Bossard zahlt 200 Millionen für Übernahme

Der Schraubenhändler Bossard mit Sitz in Zug übernimmt die Verbindungstechniksparte der KVT König Gruppe. Der Konzern lässt sich die Übernahme des Geschäfts 200 Millionen Franken kosten.

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Hauptsitz der KVT im deutsche Illerrieden. (Bild: PD)

Hauptsitz der KVT im deutsche Illerrieden. (Bild: PD)

Finanziert wird der Kauf, der Ende November abgeschlossen sein soll, anfangs durch einen Bankkredit. Dieser soll in einem zweiten Schritt teilweise durch eine Kapitalerhöhung abgelöst werden, wie es am Donnerstag in einem Communiqué hiess.

Die KVT-Verbindungstechniksparte erzielt mit rund 230 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 120 Mio. Franken. Im Angebot sind rund 70'000 Artikel, die über drei Logistikzentren in Dietikon, im deutschen Illerieden und im österreichischen Asten/Linz in die Hauptmärkte Schweiz, Deutschland, Österreich und Mittelosteuropa verteilt werden.

Die KVT König Gruppe gehört den Beteiligungsgesellschaften Capvis und HgCapital sowie Mitgliedern der Geschäftsführung. Durch die Übernahme einer Sparte der KVT König Gruppe sieht Bossard sein eigenes Angebot optimal ergänzt. Bisher ist das Zuger Unternehmen mit rund 1600 Mitarbeitern an 50 Standorten vertreten. Mit dem Handel, Vertrieb und der Beratung rund um Schrauben setzte Bossard im vergangenen Geschäftsjahr 474 Mio. Franken um.

Trotz Wachstumsaussichten sehen Branchenanalysten dem Übernahmevorhaben auch kritisch entgegen. Laut Kommentaren der Bank Vontobel ist die Übernahme zwar ein grosser und strategisch sinnvoller Schritt für Bossard. «Sie scheint jedoch auf den ersten Blick den Gewinn je Aktie zu verwässern und ihr längerfristige Nutzen hängt von den Synergien ab», heisst es bei Vontobel.

An der Börse verloren die Aktien von Bossard zunächst an Wert. Kurz vor 10.30 Uhr notierten sie knapp 0,5 Prozent im Minus. Bis Börsenschluss erholten sie sich und gingen mit einem Gewinn von 1 Prozent aus dem Handel. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,3 im Plus.

sda