Braucht es Videos für den Wahlkampf?

Im Oktober finden im Kanton Zug Wahlen statt. Die SVP schildert ihre Ziele und zeigt ihre Regierungsratskandidaten in einem Video auf Youtube. Auch andere Parteien setzen – zusätzlich zu den altbewährten Werbemitteln – auf das Medium Film.

Cornelia Bisch
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Seit kurzem präsentiert sich die SVP Zug auf einem Videofilm. Die Partei stellt ihre Ziele und Regierungsratskandidaten vor. Zu Wort kommen ausserdem ein Bauer, eine Ökonomin und ein Gewerbetreibender, die erklären, warum sie die SVP wählen. «Wir erachten dieses Video als Chance, viele mögliche Wählerinnen und Wähler zu erreichen, die weniger affin für klassische Medien sind», erklärt Wahlkampfleiter Daniel Staffelbach auf Anfrage. «Auch wenn Plakate und der direkte Bürgerkontakt nach wie vor die wichtigsten Faktoren in Wahlkämpfen sind, ist der Online-Bereich nicht mehr wegzudenken.» Es gehe dabei nicht um Imagepflege, sondern um politische Arbeit. «Wir wollen den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern zeigen, wofür wir einstehen. Wir machen nicht Politik, um ein gutes Image zu haben.»

Das Wahlvideo der SVP Zug

Auch andere Parteien setzen das Medium Film für ihren Wahlkampf ein. So die FDP mit Regierungsratskandidat Andreas Hostettler, der sich zu einzelnen politischen Fragen und Anliegen der Partei in kurzen Filmsequenzen äussert. «Wir haben als Partei keine Videos erstellt, jedoch die Kandidaten dazu ermutigt, dies zu tun. Dafür haben wir einen entsprechenden Workshop angeboten», erzählt Hostettler. Grundsätzlich hält er dies für ein gutes Wahlkampf-Werbemittel, glaubt aber nicht, dass dadurch so kurz vor den Wahlen etwas gewonnen werden kann. «Der Wahlkampf wird durch eine konsequente Positionierung und Politarbeit während der vergangenen Legislatur werden kann. Die FDP setzt zusätzlich auf klassische Massnahmen wie Plakate, Flyer, Sendungen, persönliche Wahlkarten, persönliche Briefe und kleine Giveaways. «Auf der anderen Seite stehen jedoch vor allem die Aktionen auf der Strasse, von Tür zu Tür und in direkter Begegnung mit den Wählern, zum Teil auch mittels Telefonaktionen zuoberst auf der Traktandenliste», so Hostettler. Auch manche Kandidaten der CVP haben Videos erstellt und diese auf ihren Websites oder über Facebook zur Ansicht aufgeschaltet. Im Übrigen wirbt auch die CVP mit den altbewährten Mitteln. «Das Wichtigste ist aber die Präsenz der Kandidatinnen und Kandidaten und die direkten Kontakte zur Bevölkerung», hat Monika Barmet, Vizepräsidentin der CVP Zug festgestellt.

Ein Video des FDP-Regierungsratskandidaten Andreas Hostettler

Wahlvideo läuft in den Zuger Kinos

Die Partei Alternative – die Grünen Zug stellt ihren Regierungsratskandidaten Andreas Hürlimann in einem Video vor, das auf Youtube und in den Zuger Kinos läuft. Von der Stadträtin Vroni Straub-Müller gibt es ebenfalls ein Youtube-Video. «Das bewegte Bild ist heute ein wichtiges Werbe- und Kampagnentool», betont Andreas Lustenberger, Präsident und Kantonsrat der Grünen Zug. «Videos können ideal auf Social Media eingebaut werden und eben auch in Kinos lassen sie sich gut abspielen.» Daneben arbeitet auch die Partei der Grünen mit Plakaten, Inseraten, persönlichen Karten und telefonischer Kontaktpflege.

Das Wahlvideo mit Regierungsratskandidat Andreas Hürlimann (ALG)

Die Grünliberale Partei hat in diesem Wahljahr auf die Erstellung eines Videos vor allem aus finanziellen Gründen verzichtet, hält dies aber grundsätzlich für ein gutes Mittel. «Für eine kleine Partei, wie wir es sind, ist der Aufwand zu gross», sagt Vizepräsident Daniel Stadlin. «Imagepflege ist sicher wichtig. Im Hinblick auf die Wahlen 2022 planen wir eine Imagekampagne. In welcher Form das sein wird, ist noch offen», kündigt der Regierungsratskandidat an.

Verschiedentlich wird betont, wie wichtig es sei, Videos professionell herzustellen und klare Botschaften zu vermittlen, «ansonsten wird es schnell peinlich, was verschiedene Videos in der Vergangenheit gezeigt haben», wie der FDP-Kantonalpräsident Andreas Hostettler ausführt. Die SP Zug hat auf die Umfrage der Zuger Zeitung nicht reagiert.