Leserbrief

Böllerschüsse zu Ehren des Pflegepersonals?

Zum privaten Feuerwerk

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In der Chirurgie wurde sehr viel erreicht. Wenn man bedenkt, dass es gelang, ein paar Haarfetzen auf einem Hals zu verpflanzen und dieses Produkt es zum Präsidenten schaffte – einfach Chapeau! Das traurige Gegenteil zeigt sich bei der Krankenpflege. Zynischer geht es nicht. Galten die Böllerschüsse der letzten Stunde zu Ehren vom Pflegepersonal oder war es als Staatstrauer gedacht, dass es der Egoismus so weit brachte?

Warum wird bei Touristen eine Kurtaxe verlangt, nicht aber eine Schmerztaxe für Böller und Raketen? Warum ist es nicht möglich, Böllerschüsse über Kopfhörer zu konsumieren, anstatt Bomben zu zünden? Warum wird eine Registrierung in Lokalen durchgesetzt wegen eines Virus, jedoch keine Registrierung von Raketen, damit die Schuldigen haftbar gemacht werden können und nicht unschuldige Versicherungsnehmer? Es wäre nicht zu aufwendig, jetzt wo so viele Menschen ihre Stelle verloren haben (Arbeitsplätze schaffen). Warum müssen unschuldige Steuerzahler zur Kasse, um die Vulkan-Brandschäden auf der Strasse zu reparieren? Warum braucht es keinen Schweizer Pass, um am Bundesfeiertag am Raketenkrieg teilzunehmen? Warum wird am Umwandlungssatz bei Pensionskassen geschraubt, anstatt das Geld beim sinnlosen Überfluss hereinzuholen (Raketensteuer)? Was sollen Abgaswerte bei Kaminen, wenn es keine Dezibelgrenzwerte für Raketen gibt? Warum braucht es keine Lizenz für all diese Brunnenvergifter (Kenntnis über die giftigen Metalle und deren Halbwertszeiten auf Wiesen, Bäche und Seen)?

Zeugt es nicht von höchster Feigheit und Menschenverachtung, dass ein paar Lümmel am 2. August um 2.30 Uhr das Feuer aus ihrer Stalin-Orgel beim Höfenweg eröffneten, um sich dann schnell aus dem Staub zu machen? Ich wäre bereit, bis zu einem Maximalbetrag von 10000 Franken dem Steinhauser Pflegepersonal als Wertschätzung zu schenken, wenn Folgendes gelingt: Wenn es die Polizei schafft, pro Täter in den nächsten Tagen um mindestens 100 Franken für Rühestörung oder Sachbeschädigung wegen Feuerwerk ausserhalb vom 1. August zu büssen. Sollten diese Bussen nicht zu Stande kommen, gibt es vielleicht noch solidarische Menschen, welche endlich eine Gemeindeabstimmung fertigbringen, damit diese «Kriegsschäden» künftig den Verursachern belastet werden können und in der Nähe von Häusern ein Maximalpegel geduldet wird, ähnlich wie für Wärmepumpen.

Tony Stocklin, Steinhausen