Reglementsänderungen beschlossen. Auf den gleichen Zeitpunkt wird auch der Wechsel von der Sekundar- in die Maturitätsschulen neu geregelt.

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In Zug erhalten Zweitklässler für ihre Tests wieder Noten. (Bild: Archiv Neue ZZ)

In Zug erhalten Zweitklässler für ihre Tests wieder Noten. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Mit den Änderungen bei der Notengebung kommt der Bildungsrat der Forderungen der Gesetzesinitiative «Wiedereinführung von Noten ab der 2. Klasse» nach. Die Zuger Stimmberechtigten hatten die Initiative im März 2012 mit 51,75 Prozent knapp gutgeheissen.

Der Bildungsrat hat beschlossen, die Notengebung in der 2. Klasse künftig auf jene Fächer zu beschränken, für die auch früher bereits Noten erteilt wurden. Es sind dies Mathematik, Deutsch sowie Mensch und Umwelt.

Ab der 3. Klasse werden dann alle Fächer benotet. Mit der gestaffelten Einführung kommt der Bildungsrat insbesondere einem Anliegen der Gemeinden entgegen, wie die Direktion für Bildung und Kultur am Freitag mitteilte.

Entlastung des Langzeitgymis

Zu Änderungen kommt es ab dem kommenden Schuljahr auch auf Sekundarstufe. Für den Übertritt eines Sekundarschülers in eine Maturitätsschule wie Kurzzeitgymi, Wirtschaftsmittel-, Fachmittel- oder lehrbegleitende Berufsmaturitätsschule ist künftig ein gemeinsamer Entscheid der Klassenlehrperson und der Erziehungsberechtigten nötig.

Der Entscheid erfolgt laut Bildungsdirektion aufgrund einer «Gesamtbeurteilung verschiedener Kriterien und Voraussetzungen». Die Schulleistungen in den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch, Arithmetik/Algebra, Geometrie, Welt- und Umweltkunde sowie Naturlehre blieben aber ein wichtiges Kriterium.

Künftig nicht mehr möglich ist es, am Ende der 1. Sekundarklasse in die 1. Klasse des Langzeitgymis zu wechseln. Damit würden die Zuständigkeiten von Lang- und Kurzzeitgymnasium entflechtet, heisst es in der Mitteilung.

Ziel der Anpassungen sei es, den Ausbildungsweg über die Sekundarschule und die anschliessenden Maturitätsschulen zu stärken und das Langzeitgymnasium zu entlasten. Damit würde auch den Interessen des Gewerbes entsprochen, das ein zunehmendes Bedürfnis nach gut qualifizierten Lehrlingen habe.

«Gesamtauslegeordnung» entscheidend

Um von der Real- in die Sekundarschule zu wechseln, wird künftig eine «Gesamtauslegeordnung» über den Leistungsstand des betreffenden Schülers oder der Schülerin massgebend sein. Nebst fachlichen sollen unter anderem die Lern-, Sozial- und Selbstkompetenzen, die Niveauzugehörigkeit sowie die persönlichen Neigungen berücksichtigt werden.

Steht wegen ungenügender Leistungen ein Wechsel von der Sekundar- in die Realschule zur Diskussion, sollen die fachlichen Leistungen «in ein Gesamtbild eingebettet» werden «und nicht mehr das einzige Kriterium» bilden.>

(sda)