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Brandneues Tanklöschfahrzeug besteht ersten Test

An der Feuerwehr-Hauptübung auf dem Schulgelände Ammannsmatt in Sins führte
die Feuerwehr Sins-Abtwil erstmals ihr neustes Fahrzeug der Bevölkerung vor. Dabei kam es zu einem Showdown.
Christian Tschümperlin
Roland Bauer, der neue stellvertretende Kommandant, der abtretende Kommandant Fabian Nietlispach und sein Nachfolger Thomas Huber (von links). (Bild: Christian Tschümperlin, Sins, 27. Oktober 2018)

Roland Bauer, der neue stellvertretende Kommandant, der abtretende Kommandant Fabian Nietlispach und sein Nachfolger Thomas Huber (von links). (Bild: Christian Tschümperlin, Sins, 27. Oktober 2018)

Am Samstagmorgen präsentierte die Feuerwehr Sins-Abtwil vor zahlreichen Zuschauern ihren neuesten Stolz: Das ab Werk gefertigte, brandneue Tanklöschfahrzeug (TLF). Höhepunkt der Feuerwehr-Hauptübung auf der Schulanlage Ammannsmatt war denn auch eine Demonstration, bei der man das Allzweck-Fahrzeug in voller Aktion erleben konnte. Zu Beginn übergab Projektleiter Jürg Frei von der Tony Brändle AG die Schlüssel symbolisch an den Sinser Gemeinderat Marco Meier. Die Brändle AG hatte den 16-Tonner gebaut. Mit dem Scania P360 B vollzog sie die schweizweit erste Auslieferung aus der aktuellen Baureihe. Frei gestand in seiner Rede ein, dass er Zweifel hatte, als er das Feuerwehrdepot zum ersten Mal sah. «Als aber am Tag nach der Auslieferung kein Anruf kam, war ich erleichtert und ging davon aus, dass das TLF hineinpasst.»
Daraufhin baten der katholische Pfarrer Thomas Zimmermann und sein reformierter Kollege Hansueli Hauenstein um Gottes Segen für das TLF. Zimmermann weihte das Fahrzeug mit viel Weihwasser ein, wobei das Publikum auch noch ein paar Spritzer abbekam.

Parat für den Ernstfall

Feuerwehr, dass sie mit dem neuen TLF für den Ernstfall gerüstet ist. Rauch stieg auf aus dem Keller des Schulhauses, im ersten Stock waren Hilfesuchende zu sehen. Einsatzleiter Josef Villiger verschaffte sich während der so genannten Chaos-Phase einen Überblick und verteilte die Aufträge an die rund 100 Feuerwehrleute, die an der Übung teilnahmen. Plötzlich erblickte man durch die Rauchschwaden Blaulicht, das neue TLF brach durch die Rauchwolken. Als es zum Stillstand kam, zog eine Gruppe Feuerwehrleute im Eiltempo eine der beiden Handschiebeleitern vom Dach und die beiden Schnellangriff-Schläuche aus dem Fahrzeug.
Die Übung wurde zum Showdown. Während einige Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten in den Keller des Gebäudes eindrangen, evakuierten andere die Hilfesuchenden per Leiter. Unterdessen wurden weitere Druckleitungen erstellt und ein Wasserwerfer in Betrieb genommen. Das TLF fasst 3000 Liter Wasser und 200 Liter Schaum.

Die Ausrüstung wurde vom alten TLF übernommen und beinhaltet viel Einsatzmaterial wie Feuerlöscher, Atemschutzgeräte, Motorsägen, Schaum-Material, Seile, Tauchpumpen oder Wärmebildkamera, welche auch teilweise zum Einsatz kamen. «Es ist ein topmodernes Fahrzeug, das auch weiter ausgerüstet werden kann, sei es in Zukunft für die papierlose Feuerwehr», sagt Feuerwehr-Kommandant Nietlispach. Ob der Regen und die Kälte mithalfen? Jedenfalls ist der fingierte Brand nach speditiven 20 Minuten gelöscht und die Hilfesuchenden sind gerettet. Der Einsatz wird abgebrochen.
Das neue TLF konnte zu einem Preis von 580000 Franken erworben werden. Das alte Tanklöschfahrzeug mit Jahrgang 1991 wird nach 27 Jahren Dienstzeit ausgemustert. Es wurde an eine Firma verkauft, die das Fahrzeug aufrüstet und ins Ausland weiterverkauft.

Nietlispach übergibt das Kommando an Huber

Anlässlich der Feuerwehr-Hauptübung übergab Fabian Nietlis­pach per Ende Jahr das Kommando an Thomas Huber. Nietlispach schaut auf acht intensive Jahre als Feuerwehr-Kommandant zurück. Er tritt vollends aus der Feuerwehr aus und hat nun mehr Zeit für sein Hobby, die Imkerei, und seine Familie.
Sein Nachfolger Thomas Huber kann ein Team übernehmen, das einem gut laufenden Uhrwerk gleicht. Huber amtet bereits seit Beginn weg als Stellvertreter von Nietlispach. «Ich war immer in die Abläufe involviert und weiss daher Bescheid», sagt Huber. Der Landwirt stiess 2002 zur Feuerwehr. «An dem Engagement fasziniert mich die Kameradschaft und der Umstand, dass man der Bevölkerung helfen kann», sagt dieser. Nun will er seine Aufgabe ebenso gut erfüllen, wie Nietlispach dies tat.

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