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Walchwil: Ein brandneues Depot auf dem Berg

Nach einjähriger Bauzeit wird das neue Feuerwehr-Depot auf dem Walchwilerberg in Betrieb genommen. Die 21 Feuerwehrleute vom Löschzug Berg feiern deshalb am Samstag ein Fest mit der Bevölkerung.
Vanessa Varisco
Löschzugchef Wendel Hürlimann (links) und Toni Rust, Kommandant, freuen sich auf die Eröffnung. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. April 2019))

Löschzugchef Wendel Hürlimann (links) und Toni Rust, Kommandant, freuen sich auf die Eröffnung. (Bild: Stefan Kaiser (Walchwil, 30. April 2019))

Der Löschzug 4 vom Walchwilerberg hat Grund zur Freude: Nachdem die Feuerwehrleute viele Jahre eine immer enger werdende Doppel-Garage als Depot benutzt hatten, dürfen sie nun ein brandneues Mehrzweckgebäude beziehen. Die Anlage beim Früebüel bietet genug Platz für den Schlauchwagen, das Zugfahrzeug, eine Motorspritze und weitere Materialien für den Ersteinsatz.

«Vor rund zehn Jahren haben wir erstmals eine Evaluation durchgeführt, um einen geeigneten Standort für ein Depot auf dem Walchwilerberg zu finden», erklärt der Feuerwehrkommandant Toni Rust. Die vier Standorte, die in Frage gekommen wären, waren letzten Endes doch ungeeignet. Etwa weil sie in der Naturschutzzone zu liegen kamen. Als die ETH (neu: die Agrovet Strickhof), welche im Früebüel Forschungen zu Aufzuchtrindern, Mutterkühen und Schafen durchführt, angekündigt hatte, Umbauten in diesem Gebiet zu tätigen, hat die Bergfeuerwehr ihr Interesse angemeldet. Zwar war sie in der Garage lediglich eingemietet, dennoch konnte sie mitreden beim Neubau. «Wünsche bezüglich der Einrichtung durften wir anbringen», berichtet der Feuerwehrkommandant. So ist aus der alten Doppelgarage ein Gebäude mit hellem Holz entstanden, das genügend Platz für die Fahrzeuge bietet. Das Depot sei ausserdem ideal gelegen. «Mitten auf dem Walchwilerberg – als Standort ist das perfekt», freut sich Rust. In der Nähe befinden sich Wasserbezugsorte, was entscheidend ist für die Feuerwehr.

Wichtig für ein Depot ist aber nicht nur der Platz. «Auch bei der Höhe der Garage darf nicht gespart werden. Denn vielleicht kommen in Zukunft andere Fahrzeuge in diese Anlage», betont Rust. Dank dem neuen Bau konnten die Aussendepots im Lienisberg, im Hinterberg und in der Süren, in welchen die Fahrzeuge auch zur Zeit des Umbaus standen, aufgelöst werden. «Nun konnten wir alles zentralisieren.»

Ein Stück Geschichte

Seit über 80 Jahren werden auf dem Walchwilerberg Brände mit Hilfe der Feuerwehr gelöscht. Angefangen hat alles im kleinen Rahmen, damals wurden die Bauern lediglich mit einem Gurt und einem Helm ausgerüstet. Das damalige kleine Depot mit Schläuchen und einer Handpumpe befand sich für viele Jahre in einem Schuppen bei der Käserei Rust im Hinterberg. In den 1950er-Jahren wurde schliesslich die erste Motorspritze angeschafft. «Diese wurde mit einem der ersten Willys-Jeeps gezogen, die von einheimischen Bauern bei der Armee günstig gekauft wurden», berichtet Toni Rust.

Als die Armee auf dem Früebüel, wo diese seit 1943 ein Straflager mit Bauernhof betrieben hatte, in den 1970er-Jahren eine eigene Betriebsfeuerwehr einführte, erstellte die Armee eine Doppel-Garage um ihre Gerätschaften zu lagern. Um mit der Feuerwehr Walchwil gemeinsame Ressourcen zu nutzen, wurde das Depot auf dem Berg von der Käserei Rust ins Früebüel verschoben und mit der Armee zusammengelegt. Die Betriebsfeuerwehr vom Straflager hatte, aufgrund der zu kleinen Mannschaft, nicht lange Bestand. Nach nur wenigen Jahren übernahm die Gemeinde das Zepter. 1988 wurde das Straflager auf dem Früebüel aufgehoben und der ETH Zürich zu Forschungszwecken übergeben.

Aktuell stehen auf dem Walchwilerberg 21 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie freuen sich über das neue Depot. Vorwiegend Bauern gehören diesem Zug an. «Sie sind tagsüber oft zu Hause und deshalb besonders geeignet und wertvoll für unsere Miliz-Feuerwehr», sagt der Kommandant.

Am 4. Mai findet ein «DepoBärg-Fest» beim neuen Depot im Früebüel statt. Um 16 Uhr wird Kommandant Toni Rust eine Ansprache halten, gefolgt von der Segnung durch Diakon Ralf Binder. Anschliessend Apéro und Festbetrieb. Präsentiert werden die Gerätschaften und für Unterhaltung sorgt die Löschzugmusik. Ab 20 Uhr ist die Bar geöffnet.

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