BRAUCHTUM: Für «Chröpflimee» werden noch Paare gesucht

Am alt Fasnachtssonntag wird in Zug mit dem Chrööpfelimee-Singen ein 250 Jahre alter Brauch gepflegt. Dazu werden noch singende Paare gesucht.

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Szene vom Chrööpfelimee-Singen 2007. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Szene vom Chrööpfelimee-Singen 2007. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Jedes Jahr am Alt-Fasnachtssonntagabend (Sonntag nach Aschermittwoch; heuer am 21. Februar) brennen in der Stadt Zug an ausgewählten Häusern rote Lichter und Kerzen, die daraufhin weisen, dass hier ein verlobtes oder jung verheiratetes Paar auf ein Ständchen wartet. Verschiedene Gesangsgruppen huldigen mit ihren Liedern und Gesängen der jungen Liebe und werden dafür mit Krapfen und Wein belohnt. Bereits haben sich für den Anlass einige Paare gemeldet, wie die organisierenden Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute der Stadt Zug mitteilt. Weitere werden gesucht.

Der Ursprung des Chrööpfelimee-Singens liege ungefähr 250 Jahre zurück. Wenn beim Tanz an einem Fasnachtsanlass das Mädchen dem Burschen ein Tüchlein überliess, bedeutete dies für den Partner nicht nur das Erwidern von Gefühlen der Liebe, sondern auch eine Einladung ins Elternhaus des Mädchens am Altfasnachtssonntag. Dort wurde der Bursche dann mit Krapfen und Wein bewirtet. Freunde, die die gegenseitige Zuneigung des Paares beobachtet oder vernommen hatten, stellten sich vor dem Elternhaus des Mädchens auf und sangen allerlei neckische auf das junge Paar gemünzte Lieder. Öffnete dann das Paar das Fenster, forderten die Sänger auch Krapfen und Wein. Beides wurde ihnen in einem Korb auf die Strasse hinunter gelassen. Glaubten die Sänger, nicht genug Krapfen bekommen zu haben, verlangten sie: «No mee Chrööpfeli! Chrööpfelimee!»

scd

HINWEIS
Für interessierte Paare und Gesangsgruppen erteilt Ernst Moos Auskunft unter 041 711 68 43 oder moos.ernst@datazug.ch