BLUTTAT: 43-jähriger Schweizer hat Bluttat gestanden

Das zweifache Tötungsdelikt in einem Zuger Penthouse geht auf das Konto eines Handwerkers, der die Opfer gekannt hatte. Über eine geraubte Kreditkarte kam ihm die Polizei auf die Schliche.

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Das Penthouse, wo die Bluttat stattfand. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Das Penthouse, wo die Bluttat stattfand. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Nach dem Auffinden der beiden Leichen stellten die Ermittler fest, dass zwei Kreditkarten des 54-jährigen Opfers nach wie vor benutzt wurden, wie die Zuger Polizei mitteilt. Neben diversen Einkäufen in der Zentralschweiz wurde eine Karte im März auch in Hamburg eingesetzt. Gestützt auf ein Rechtshilfeersuchen an die deutschen Behörden nahm die Polizei in Hamburg in Zusammenarbeit mit zwei Ermittlern der Zuger Polizei am 21. April 2009 einen Mann fest, der im Besitze der gestohlenen Kreditkarte war.

Karte hatte mehrfach Besitzer gewechselt
Anlässlich der Befragung des Festgenommenen stellte sich heraus, dass die Kreditkarte bereits mehrere Male den Besitzer gewechselt hatte. Am Anfang der Kette stand jedoch ein 43-jähriger Schweizer Handwerker. Dieser kannte einen der Kreditkartenbetrüger aus einer zur selben Zeit verbüssten Haftstrafe in einem deutschen Gefängnis.

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Mann gegenwärtig in der Zentralschweiz untergetaucht war. Der Tatverdächtige konnte daraufhin am Donnerstag, 23. April 2009, in einer speziellen Aktion im Kanton Luzern durch Spezialeinheiten der Kantonspolizei Luzern verhaftet und nach Zug überführt werden.

Opfer sind wohl erdrosselt worden
Der Beschuldigte hat gestanden, für den Tod der Frauen verantwortlich zu sein. Als die Polizei am Freitag, 27. Februar 2009, die Wohnung betrat, waren die Frauen an Händen und Füssen gefesselt. Die Strafverfolgungsbehörden gehen zurzeit davon aus, dass die Opfer zwischen dem 17. und 19. Februar 2009 erdrosselt wurden. Zu dem, was sich genau in der Wohnung abgespielt hatte, machte der Beschuldigte unvollständige Aussagen. Fest steht, dass der 43-Jährige vor dem Verlassen der Wohnung Feuer legte und Schmuck, Bargeld sowie die erwähnten Kreditkarten entwendete. Weitere Abklärungen und Ermittlungen sind im Gang.

Der Beschuldigte stand vor der Tat als Handwerker mehrere Male in der Wohnung am Eschenring im Einsatz und war dem 54-jährigen Opfer bekannt. Das zweite Opfer konnte durch die philippinischen Behörden noch nicht definitiv identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug weist ausdrücklich darauf hin, dass für den Beschuldigten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.

Ermittlungen waren sehr aufwändig
Ende Februar wurde die 54-jährige Business-Frau zusammen mit ihrer Bekannten tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Die beiden Toten waren halb verwest und halb verkohlt von einem Brand in ihrer Wohnung. Die Ermittlungen der Zuger Polizei gestalteten sich schwierig. Auch ein Auftragsmord ist von der Staatsanwaltschaft Zug nicht ausgeschlossen worden. Die Zugerin wurde mittlerweile in ihrer griechischen Heimat beerdigt.

scd/wh