Bis 2050 wird der Kanton Zug zwar nicht mehr so stark wachsen – aber massiv altern

Die Zuger Bevölkerung wächst von aktuell 127 612 Personen bis ins Jahr 2050 voraussichtlich auf 169 238 Personen an. Dies und Weiteres zeigt das Szenario der vom Bundesamt für Statistik publizierten Zahlen.

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Das Wachstum werde im Vergleich zu heute abflachen.

Das Wachstum werde im Vergleich zu heute abflachen.

Bild: Maria Schmid

(bier) Das hohe Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre setzt sich nicht linear fort. Das Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 1,4 Prozent in den letzten Jahren werde sich gemäss den Berechnungen «ab Mitte der 2030er-Jahre aber voraussichtlich gegen 0,5 Prozent abflachen», heisst es in einer Medienmitteilung der Fachstelle für Statistik des Kantons Zug. Jene verweist auf ein Szenario des Bundesamts für Statistik (siehe Box).

Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung

Die Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Kantone stützen sich auf die aktuellsten Szenarien für die gesamte Schweiz ab. Dabei wurden die kantonalen Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung gleichzeitig für jeden einzelnen Kanton berechnet und dann Schritt für Schritt auf die Ergebnisse der Vorausschätzungen zur Bevölkerungsentwicklung der gesamten Schweiz abgestimmt. Das teilt die Zuger Fachstelle für Statistik mit.

Die Besonderheit dieser Szenarien liege darin, dass es sich «um eine Regionalisierung der nationalen Szenarien (beziehungsweise deren Methoden und Hypothesen) handelt und nicht einfach um eine Verknüpfung verschiedener kantonaler Szenarien oder eine Verteilung der Bestände der nationalen Szenarien auf die verschiedenen Kantone».

Damit sei gewährleistet, dass die Summe der kantonalen Ergebnisse für jedes Jahr des Beobachtungszeitraums exakt mit der gesamtschweizerischen Bevölkerungsbilanz der Szenarien für die gesamte Schweiz übereinstimme.

Dieser Abflachung liege die Annahme im Modell zugrunde, dass der Geburtenüberschuss, der heute für mehr als die Hälfte des jährlichen Wachstums verantwortlich ist, in den nächsten 30 Jahren stark abnehmen wird.

Bemerkenswert an den neuen Zahlen sei gemäss der Medienmitteilung , dass die Alterung den Kanton Zug besonders stark betrifft. Der Altersquotient, also das Verhältnis der Bevölkerung im Pensionsalter zur Bevölkerung im Erwerbsalter, wird gemäss dem Referenzszenario von heute 28 Prozent auf 52 Prozent im Jahr 2050 ansteigen.

Der Altersquotient im Kanton Zug würde damit etwas höher als im schweizerischen Durchschnitt (46 Prozent), aber wesentlich tiefer als in anderen Kantonen wie Tessin (68 Prozent) oder Graubünden (67 Prozent) sein.

Wohlstand fördert Lebenserwartung

Zum jetzigen Zeitpunkt liege der Kanton Zug beim Altersquotienten noch unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. Für den zunehmenden Anteil der älteren Menschen in der Bevölkerung gibt es gemäss besagter Mitteilung zwei Hauptgründe: Einerseits hat die Zuger Bevölkerung «aufgrund der guten Ressourcen», also ihres Wohlstands, eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung. Andererseits bleibe ein Teil der Menschen, die aus beruflichen Gründen nach Zug ziehen, auch nach der Pensionierung im Kanton.

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