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BRAUEREI EISBOCK: In Zug eröffnet die erste Kleinbrauerei

Drei Sommeliers haben im Kantonshauptort die erste Brauerei gegründet – das Bier wird vorderhand jedoch ausserkantonal gebraut. Es ist der Versuch, in einem aufstrebenden Markt Fuss zu fassen.
Raphael Biermayr
Adrian Moerz hat mit zwei Mitstreitern das Rezept für das Bier ersonnen. (Bild: Werner Schelbert (Ebertswil, 22. Juni 2017))

Adrian Moerz hat mit zwei Mitstreitern das Rezept für das Bier ersonnen. (Bild: Werner Schelbert (Ebertswil, 22. Juni 2017))

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Im Kanton Zug gibt es zahlreiche Kleinbrauereien – in der Stadt Zug gab es bis vor kurzem aber keine. Der Steinhauser Tobias Frei (Jahrgang 1976), der Zuger Luc Suter (1975) und der Chamer Adrian Woerz (1971) haben das geändert und die Brauerei Eisbock gegründet. Im eidgenössischen Brauereiverzeichnis haben sie sich die prestigeträchtige Nummer 1000 ergattert.

Allerdings handelt es sich vorderhand um eine Briefkastenbrauerei, denn das Bier wird auswärts gebraut – nach dem Rezept der drei Zuger. Diese sind hauptberuflich Projektleiter, Tiefbau­ingenieur und Informatiker. Im Kanton Fribourg haben die drei einen Brauer gefunden. Die Feststellung, dass es sich bei ihrem Produkt also nicht um Zuger Bier handelt, tut Woerz folgendermassen ab: «Das Einzige, was nicht zugerisch ist, ist das Wasser.» Morgen ab 19 Uhr kann die erste Kreation der «Eisböcke», wie sich die drei Gründer nennen, im Zuger Pulverturm verköstigt werden – ausgerechnet am Abend des Seefests. «Wir bieten eine schmackhafte Alternative zum Lagerbier dort», sagt Moerz selbstbewusst und lächelnd. Sie haben 1000 Liter der Sorte India Pale Ale auf Lager, ein stark in Mode gekommenes, hopfengeprägtes Bier. Warum braucht es noch eines davon auf dem Markt? «Weil wir nicht einfach Hopfen reingeschmissen, sondern ein rundes Bier kreiert haben», ist Woerz überzeugt. Das rechtfertigt aus seiner Sicht den Preis von 5 Franken pro Flasche.

Der Traum von der eigenen Brauerei

Den Plan zum eigenen Bier entwickelten die drei Heimbrauer während der Zugfahrt nach einem Sommelierkurs. Im vergangenen November war das, danach ging es Schlag auf Schlag. Woerz, Suter und Frei gehen allerdings behutsam vor. «Wir wollen zuerst sehen, wie unser Bier ankommt», sagt der Chamer. Ihr Traum ist eine eigene Brauerei in Zug – am liebsten in einem Gasthaus integriert.

Vorderhand lassen sie ihr Bier weiterhin ausserkantonal brauen und verkaufen die Flaschen über ihre Internetseite www.eisbock.ch . In der Anfangsphase wollen sie die Bestellungen persönlich ausliefern, «um unsere Kunden kennen zu lernen», erklärt Woerz diesen geschickten Marketingzug. Die Abnehmer können die Brauerei Eisbock ausserdem in einer Art Genossenschaftsprinzip mitfinanzieren: Eine personalisierte Box, die man jeweils wieder mit vollen Flaschen füllen kann, dient dabei als symbolischer Anteilsschein. Bald soll das Bier der Zuger Brauer auch in ausgewählten Lokalen verfügbar sein.

Eine Spezialität ist geplant

Der Name Eisbock stammt übrigens von einer besonderen Biersorte aus Deutschland und Österreich, die ihre Biere durch Ausfrieren gewinnt. Dieses Getränk ist besonders nahrhaft und hochprozentig und wird deshalb vor allem in der kalten Jahreszeit angeboten. Geht es nach den drei Zuger Brauereigründern, soll es dereinst auch in Zug Eisbock geben. Eine schöne Vorstellung, auch und gerade in diesen heissen Tagen.

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