BRAUCHTUM: Dreikönigsstress für Bäckereien

Heute sind auch in Cham tausende Kuchen gebacken worden. Das ist anstrengend – aber lukrativ.

Charly Keiser / Neue Zz
Merken
Drucken
Teilen
Andy Nussbaumer hat strenge Tage hinter sich. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Andy Nussbaumer hat strenge Tage hinter sich. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Einmal König sein. Das wollen Kinder wie Erwachsene. Möglich macht dies der Dreikönigskuchen, der am 6. Januar aus «Normalos» kurz «Edelleute» werden lässt. Für Bäckereien ist die zeitnahe Produktion zahlreicher Königskuchen eine logistische Herausforderung. Dies bestätigt Andy Nussbaumer von der gleichnamigen Bäckerei, die in Cham auf 1400 Quadratmeter bäckt und gesamthaft sieben Filialen betreibt: «Heute ist für uns der strengste Tag des Jahres – aber auch der Beste und Lukrativste.»

Der Dreikönigstag müsse gut organisiert sein, verrät Nussbaumer. Denn um die rund 3000 Dreikönigskuchen, die die Bäckerei herstelle, brauche es viel Zeit. «All unsere Mitarbeiter, die gehen und backen können, mussten gestern und müssen heute hier sein», sagt Nussbaumer. Der Grund für den Stress ist nicht nur die Menge, sondern sind auch die vielfältigen Variationen. «Wir stellen enorm viele – aber auch spezielle Kuchen her. So zum Beispiel für Kindergärten und Firmen», erklärt Nussbaumer.» Das könnten Exemplare mit 50 Weggen und beispielsweise drei Königen sein, sagt er. So wünschten die Leute nebst den verschiedenen Grössen traditionelle Kuchen ohne – oder solche mit Sultaninen oder Schokolade.

Gipfeli und Mutschli im Abseits

Der Brotabsatz leide ob des grossen Dreikönigskuchenverkaufs nicht, sagt Nussbaumer, bestätigt aber die Vermutung, dass Kleingebäck wie: «Mutschli, Weggli und Gipfeli» am Dreikönigstag deutlich weniger verlangt würden.