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Börsengang oder Verkauf an einen Dritten?

Einschätzungen «Landis + Gyr kommt zurück an die Schweizer Börse» titelten gestern Onlinezeitungen. Und in der offiziellen Medienmitteilung des Zuger Unternehmens war in der Überschrift von «einem geplanten Börsengang (IPO)» zu lesen. CEO Richard Mora bezeichnet den Börsengang im Gespräch mit unserer Zeitung jedoch nur als «eine von mehreren Optionen».

Wie ist das zu verstehen? Was hat nun Toshiba genau vor? Auch Analysten und Investoren, die sich mit einem möglichen Börsengang von L + G beschäftigen, können diese Fragen nicht abschliessend beantworten. Tatsache sei einzig, dass Toshiba dringend Geld brauche, sagte Marc Possa von der VV Vermögensverwaltung in Zug: «Das japanische Unternehmen ist in finanzieller Schieflage und sieht sich deshalb gezwungen, L + G zu verkaufen.»

Auswahl soll den Verkaufspreis hochtreiben

Wenn jemand gezwungen ist, etwas zu verkaufen, so ist das bekanntlich eine schlechte Voraussetzung, um einen hohen Verkaufspreis zu erzielen. Es sei denn, es gibt mehrere Interessenten, die beim Buhlen um die Braut den Preis hochtreiben. So sei auch die IPO-Bekanntgabe von Landis + Gyr zu verstehen, erklärt Possa. Angeblich gibt es Interessenten – unter anderem den japanischen Techriesen Hitachi, wie man in der Branche hört. Und als es letzte Woche hiess, dass L + G Banken mit der Planung des Börsengangs beauftragt habe, berichtete Reuters, dass zwei Käufer am Unternehmen interessiert seien. Laut der Nachrichtenagentur sind dies die Beteiligungsgesellschaft von Goldman Sachs und die kanadische Firma Onex. «Nur falls die Offerten niedriger ausfallen würden als erwartet, komme der Börsengang in Frage», schrieb Reuters. Bei L + G äussert man sich nicht dazu. Richard Mora kommentiert keine Namen, betont lediglich, dass für beide Möglichkeiten grosses Interesse bestehe.

Was den Zeitpunkt für einen Börsengang betrifft, so könnte es L + G wohl kaum besser treffen. Im ersten Halbjahr 2017 boomte der IPO-Markt. Im Vergleich zur Vorjahresperiode stieg die Zahl der Börsengänge weltweit um 70 Prozent auf 772. Das Emissionsvolumen wuchs sogar um 90 Prozent auf 83,4 Milliarden Dollar. Laut dem Wirtschafts­prüfer EY ist der Boom auf die guten Konjunkturaussichten und die Rekordstände an den Börsen zurückzuführen.

Am meisten Börsengänge im ersten Halbjahr 2017 gab es in China (317). Die USA zählten 80 IPOs, Europa 122. In der Schweiz kam es zu zwei Börsengängen: Galenica Santé und Idorsia (von Actelion abgespalten). Der geplante IPO des Schweizer Geschäftes der Credit Suisse wurde kurzfristig abgeblasen. Für den 6. Juli plant die Frauenfelder Versandapotheke Zur Rose den Gang an die Börse, um Geld für die Expansion nach Deutschland zu beschaffen. (eme)

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