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Ein überraschender Blick in die Zuger Unternehmensgeschichte

Welche Firma die älteste im Kanton ist, lässt sich nicht so einfach eruieren. Der Blick ins Zuger Staatsarchiv und ins Handelsregister offenbart jedenfalls zahlreiche bekannte Namen. Ein Annäherungsversuch.
Livio Brandenberg
Bild oben: Mitarbeiter der Zuger Kantonalbank um 1910 an ihren Stehpulten im temporären «Bureau» im Postgebäude, wo die Zuger KB von 1902 bis 1920 untergebracht war. Die Stehpulte waren typisch und nötig für die schweren Geschäftsbücher. Mittleres Bild: Blick auf die Nestlé-Fabrik und das Dorf Cham im Jahr 1936. Bild unten rechts: Bossard-Eisenwarenhandlung mit Lastwagen an der Ecke Baarerstrasse und Gotthardstrasse in der Stadt Zug, zirka 1941.Bilder: Nestlé Historical Archives, Vevey/Archiv Zuger Kantonalbank/Bossard-Gruppe

Bild oben: Mitarbeiter der Zuger Kantonalbank um 1910 an ihren Stehpulten im temporären «Bureau» im Postgebäude, wo die Zuger KB von 1902 bis 1920 untergebracht war. Die Stehpulte waren typisch und nötig für die schweren Geschäftsbücher. Mittleres Bild: Blick auf die Nestlé-Fabrik und das Dorf Cham im Jahr 1936. Bild unten rechts: Bossard-Eisenwarenhandlung mit Lastwagen an der Ecke Baarerstrasse und Gotthardstrasse in der Stadt Zug, zirka 1941.
Bilder: Nestlé Historical Archives, Vevey/Archiv Zuger Kantonalbank/Bossard-Gruppe

Während die halbe Welt vom Zuger Crypto Valley und seinen neuen Jungfirmen spricht, gibt es im Kanton Unternehmen, die schon seit weit über 100 Jahren erfolgreich wirtschaften. Kürzlich feierte die Stadtzuger Apotheke Spillmann ihr 125-jähriges Bestehen. Der Familienbetrieb, der heute in der vierten Generation geführt wird, wurde am 1. Mai 1893 an der Bahnhofstrasse 10 von Emil Anton Spillmann eröffnet. Am 1. Januar 1997 übernahm Simone Spillmann Heegewald die Apotheke, welche ihr Urgrossvater gegründet hatte.

Solche Jubiläen wecken immer auch die Neugier. Und so gelangt man zur Frage: Welches ist überhaupt das älteste Zuger Unternehmen?

Gegründet noch vor der Französischen Revolution

Schnell ist klar: So einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Eine erste Anfrage beim Staatsarchiv des Kantons bringt eine Fährte: Zu den ältesten (dokumentierten) Firmen in Zug gehört die Landis Bau. Sie wurde vor 259 Jahren, also 1759, von Mathias Landis gegründet – noch vor der Unabhängigkeitserklärung der USA (1776), der Französischen Revolution (1789) oder der ersten Bundesverfassung der Schweiz (1848).

Ebenfalls seit über 185 Jahren – 187, um genau zu sein – besteht eine weitere Zuger Grösse: Bossard. Alles begann 1831 mit einem kleinen Eisenwarenladen in Zug, gegründet von Johann Franz Kaspar Bossard. Das frühere, von seinem Schwiegervater Karl Kaspar Kolin übernommene Seidenhandelsgeschäft, wurde dabei aufgelöst. Die Eisenwarenhandlung bewahrte rund ein Jahrhundert ihren lokalen Charakter, ehe Bossard in den 1930er- und 1940er-Jahren seine Geschäftstätigkeit auf den Handel mit Schrauben erweiterte.

Kurz nach der Eröffnung des Bossard-Ladens begann Wolfgang Henggeler im Jahre 1834 in Unterägeri mit dem ersten Fabrikbau der Spinnereien Ägeri, heute die SAE Immobilien AG. Witzige Anekdote aus der Geschichte: 1855 wurde das Hauptbüro nach Zürich verlegt, weil es damals im Ägerital kein Telefon und keinen Telegrafen gab.

Verzinkerei, Kondensmilch, Schifffahrt, Kantonalbank

Wiederum nicht viel später, 1887, wurde die Metallwarenfabrik Zug gegründet. 1913 folgte die Gründung der Verzinkerei Zug. 1976 wurden diese beiden Firmen zur V-Zug AG zusammengeführt. Diese ist heute Teil der Metall-Zug-Gruppe.

Interessant ist auch ein Blick ins Zuger Handelsregister. Als eine der ersten eingetragenen Firmen taucht dort die Lorze AG auf. Gegründet wurde diese schon 1854, doch: Das Register wurde erst 1883 eingeführt, wie Bernhard Häusler vom Handelsregister- und Konkursamt erklärt. Heute gehört die Lorze AG mit Sitz in Baar zur Lorze-Gruppe. Jene umfasst neben den Immobilien und Geschäftstätigkeiten der Lorze AG auch die Lorze Logistik AG sowie die Mandatec AG in Biel.

Nur rund zwei Wochen nach der Lorze AG – am 9. März 1883 – wurde die Nestlé AG registriert. Deren Geschichte begann allerdings auch einige Jahre früher, nämlich 1866 mit der Gründung der Anglo-Swiss Condensed Milk Company, die in Cham die erste Kondensmilchfabrik Europas eröffnete. In Vevey entwickelte Henri Nestlé 1867 sein bekanntes Milchpulver für Säuglinge. 1905 fusionierte die von ihm gegründete Firma mit Anglo-Swiss und bildete das heute als Nestlé Gruppe bekannte Unternehmen.

Neben vielen bekannten Namen – etwa der Schulen St. Michael AG (eingetragen am 31. März 1883), der Schifffahrtsgesellschaft für den Zugersee AG (31. Juli 1897) oder der Wasserwerke Zug AG (WWZ; 23. Januar 1892) – findet sich auch die Zuger Kantonalbank auf der Liste. Sie feierte letztes Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Eingetragen wurde sie am 7. März 1892. Um den Betrieb aufnehmen zu dürfen, musste zuerst das Kantonalbankgesetz angenommen werden.

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