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Böse Überraschung für Minigolf-Pächterin in Unterägeri

Erst in diesem Frühjahr hat Evelyn Scheidegger die Minigolf-Anlage übernommen – nun hat sie von der Gemeinde die Kündigung erhalten. Der Grund: negative Rückmeldungen. Die 52-Jährige fühlt sich vor vollendete Tatsachen gestellt.
Rahel Hug
Evelyn Scheidegger will die Kündigung nicht akzeptieren. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 25. Oktober 2018))

Evelyn Scheidegger will die Kündigung nicht akzeptieren. (Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 25. Oktober 2018))

Fürs Minigolfen wird es im Birkenwäldli in Unterägeri langsam aber sicher zu kalt. Vielmehr denken einige schon ans Schlittschuhfahren: Die Vorbereitungen für das «Ägeri on Ice» laufen bereits. Kein schöner Saisonabschluss ist es für Evelyn Scheidegger, die Pächterin des Minigolf-Kioskes. Nachdem sie erst im Frühjahr die Anlage von Ernst Zemp übernommen hatte, soll es nun schon wieder vorbei sein. Ende September hat sie von der Gemeinde Unterägeri die Kündigung des Pachtvertrags bekommen – für die 52-Jährige kam die Nachricht völlig überraschend.

Man sehe sich zu diesem Schritt gezwungen, schreiben Gemeindepräsident Josef Ribary und Gemeindeschreiber Peter Lüönd im Kündigungsbrief. Als Grund geben sie negative Kundenrückmeldungen an. Bereits im August habe sie ein E-Mail der Gemeinde erhalten, erzählt Evelyn Scheidegger. «Es machten böse Gerüchte über meine Familie und mich die Runde und bei der Gemeinde sind offenbar ein paar negative Rückmeldungen eingegangen.» In einem Telefongespräch habe ihr der Gemeindepräsident versichert, es brauche alles seine Zeit. «Er hat mir gesagt, ich solle so weitermachen wie bisher. Das Gespräch war wohlwollend.» Umso grösser war der Schock, als die gelernte Bäcker-Konditorin und Ernährungsberaterin aus Alosen die Kündigung erhielt. Sie sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden, Stellung habe sie nicht nehmen können. «Meine Existenz droht kaputt zu gehen», sagt Evelyn Scheidegger. Inzwischen habe sie einen weiteren Brief bekommen, dass sie die Anlage sofort räumen müsse. Die Gemeinde habe ausserdem ihre Terrasse bereits für die Vorbereitungsarbeiten des «Ägeri on Ice» freigegeben. Das will Scheidegger nicht akzeptieren. Sie hat die Schlichtungsbehörde des Mieterverbands Zug eingeschaltet. «Die Kündigung ist nicht gesetzeskonform, es wurde kein richtiges Formular verwendet und die Frist von sechs Monaten nicht eingehalten», erklärt sie.

Mit einem Aufruf auf ihrer Homepage versucht Evelyn Scheidegger nun, das Ruder noch herumzureissen. Sie bittet jene Gäste, die zufrieden sind, sich bei der Gemeinde zu melden. «Wie alle wissen, steht auf unserer Menükarte, dass Anregungen und Verbesserungsvorschläge gerne angenommen werden. Diejenigen, welche davon Gebrauch machten, sind noch immer unsere Gäste», schreibt sie. Viele weitere Besucher seien sehr zufrieden, so Scheidegger: Sie erhalte zahlreiche positive Rückmeldungen.

Doch weshalb waren einige Gäste unzufrieden? Die Pächterin kann über diese Frage nur mutmassen. Bei ihrem Start im Frühjahr habe die Gemeinde eine neue Küche installiert. «Ich habe das Angebot ausgebaut und neue Menüs in die Karte aufgenommen.» Verbesserungsvorschläge, beispielsweise zum Ausschank von Wein in kleineren Karaffen anstatt Flaschen, habe sie umgesetzt. Scheidegger räumt ein, dass es im Sommer einen Vorfall gegeben habe. «Einige Leute wollten ihr eigenes Fleisch für den Grill mitbringen, andere wollten ihre wegen der Hitze warm gewordenen Getränke austauschen.» Mit einer Bestellung sei dann noch etwas schiefgelaufen, eine Mitarbeiterin sei mit der Situation überfordert gewesen, worauf ein Gast «sehr hässig» geworden sei. Diese Vorfälle sind aber die einzigen, an die sich die 52-Jährige erinnern kann. Evelyn Scheidegger möchte Klarheit, wie sie betont. «Ich biete auch Hand für Gespräche, denn ich will unbedingt hier bleiben.»

Gemeinde will an Entscheid festhalten

Gemeindepräsident Josef Ribary geht nicht näher auf die Details der Kundenrückmeldungen ein. «Es war die Summe mehrerer Feedbacks, die den Ausschlag gegeben hat», sagt er. Weil das Verfahren vor der Schlichtungsbehörde noch laufe, könne er sich nicht weiter zum Thema äussern. Er rechne mit einem Entscheid bis Mitte November.

Ribary bestätigt, dass die Gemeinde nach dem Aufruf von Evelyn Scheidegger auf ihrer Homepage einige Mails erhalten habe von Gästen, die sie unterstützen. Doch für den Gemeindepräsidenten ist klar: «Wir halten an der Kündigung fest.»

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