Brauerei Baar braut nun mit Baarer Sonne

Ab dem 5. September bezieht die Brauerei Baar einen Teil des Stroms, der zum Brauen nötig ist, vom eigenen Dach. Damit wollen die Verantwortlichen ihren ökologischen Fussabdruck verkleinern.

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Die neue Solaranlage auf dem Dach der Brauerei Baar, die am 5. September in Betrieb genommen wird. (Bild: PD)

Die neue Solaranlage auf dem Dach der Brauerei Baar, die am 5. September in Betrieb genommen wird. (Bild: PD)

Die Brauerei Baar gehört zu den ältesten Brauereien in der Schweiz. Im Jahr 1862 in Baar gegründet, führten ab 1902 fünf Generationen den Familienbetrieb erfolgreich durch die Höhen und Tiefen der Kriegsjahre und Konjunkturschwankungen. Seit mehr als 100 Jahren befindet sich die Brauerei in den Händen der Familie Buck-Uster. «Leidenschaft bei der Braukunst sowie Innovationsgeist» seien seit langem das Erfolgsrezept des Betriebs, und so würden bis heute «eigene, regionale Bierspezialitäten gebraut». Jedes Jahr entstehe für die Brauerei dabei ein Stromverbrauch von rund 450 000 Kilowattstunden, was dem Jahresverbrauch von zirka 120 Haushalten entspricht, wie es in einer Mitteilung der Brauerei Baar heisst. «Mit einer Solaranlage will die Brauerei in Zukunft zirka 30 Prozent dieses Bedarfs mit eigenem produzierten Solarstrom decken. Damit versuche man «Tradition zu erhalten und die Zukunft einmal mehr kosteneffizient anzugehen».

Im Zuge einer Dachsanierung der «Braui» begannen am 4. Juni 2018 die Bauarbeiten für die Anlage. Die Vorfreude auf das künftige Brauen mit Solarenergie wachse bei den Betreibern mit jedem Tag, heisst es weiter. «Eine Solaranlage passt perfekt zu unserer Unternehmensphilosophie. Das regionale Bier können wir in Zukunft nun mit Baarer Sonne brauen», sagt Martin Uster, Geschäftsführer der Brauerei Baar. Auch bei der Umsetzung sei voll auf einheimisches Handwerk gesetzt worden.

Vor allem tagsüber wird Strom gebraucht

Gemäss den Verantwortlichen wird die neue Solaranlage am 5. September 2018 ans Netz angeschlossen. Die von der Solarfirma Winsun geplante und umgesetzte Anlage hat eine Leistung von 174 kWp und erzielt einen Jahresertrag von rund 150000 Kilowattstunden. Die Abkürzung kWp steht für «Kilowatt Peak». Damit wird die Leistung einer Fotovoltaikanlage unter genormten Bedingungen angegeben. Diese wird auch als Nennleistung bezeichnet.

Bei der Brauerei Baar sollen bis zu drei Viertel des Ertrages für den Eigenverbrauch genutzt werden. Hannes Wettach, Geschäftsleiter bei Winsun, erklärt: «Eine Brauerei verbraucht vor allem tagsüber Energie, also dann, wenn die Sonne scheint. Dadurch kann eine sehr hohe Eigennutzung erzielt werden.»

Neben dem hohen Eigenverbrauch will die Brauerei Baar mit der Anlage auch in Sachen Ästhetik punkten. Mit 600 sogenannten Full Black-Modulen gliedere sich die Fotovoltaikanlage «harmonisch in das Dach und die Umgebung ein». Kurt Uster, Inhaber der Brauerei Baar, ist begeistert und wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: «Unsere Brauerei ist äusserst stolz auf diese fortschrittliche Entwicklung und ab nun soll eitel Sonnenschein in der ‹Braui› herrschen.» (red)