Leserbrief

Bleiben Sie gesund: Gedanken betreffend Corona-Krise

Zur Corona-Krise

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Primum nihil nocere: Als Erstes nicht schaden, ist ein seit Hippokrates unbestrittenes Axiom ärztlichen Handelns. Mit den aktuell gültigen Massnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung von SARS-CoV2 wird zweifellos ein unabsehbarer Schaden erzeugt, von welchem befürchtet werden muss, dass er den Nutzen der erreichbaren Verzögerung der Virusverbreitung übersteigen wird. Als Begründung für die notwendige Abflachung der Erkrankungskurve wird in erster Linie die drohende Überlastung des Gesundheitswesens ins Feld geführt. Hat man uns aber nicht über all die Jahre erklärt, dass wir den «Luxus» zu vieler Spitäler, zu vieler Spitalbetten abbauen müssten. Als Folge davon stehen uns in der Schweiz heute pro Million Einwohner 174 Intensivbetten zur Verfügung (sie sollen nun in Eile auf 203 erhöht werden), gegenüber 338 pro Million Einwohner in Deutschland. Und haben wir nicht über Jahre die Ausbildung von Pflegekräften zu wenig forciert und gar mit zu hohen Hürden versehen? Ein besseres Argument zur Verlangsamung der Krankheitsfälle wäre der Zeitgewinn zur Erforschung der Wirksamkeit antiviraler Medikamente, wie jene, die heute gegen HIV und Ebola wirksam sind (ebenfalls behüllte RNA-Viren).

Der Schaden durch die getroffenen Massnahmen wird immens sein, unendliches, für Unbetroffene unvorstellbares psychisches Leiden durch existenzielle Nöte und eine absehbare Zunahme daraus resultierender Suizide können prognostiziert werden. Die versprochene finanzielle Hilfe des Staates wird ein Tropfen auf einen heissen Stein sein und zudem für die wirklich Bedrohten viel zu spät kommen. Die gesprochenen Milliarden werden niemals reichen, erst recht nicht, wenn man zu den unmittelbaren noch die sekundären Schäden von drohender Rezession, Börsenkrise, Weltwirtschaftskrise hinzurechnet.

Woher will der Staat, dem zudem Steuersubstrat verloren gehen wird, die unzähligen Milliarden nehmen, um die versprochene Hilfe in die Tat umzusetzen? Aufgrund der Zahlen aus China dürften 10 Prozent der Erkrankten spitalbedürftig werden, die Hälfte davon Intensivpflege erfordern. Es ist sicher richtig, diese voraussehbare Gruppe vulnerabler Menschen optimal zu schützen und von der übrigen Bevölkerung zu isolieren.

Ob dazu Schulschliessungen taugen, ist sehr fraglich. Aufgrund einer Analyse in Shenzen sind nur 13 Prozent der Angesteckten Kinder. Südkorea mit Schulschliessungen und Singapur ohne Schulschliessungen sind bei der Eindämmung des Virus gleich erfolgreich gewesen.

Die exponentielle Ausbreitung des Virus (erreicht, wenn 1 Infizierter mehr als 1 Menschen ansteckt) könnte auch eine Chance sein, dass innert 2 bis 3 Monaten 70 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus in Kontakt kommen, eine Immunität entwickeln und die weitere Ausbreitung des Virus gestoppt wird, getroffene Massnahmen aufgehoben werden könnten.

Sehr wünschenswert wäre allerdings ein flächendeckendes Durchführen der Corona-Tests, im Wissen, dass diese nicht validiert worden sind. Nur damit liesse sich die Dynamik des Virus verfolgen und Massnahmen fundierter festlegen.

Erich Sigrist, Steinhausen


Appell an alle Mitmenschen jeden Alters: Bitte haltet euch an die Vorgaben des Bundes. Dies zu eurem und zum Schutz von allen. Es rettet Leben. Vor allem auch zum Schutz von vielen jungen chronisch kranken Mitmenschen. Bleiben Sie gesund!

