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Leserbrief

Bonnefemmie im Bundesrat

Zu den kommenden Bundesratswahlen

Auch wenn es am Schluss schnell ging: Bundesrätin Doris Leuthards Rücktrittsankündigung kam nicht überraschend. Die CVP-Bundesrätin hatte bereits im Juli 2017 klargestellt, dass sie spätestens per Ende 2019 zurücktreten würde. Es könnte gut auch früher sein, munkelten Insider damals. Leuthards Ankündigung erfolgte einige Wochen, nachdem FDP-Bundesrat Didier Burkhalter seinen Rücktritt verkündet hatte. In CVP-Kreisen sorgte das für einige Dynamik. Ambitionierte CVP-Männer könnten auf eine Frauennachfolge für Burkhalter setzen, um dann, wenn «Doris» gehen würde, selber in den Ring steigen zu dürfen, wurde spekuliert. Wenn es die Strategie gab, so hat sie bekanntlich nicht geklappt und statt «der Frau» wurde «der Tessiner» für die FDP in den Bundesrat gewählt. Bei Johann Schneider-Ammanns Nachfolge scheinen sich nun alle einig zu sein: Es muss eine Frau sein, vielleicht gar ein reines Frauenticket. Schneider-Ammann hat den Wunsch nach einer weiblichen Nachfolge selber geäussert. Wenn das ein Akt von Bonhomie war, dann können wir bei Doris Leuthard von Bonnefemmie sprechen. Sie hat schon früher ihre Präferenzen deutlich ausgedrückt: «Mit der Frauenmehrheit im Bundesrat haben wir mutigere Entscheide gefällt als vorher und nachher», erinnerte sich Leuthard im Mai dieses Jahres an ihre gemeinsame Zeit mit Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) und mit den zwei SP-Bundesrätinnen Micheline Calmy-Rey und Simonetta Sommaruga. Aus heutiger Sicht war das eine klare Ansage, trotz «Doing Gender»: Sorgt für eine (bürgerliche) Frauenkontinuität, wenn ich zurücktrete. CVP-Präsident Gerhard Pfister hat sich vorsichtig in diese Richtung geäussert: «Ich gehe davon aus, dass mindestens eine Frau auf dem Ticket sein wird.» Allerdings schiessen nun bereits die Ambitionen von CVP-Männern, vor allem auch aus der Zentralschweiz, ins Kraut. Bürgerliche Parteien sind aufgerufen, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Das gilt für die CVP wie für die FDP. Schliesslich war die erste Bundesrätin überhaupt eine Freisinnige – übrigens wie auch die erste Frau im Zuger Regierungsrat. Allerdings die erste Bundesratskandidatin überhaupt war 1983 eine Sozialdemokratin: SP-Nationalrätin Lilian Uchtenhagen. Sie wurde damals noch von einer unheiligen Allianz verhindert. Seit 1993 ist immer mindestens eine der beiden SP-Personen im Bundesrat eine Frau. Bürgerliche können weibliche Vertretungen nicht Linken abdelegieren und umgekehrt soll es die Linke nicht Bürgerlichen überlassen. Ein solches Bewusstsein dafür, dass es Männer wie Frauen in allen Ämtern der Politik braucht, tut allen Parteien gut, von rechts bis links.

Barbara Gysel, SP-Kantonsrätin, Zug

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