Weniger Grippe-Erkrankungen im Kanton Zug

In der Ostschweiz ist die Grippe bereits weit verbreitet. Im Kanton Zug kann von einer richtigen Welle noch nicht die Rede sein, wie Ärzte und Apotheker bestätigen. Ein Grund dafür sind wohl die zunehmenden Impfungen.

Laura Sibold
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Seit Dezember geht die Grippe auch im Kanton Zug wieder um. (Bild: Eveline Beerkircher

Seit Dezember geht die Grippe auch im Kanton Zug wieder um. (Bild: Eveline Beerkircher 

Seit zwei Wochen hat die Grippe die Schweiz wieder im Griff. Die Zahl der an Grippe Erkrankten ist laut Bundesamt für Gesundheit in allen Regionen steigend. Während in der Ostschweiz sowie in Zürich und im Tessin schon viele Menschen an der Grippe krank sind, gibt es für Zug respektive für die ganze Zentralschweiz vorerst Entwarnung.

Erst ab 68 von Ärzten gemeldeten Grippeverdachtsfällen pro 100 000 Einwohner kann gemäss Sentinella-Meldesystem von einer saisonalen Grippewelle gesprochen werden. Während der Schwellenwert auf nationaler Ebene in der zweiten Januarwoche erreicht wurde, liegt die Zentralschweiz mit 36 Grippeverdachtsfällen auf 100 000 Einwohner noch deutlich darunter.

Ärzte rechnen mit gleich vielen Infektionen

«Die Grippewelle ist noch nicht im Kanton Zug angekommen», bestätigt auch Peter Gerritsen, Präsident der Ärztegesellschaft Zug. «Wir bemerken zwar seit Dezember einen Anstieg an Infektionen, dieser ist aber bisher nicht höher als in den vorherigen Jahren.» Da die Grippesaison noch bis im Frühling dauern kann, sei zudem von einer weiterhin steigenden Anzahl Grippeinfektionen auszugehen. Gerritsen relativiert jedoch: «Wir rechnen mit einer gleichbleibenden Infektionsrate wie in den letzten Jahren.» Auch das Zuger Kantonsspital teilt auf Nachfrage mit, dass man im Vergleich zum Vorjahr weniger Grippefälle verzeichne. «Von Anfang Dezember bis am 15. Januar haben wir in der aktuellen Saison zehn Patienten stationär wegen einer grippalen Infektion behandelt», sagt Katja Eigenmann, leitende Ärztin Infektiologie. In der vergangenen Saison seien es im selben Zeitraum 22 Patienten gewesen. Da man sich mitten in der Grippesaison befinde, können sich diese Zahlen jedoch laufend ändern. Über die ambulanten Behandlungen von Grippepatienten wird am Zuger Kantonsspital keine Statistik geführt.

Dass in der aktuellen Saison bisher weniger Zuger an Grippe erkrankt sind, kann auch mit den Impfungen zusammenhängen. Seit August 2017 können sich gesunde Zugerinnen und Zuger ab 16 Jahren nicht mehr nur beim Hausarzt gegen Grippe impfen lassen, sondern auch in den Apotheken – ohne Terminvereinbarung und mit moderaten Kosten von 30 bis 40 Franken. Für die aktuelle Grippesaison haben sich laut Martin Affentranger 1281 Patienten in den 15 Zuger Apotheken impfen lassen. Für die Grippesaison 2017/2018 waren es mit 594 Personen knapp halb so viele. Er sehe das als Erfolg, versichert der Präsident des Vereins Zuger Apotheken und erklärt: «Vor allem Personen, die nur selten zum Arzt gehen, lassen sich in Apotheken impfen. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass nun mehr Patienten gegen Grippe geimpft sind.»

Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Impfzahlen bei den Ärzten gemäss BSS-Studie nicht zurückgegangen sind. Peter Gerritsen, Präsident der Ärztegesellschaft Zug, kann dies bestätigen. Er impfe pro Saison jeweils rund 120 Personen. «Bis jetzt kann ich in meiner Praxis keinen Rückgang der Impfzahlen feststellen.»

Ein Drittel des Personals im Spital ist geimpft

Die Impfzahlen steigen derweil auch bei den Angestellten des Kantonsspitals. Laut Katja Eigenmann liessen sich im vergangenen Jahr 27 Prozent aller Mitarbeitenden gegen Grippe impfen. Bei den Ärzten lag die Quote bei 55 Prozent. Das Bundesamt für Gesundheit hat vor einigen Jahren allerdings eine Impfquote von 70 Prozent für Spitalpersonal ausgerufen. Darauf angesprochen betont Eigenmann, dass die Zahl der sich impfenden Mitarbeitenden von Jahr zu Jahr leicht gestiegen sei. «Dies ist unter anderem auf die jährliche Kampagne zurückzuführen. Wir informieren unsere Mitarbeitenden und fordern sie auf, sich gegen Grippe zu impfen. Ausserdem bieten wir flexible Impfmöglichkeiten.» Neben der Impfung hat das Kantonsspital eine Reihe an Massnahmen zur Prävention definiert. Mitarbeitende werden beispielsweise angewiesen, bei Grippesymptomen zu Hause zu bleiben. Arbeiten sie trotzdem, müssen sie im direkten Patientenkontakt eine Maske tragen.

So schützt man sich vor einer Ansteckung

Gliederschmerzen, Schüttelfrost, hohes Fieber, Husten, Appetitlosigkeit und starke Müdigkeit: Das sind die üblichen Symptome einer Grippe. Die Wahrscheinlichkeit, an Grippe zu erkranken, kann unter anderem mit einer Impfung reduziert werden. Sie soll idealerweise bereits im Herbst erfolgen. Besonders chronisch Kranken, älteren Leuten sowie Personen, die berufsmässig oft mit Infektionen in Berührung kommen, empfiehlt Peter Gerritsen, Präsident der Ärztegesellschaft Zug, die Grippeimpfung. Neben der Impfung spielt laut Katja Eigenmann, leitende Ärztin Infektiologie, die Befolgung von Verhaltensmassnahmen und Hygieneregeln eine wichtige Rolle. «Dazu gehört regelmässiges Händewaschen mit Wasser und Seife. Zudem soll in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch gehustet oder geniest werden. Das Taschentuch dann nach Gebrauch sofort entsorgen», führt die Ärztin aus. Wenn möglich sollte man bei Grippe-Symptomen zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken. (ls)