B. Bürgisser und P. Blattmann und Familien, Oberägeri


Es gäbe vielleicht eine Lösung oder einen Ansatz für eine neuartige Lösung, die Wirtschaftskrise abzuwenden. Der Bundesrat würde Folgendes entscheiden:

Per sofort und rückwirkend wird jedem angemeldeten Betrieb, jeder Firma, ob AG, GmbH oder Einzelfirma rückwirkend auf zum Beispiel Anfang März oder Februar bis Ende 2020 Bestandsgarantie abgegeben. Diese umfasst die Garantie für die Deckung und Gewährleistung der Produktionskosten und Fixkosten inklusive Löhne. Als Soforthilfe werden 50 Milliarden vom Bund und 50 Milliarden von der Nationalbank als Gewährleistung zur Verfügung gestellt. Der Betrag kann bei Bedarf erhöht werden. Mit dieser Massnahme hätte die Wirtschaft, die Regierung und die Banken Zeit, in Gesprächen das weitere Vorgehen zu finden und entwickeln. Diese Bestandssicherung darf nicht über die Banken laufen, sondern über die Steuerbüros der Kantone. Als rechnerischer Idee für die Hilfeleistung greift man auf die Zahlen der letzten drei Steuerjahre zurück. Den Banken wird ein Stopp für die Neubewertung von Immobilien per sofort bis Ende Jahr auferlegt, um damit einer Insolvenzflut zu verhindern.

Um diese Massnahme zu finanzieren, werden die Steuern in drei oder vier Jahren dann um 2 bis 3 Prozent erhöht. Die Steuererhöhung darf maximal solange dauern, bis die 100 oder mehr Milliarden zurückbezahlt sind in der Gesamtsumme und muss danach wieder um diesen Prozentsatz zurückgenommen werden. Für die Reisebranche gelte zusätzlich die Hilfe: Die Reiseversicherungen werden verpflichtet, Annullationen im Zusammenhang mit der Corona-Krise zu übernehmen.

Ergänzung: Mit einer solchen, noch nie dagewesenen Hilfeleistung und Garantie könnte der Bundesrat die Wirtschaft und die Bevölkerung sehr beruhigen. Nach der Pandemie, in rund sechs Wochen, wenn die Zahlen bei Befolgung der angeordneten Massnahmen, dann deutlich tiefer sind als jetzt, kann die Wirtschaft langsam wieder hochgefahren werden. Alle können ohne zusätzlichen Stress von der finanziellen Seite her ihre Arbeit wieder aufnehmen und unserer Wirtschaft und Gesellschaft wieder auf die Beine helfen. Darlehen von Seiten der Banken und Kantone sind keine gute Lösung, da nicht schweizerisch. Daher lehne ich sie klar ab. Nicht jeder Kanton könnte und würde in gleichem Mass helfen können und wollen. Banken will ich von diesem Deal klar fernhalten.

Dionys Moser, Rotkreuz


Seit Jahren fahren wir regelmässig für Ferien nach Italien. Dabei besuchen wir jeweils auch Supermärkte, um zu sehen, welche Produkte es dort gibt. Da ist uns schon vor Jahren aufgefallen, dass Gemüse und Früchten nur mit Handschuhen, welche bereitgestellt sind, berührt werden dürfen. Das wird sogar kontrolliert. Anfänglich ist das uns etwas übertrieben vorgekommen. Aber jetzt finde ich, dass dies auch bei uns angebracht wäre. Die Leute nehmen etwas heraus, gefällt es nicht, geht es zurück ins Regal, und dies vielleicht mehrmals. Da wäre es doch angebracht, dass Handschuhe auch hier eine Lösung wären, einfach, aber effizient. Die Wegwerfhandschuhe kosten sehr wenig.

Paul Meienberg, Unterägeri


Eine sehr lobenswerte Aktion für die Risikogruppe lancierte die Zahnarztpraxis Marc Vogel von Unterägeri. Sie besorgt unentgeltlich für ihre Kunden Lebensmittel- und Medikamenteneinkäufe. Diese können bei der Praxis telefonisch bestellt werden. Die Lieferung erfolgt wenn möglich gleichentags. Die Praxis stellt danach Rechnung. Eine vorbildliche Unterstützung für besonders betroffene Mitmenschen.

Inge und Max Lustenberger, Oberägeri